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14.10.2026 - KK
LL26 - Die Klasse 2022
Heute beginnt in Le Lion-d’Angers die Jubiläumsedition „40 Jahre Mondial du Lion“ der Weltmeisterschaft der Jungen Vielseitigkeitspferde mit der Verfassungsprüfung für die 2019 geborenen Aspiranten; die sechsjährigen Pferde traben morgen vor. Wie schon in den letzten Jahren soll es auch heute einen Rückblick auf die 7-jährigen Le Lion-Teilnehmer geben, die hier in 2022 am Start waren. Was ist aus LAGONA OLD und Co. geworden, wie haben sie sich entwickelt und wie ging es weiter mit ihren Karrieren?
Zum Auftakt dieses Berichtes seien die Augen noch einmal auf die Weltmeisterschaft in Aachen gerichtet: Mit DENIM (7. in Le Lion, 27. in Aachen mit Phillip Dutton / USA) und ROYAL ENCOUNTER - (31. in Le Lion, 42. in Aachen mit Marcio Carvalho Jorge / BRA) haben zwei aus der Klasse 2022 erst elfjährig dieses Championat erfolgreich beendet, HSH BLAKE (10. in Le Lion) hat unterwegs seine Reiterin Caroline Pamukcu ‚verloren‘, FIGARO FONROY (14. in Le Lion - jeweils mit Benjamin Massie / FRA) hatte im Gelände einen ‚FOF‘.
Mehr als ein Drittel der diesjährigen Aachen-Starter (30 von 88) war siebenjährig in Le Lion am Start, 18 von ihnen absolvierten die Nachwuchs-WM innerhalb der Top-20. ALERTAMALIB'OR (Astier Nicolas), der Sieger aus 2017 war in der Soers 8. geworden. Mit ihm zusammen war die halbe Aachen-Top-10 bereits siebenjährig in Le Lion erfolgreich: Der neue Weltmeister FISCHERCHIPMUNK FRH (jetzt Michael Jung) hatte im Cross einen Stopp und wurde mit Julia Krajewski 29., der Vize-Weltmeister LORDSHIPS GRAFFALO (jetzt Ros Canter) beendete als 8. mit Tom McEwen. In Aachen 6. und 4. in Le Lion waren VASSILY DE LASSOS und Andrew Hoy (dazu gesellt sich der sechste Le Lion-Platz im jüngeren Jahrgang). Der in Aachen von Tom McEwen auf den 7. Rang gerittene JL DUBLIN war 5. in Le Lion mit Nicola Wilson.
Insgesamt waren in Aachen 13 Le Lion-Top-10-Absolventen am Start. Zu diesem exklusiven Lot gehören auch noch:
KIARADO D'ARVILLE 2. (und 35. 6-jährig) mit Lara de Liedekerke-Meier
DIABOLO MENTHE 3. mit Nicolas Touzaint
LEIPHEIMER VAN‘T VERAHOF 4. mit Karin Donckers
BOX LEO 5. mit Ludwig Svennerstal (in Aachen von Frida Andersen geritten)
VINCI DE LA VIGNE 5. mit Astier Nicolas (in Aachen unter Kento Nagura)
CROSSBORDER RADAR LOVE 8. (und 15. 6-jährig) mit Merel Blom-Hulsman (in Aachen mit Sterre van Houte)
MGH ZABAIONE 9. mit Padraig McCarthy
Der große Star in 2022 war ganz eindeutig LAGONA OLD. Die beim OS-Verband eingetragene LAVAGON-Tochter hatte bereits ein Jahr zuvor nach dem 8. Platz beim Bundeschampionat die Le Lion-Konkurrenz sehr deutlich dominiert, als sie mit den 25,80 Punkten als Dressurbeste die WM mit diesem Ergebnis beendete und erstmals Weltmeisterin wurde.
