6-jährige
16.10.2026 - KK
ACSI DAISY DYNAMITE und Ann-Catrin Bierlein in Lauerstellung
Im Wettbewerb der 6-jährigen Vielseitigkeitspferde haben PASSOA und Patrick Verbakel nach der Dressur die Führung übernommen. Vom gemeinsamen zweiten Platz werden in diesem CCI-2*-L in Le Lion-d’Angers morgen ACSI DAISY DYNAMITE und Ann-Catrin Bierlein sowie WLS RAVENSCOURT und Caroline Powell in das Weltmeisterschaftsgelände starten, HERAKLES und Lara de Liedekerke-Meier vom vierten Rang aus. Doppelt besetzt ist mit DIACONTINA C&T Z und Jarno Verwimp sowie KOSMIC D ELBE und Robin Godel auch der fünfte Platz im Zwischenklassement. Mit zwei weiteren Paaren sind BERLIOZ TSF und Sven Lux aktuell 7., CODERO und Andreas Dibowski gehen die Cross-Aufgaben vom 31. Platz an.
„Fünfjährig war es mit dem Dressurreiten noch etwas schwieriger, aber sie hat sich in diesem Jahr unglaublich gemacht“ schwärmte Ann-Catrin Bierlein geradezu vom Familienpferd ACSI DAISY DYNAMITE (2. mit 29,40 Punkten) - der Züchter und Besitzer Dr. Rolf Wilcken ist ihr Großvater.
„Anfang des Jahres hatte ich so Momente mit ihr wo ich dachte, ich krieg den Dreh mit ihr nicht so richtig und hab‘ mir die Frage gestellt, wie ich sie am besten reiten kann. Da hatten wir zum Beispiel Schritttouren dabei, wo sie sich plötzlich ihren Kopf gekratzt hat, einfach solche Babysachen halt. Über den Sommer ist sie dann echt extrem über sich hinausgewachsen. Sie ist vom Kopf her einfach cool und manchmal muss ich mich bei ihr einfach noch ein bisschen mehr entspannen.“
Ann-Catrin zum Le Lion-Abenteuer: „Sie war ja in Arville und Langenhagen, aber das ist ja überhaupt nicht vergleichbar mit der Kulisse und der Deko hier am Viereck. Aber: Sie kommt rein und sagt erst einmal zu allem ‚ja‘ - und das macht einfach Spaß. Wenn sie alles brav und fehlerfrei macht und so geht, wie sie gehen kann, dann kommt sie eigentlich auch gut an und unser Plan ist hier aufgegangen. Heute hatte ich die Vorbereitung sehr großzügig geplant, sie auch früh am Morgen schon einmal geritten, so dass ich ihr vor dem Einritt einen Moment geben konnte, wo sie alles auf sich wirken lassen konnte. Beim Abreiten habe ich versucht, ihr nicht so viele schwierige Sachen zu entlocken, sondern sie einfach locker und entspannt zu haben. Im Viereck hat sie das Zügel aus der Hand kauen lassen besonders gut gemacht, da war sie so richtig voll im Trab und ist trotzdem schön bei mir geblieben. Unsere Galopptour hatte wahrscheinlich nicht super viele Highlights, war aber sehr solide und konstant und eigentlich, wie auch die ganze Aufgabe, relativ fehlerfrei. Da war kein Patzer dabei, kein Zackeln und trotzdem kann man auf Dauer sicherlich überall noch ein paar Pünktchen mehr herausreiten. Für heute bin ich mega-happy, wie sie das hier alles gemeistert hat.“
„Ich bin sehr happy“ freute sich auch Sven Lux nach der Dressur mit BERLIOZ TSF Lux (7. mit 31 Punkten). „Ich weiß ja, dass er sehr gute Dressuren gehen kann, aber heute war er tatsächlich ein bisschen angespannter als sonst. Die Atmosphäre bringt das mit sich und er war halt ganz alleine in der Arena und er hat eigentlich ganz gerne andere Pferde um sich herum. Im Verlauf der Prüfung konnten wir das ein wenig herunterspielen und dann wurde er auch immer besser und das war bestimmt ein guter Start für die nächsten Tage. In der Trabtour war halt eben die Spannung drin, in der Galopptour konnten wir sie sehr gut herausreiten, aber im Ganzen bin ich sehr zufrieden. Die Punktzahl von heute ist noch ein klein bisschen hoch, da hatten wir in der Saison schon deutlich bessere Ergebnisse gehabt. Für eine‘25‘, die er schon gehen kann, hätte noch ein bisschen mehr Lässigkeit, mehr Gelassenheit da sein müssen, so dass ich in der Trabtour noch mehr zum Reiten komme. Aber wir müssen am Ende des Tages sehen, wo er damit steht - und damit bin ich soweit erstmal sehr zufrieden.
Monika Mittermayer, die BERLIOZ-Züchterin, ist mit ihrem Bruder Roland aus der Nähe von Berlin angereist, um ihren Sprössling live begleiten zu können: „Es ist richtig toll, dass er hier geht. Wir haben es vor zwei Wochen erfahren, hatten aber das Zimmer schon gebucht, als er sich qualifiziert hatte. Heute hat er uns gut gefallen, aber er war schon aufgeregt, das hat man gemerkt. Er hat natürlich viel Saft.“
Bei dem kurzen Treffen drängte sich natürlich die Frage nach dem Grund für genau diese Anpaarung geradezu auf: „Auf unsere Mutterlinie passt dieses VAN DEYK-Blut einfach sehr, sehr gut und als ZAUBERDEYK in Deutschland aufgestellt wurde, haben wir ihn dann genutzt. Eine ähnliche Konstellation hatten wir schon bei BASMATI, der mit Andrew Hoy erfolgreich war.“
Der so angesprochene BASMATI, ein GRAFENTSTOLZ-Sohn (dessen Vater POLARION ebenfalls von VAN DEYK abstammt) ist ein Nachkomme der BERLIOZ-Großmutter BLANCHETTE von SUCHARD und war mit Andrew Hoy bis 4*-L hochplatziert.
Noch einmal Monika Mittermayer: „Wir hatten uns ein Dressurpferd gewünscht, das aber auf jeden Fall auch genug springen kann und dann auch noch Blut hat, weil wir bis zu einem gewissen Grad schon affin für die Vielseitigkeit sind.“
„Er ist kein Dressursieger, weil er die Bewegungen und die Präsenz gar nicht hat, aber er hat die ganzen Tage hier einen mega Job gemacht. Er war total konzentriert und gelassen“ begann Andreas Dibowski die Analyse zur WM-Dressur von CODERO und (31. mit 36,40 Punkten) mit den positiven Aspekten.
Leider aber gab es heute auch den einen anderen Moment: „Das eben beim Rausreiten war das erste Mal, dass er sich hier überhaupt aufgeregt hat. Der Fehler am Ende des letzten Zirkels war einfach mega teuer. Bis dahin hat er das gezeigt, was er momentan kann. Mehr kann er von der Bewegung momentan noch nicht, auch weil er die Kraft dazu nicht hat. In der Galopptour sind die Verstärkungen noch sehr labil, da hat er in der Rückführung das Problem, dass er manchmal noch umspringt. Deshalb kann ich da nicht zu viel zulegen und muss ihm zum Übergang auch viel Zeit geben. Da war ich eigentlich froh, dass mir das heute gut gelungen ist - und dann der späte Fehler, der war einfach ätzend. Beim Zügel aus der Hand kauen lassen hat er seinen Rhythmus verloren, ist nicht mehr ans Gebiss rangetreten und hat sich so zusammengezogen. Das ist in einer Aufgabe schon mal passiert, deshalb haben wir im Training daran gearbeitet, aber hier hat es nicht geklappt. Mit der Arbeit und den Eindrücken zuhause hatte ich schon gehofft, nach der Dressur bei ‚30‘ zu liegen, aber nicht bei ‚37‘ - das ist schon enttäuschend. Ich bin nicht enttäuscht vom Pferd, ich bin enttäuscht, dass dieser Fehler passiert ist.“
ACSI DAISY DYNAMITE und Ann-Catrin Bierlein (2. mit 29,40 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 27,60)
*2020, Westfalen-Stute von DIACONTINUS aus der CAMILLA 123 von CASALL x POLYDOR
Züchter und Besitzer: Dr. Rolf Wilcken
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 67,86% - M: 71,67% - E: 72,14%
BERLIOZ TSF und Sven Lux (7. mit 31 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 25,80)
*2020, Trakehner Hengst von ZAUBERDEYK aus der BERLINALE 6 von HEUBERGER x SUCHARD
Züchterin: Monika Mittermayer
Besitzer: Haupt- und Landgestüt Marbach
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 67,62% - M: 70,00% - E: 69,52%
CODERO und Andreas Dibowski (31. mit 36,40 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 32,60)
*2020, Holsteiner Hengst von CORFU DE LA VIE aus der SUNFLOWER G von ROCADERO x SACRAMENTO SONG xx
Züchter: Thorsten Groeneveld
Besitzer: Britta & Christian Frenzel, Franziska Slytermann von Langeweile, Cornelia & Thorsten von Bloh, Christian Frenzel und Andreas Dibowski
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 62,14% - M: 62,62% - E: 66,19%
Mit der besten Dressurbewertung galoppieren morgen PASSOA / Patrick Verbakel (28 Punkte),
WLS RAVENSCOURT / Caroline Powell werden wie auch ACSI DAISY DYNAMITE / Ann-Catrin Bierlein mit 29,40 Punkten gelistet. HERAKLES und Lara de Liedekerke-Meier folgen mit lediglich umgerechnet einer Sekunde Rückstand. DIACONTINA C&T Z / Jarno Verwimp und KOSMIC D ELBE / Robin Godel haben als fünfte unisono 30,90 Punkte auf dem Konto.
Bei den sechsjährigen Nachwuchsstars ist das deutsche Team eines von zehn, die das maximale Kontingent von drei Startern pro Nation komplett ausgeschöpft haben
PASSOA und Patrick Verbakel (NED - 1. mit 28 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 29,30)
*2020, KWPN-Wallach von VDL LIAMANT W aus der LADYBURN von FREEMAN VDL x ZORTIN
Züchter: P.J.M. Verbakel
Besitzer: Lianne & Patrick Verbakel
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 72,62% - M: 73,33% - E: 70,00%
WLS RAVENSCOURT und Caroline Powell (NZL - 2. mit 29,40 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 29,90)
*2020, ISH-Hengst von CRISTO 5 aus der EBONY A. S. von SORENTO x JAZZ
Züchterin: Gwendoline Kinsella
Besitzer: Mann Chris
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 71,43% - M: 69,05% - E: 71,19%
HERAKLES und Lara de Liedekerke-Meier (BEL - 4. mit 29,80 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 26,90)
*2020, Hannoveraner-Wallach von HERALD 3 aus der CIBELES von CHECK IN x RAMIRO'S SON II
Züchterin: Cristina Sendagorta, Spanien
Besitzer: Santillana Paddocks S. L.
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 70,95% - M: 67,38% - E: 72,38%
DIACONTINA C&T Z und Jarno Verwimp (BEL - 5. mit 30,90 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 27,90)
*2020, ZANG-Stute von DIACONTINUS aus der BIEKE VAN'T BOSCHVELD von CODEX x CAMUS
Züchter: T. van der Plas und C. Kreutziger
Besitzer: Jarno Verwimp
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 70,48% - M: 66,9% - E: 70%
KOSMIC D ELBE und Robin Godel (SUI - 5. mit 30,90 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 30)
*2020, SF-Wallach von CONTENDRO H aus der SKALIA DE LOJOU von CALETTO III x GALOUBET A
Züchter: Georges Dufossez
Besitzer: Nicolas Caron
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 69,76% - M: 68,33% - E: 69,29
LOCKED IN K und Mikko Moisala (FIN - 20. mit 34,30 Punkten / 2*-Best vor Le Lion = 27,30)
*2020, Hannoveraner-Wallach von KARAJAN aus der CALANDRA von CONTENDRO I x LANDADEL
Züchter: Thomas Ahrens
Besitzer: Katri Moisala und Vetrico Oy
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 64,52% - M: 66,9% - E: 65,71%
Damit ist dieser Teil des Championats bereits Geschichte. Morgen ab 10 Uhr geht es auf die 4.560 Meter lange Crossstrecke, die im besten Fall nach 8:47 Minuten (520 Meter pro Minute) fehlerfrei im Ziel endet.
Das sagen die deutschen Teilnehmer zum von Pierre Michelet gebauten Geländekurs:
Ann-Catrin Bierlein: „Es ist wie immer schön hier. Es läuft sich so, dass alles sehr klar ist - aber man darf es hier nie unterschätzen, auch weil morgen ja extrem viel los sein wird und die ganze Woche für die Pferde schon sehr aufregend ist. Es sing genug Sachen im Kurs, wo man ihnen auch helfen muss. Wenn man alles richtig gemacht hat, kommen die beiden Schnecken hinter dem Dach nach dem achten Minutenpunkt und die stehen relativ weit, da muss man schon den Kopf oben halten und ein bisschen mehr da sein. Schon beim ersten Sprung muss man aufpassen, dass man gut aus der Startbox kommt und muss den Pferden auch sagen, jetzt ist Gelände, auch wenn da tausend Zuschauer stehen und klatschen. Mein Pferd ist in der Vorbereitung in Langenhagen, das war nicht leicht, und Arville, das war schwer und hügelig, gelaufen und hat beides sehr leichtfertig gemeistert und sie ist ja auch sehr kooperativ. Die sechsjährigen sind ja jetzt noch keine lange Prüfung gelaufen, da muss man auch mal gucken, wie machen sie bestimmte Sachen nach der siebten oder achten Minute, die sie ja hier zum ersten Mal haben, man muss das Ganze schon als eine Challenge ansehen.“
Andreas Dibowski: „Es ist ein tolle Jungpferde-Prüfung. Es wir alles abgefragt, aber alles soft und nachvollziehbar von den Distanzen und alle Aufgaben sind klar definiert. Der Kurs hat tolle Galoppstrecken, wir haben jetzt fast neun Minuten mit zwanzig Sprüngen - die haben wir beim Bundeschampionat in vier Minuten. Das ist so, wie man sich das wünscht, lange Galoppstrecken und man freut sich, da am Samstag rüber zu reiten. Le Lion ist gerade für die Zukunftspferde unheimlich wichtig, aber es muss jetzt nicht die höchst selektive Prüfung sein, sondern die ganze Kulisse, das Publikum und die lange Distanz, das ist eigentlich schon genug, was den jungen Pferden da abverlangt wird.“
Sven Lux: „Es ist auf jeden Fall anspruchsvoll und für die sechsjährigen schon sehr lang. Die Kombination aus der Länge und den Anforderungen an den Hindernissen ist schon nicht zu unterschätzen. Es ist ein sehr fairer Kurs, die Aufgaben sind sehr klar definiert, alles baut schön aufeinander auf und Pferde können sehr schön in den Rhythmus kommen. Hier und da ist schon mal eine Distanz etwas länger, aber alles ist klar erkennbar. Man weiß, dass man da ein bisschen mehr reiten muss, etwas mehr anfassen muss.“
Alle Ergebnisse hat Worldsporttiming:
https://results.worldsporttiming.com/2026/mondial-du-lion
Sie haben das Ende der aktuellen Berichterstattung erreicht - danke für Ihr Interesse!