Weltmeisterin der Jungen Vielseitigkeitspferde (7-jährig) in Le Lion-d’Angers 2022:
LAGONA OLD mit Anna Lena Schaaf
*2015, OS-Stute von LAVAGON aus der ILE DE CARTANIA von CARTANI
Züchter: Theodor Sporkmann
Besitzerin in Le Lion: Anna Lena Schaaf, heute: Ronald Zabala Götschel
Ihre Reiterin, Anna Lena Schaaf, erinnert sich an die frühen Jahre: „Sie kam vierjährig zu mir in den Stall, eigentlich so ein bisschen per Zufall. Der Züchter hatte sie vorher woanders stehen und die hatten ein Paar Probleme mit ihr bekommen, weil sie so ein bisschen stutig wurde. Der Züchter hatte bei uns ein Pony gekauft und daher kam der Kontakt. Der vorherige Reiter meinte, vielleicht sei sie ja auch ein Buschpferd, weil sie ein bisschen spritziger ist und sich auch gut bewegt. Dann war sie bei mir am Anfang allerdings auch ein bisschen stutig und allgemein so ein bisschen sensibel. Das hat sich aber sehr, sehr schnell gelegt. Sie hatte dann zwar immer mal so Phasen, wo es in die alte Zeit zurückging, wo sie in alte Muster verfallen ist, aber im Großen und Ganzen war sie immer ein sehr braves und lernwilliges Pferd.“
LAGONA 2020
„Fünfjährig habe ich sie dann gekauft, aber im Laufe des Jahres schon überlegt, sie wieder zu verkaufen. Sie hatte sehr, sehr viel Herz, aber ich hatte den Eindruck, dass ihr Vermögen für Vier-Sterne begrenzt war und man kann ein Pferd ja nicht immer am Limit reiten. Das war dann auch ein bisschen, was am Ende mit reingespielt hat - neben dem, dass man auch irgendwann nicht mehr nein sagen
kann und ich ja nun mal auch davon leben muss, auch mal ein Pferd zu verkaufen. Tatsächlich kam dann fünfjährig erstmal kein Angebot, ich hab’s aber auch nicht darauf angelegt, weil ich fand, beim Bundeschampionat vor der großen Kulisse war sie irgendwie anders. Man hat gemerkt, sie genießt das und gibt sich sehr viel Mühe und sie geht da so ein bisschen auf in dem Ganzen. Sie hat immer unheimlich viel Lernbereitschaft gezeigt und am Ende hat sie in der Dressur, im Springen und im Gelände jeden Fuß so gesetzt, wie ich es wollte. Ich guck‘ mir heute noch manche Geländerunde an und denke immer ‚mein Gott‘, auch wie das Ohrenspiel zwischendurch so war, dass sie immer wieder nach hinten geguckt hat. Auch dieses intelligente, dass sie alles richtig zuordnet und auch sehr schnell zuordnen konnte.“
LAGONA allgemein
„Was bei LENE, vor allem sechsjährig, siebenjährig auch noch, auch fünfjährig beim Bundeschampionat, der große Vorteil war, war, dass sie gefühlt vom Ausbildungsstand immer einen Monat vor allen anderen Pferden war. Sie war ja ein sehr kompaktes Pferd, auch nicht zu groß, da haben an sich im Körper alle Proportionen gestimmt und deshalb stand ihr nicht viel im Weg. Und dazu kam ihre Lernbereitschaft und deswegen hatte ich immer das Gefühl, sie war nicht unbedingt das beste Pferd von der Qualität her, aber sie war halt einfach immer schon einen Ticken weiter. Sie stand immer geschlossen, sie war immer gut in der Anlehnung und das halt auch schon fünf- und sechsjährig. In den Geländedressuren geht es ja auch viel um Genauigkeit, und genau darauf konnten wir uns dann schon konzentrieren.
LAGONA 2021
„Sechsjährig ist sie mit Geländepferdeprüfungen gestartet und dann sofort Zwei-Sterne-Prüfungen gegangen, es gab da ja noch keine Intros. Ich weiß wirklich nicht mehr, wann sie das erste Mal international gestartet ist, ich hab‘ keine Erinnerung wann das war [Ende Mai in Arville]. Ich weiß nur, dass sie einmal einen Steher hatte in Westerstede [Juni] hatte, was mich dann ziemlich wachgerüttelt hat, weil halt vorher immer alles sehr, sehr gut funktioniert hat und immer alles rund lief. Das weiß ich genau, wir hatten da eine 16er Dressur und waren auf einem Höhenflug und der Wachrüttler kam da vielleicht ganz passend. Im Winter hatten wir schon gedacht, sie sei ein Pferd für Le Lion. Sie ging da schon eine gute Dressur, das ist für die sechsjährigen ja auch schon wichtig und sie springt auch am letzten Tag noch entscheidend vorsichtig. Aber bei den Sechsjährigen ist es immer eine Überraschungstüte, wie sie auf die Atmosphäre reagieren. Dass sie aber so gut darauf reagiert, so abgeklärt ist, hätte ich niemals gedacht. Vielleicht hatten wir auch mit unserem frühen Startplatz einfach Glück, da waren im Gelände noch nicht so viele Leute da.“
LAGONA 2022
„Als siebenjährige hat sie mich allgemein positiv überrascht. Da habe ich die ganze Zeit überlegt, sie auf jeden Fall zu behalten, vielleicht ist sie doch ein Pferd für mehr. Vor allem habe ich das nach Le Lion gesagt, weil sie einfach so einen Kampfgeist bewiesen hat, den ich so noch bei keinem Pferd gespürt habe. So eine Intelligenz, so ein Kampfgeist, auch so ein bisschen mitzudenken, so ein bisschen selber hinzugucken, das hat sich durch die ganze Saison durchgezogen. Alle haben gesagt, für die erste Drei-Sterne kann man gut nach Baborowko fahren, da ist es nicht so schwer. Da kam ich da mit zwei Pferden an, die das erste Mal Drei-Sterne gehen sollten und dachte nach der Geländebesichtigung, ich kann nach der Dressur wieder nach Hause fahren, weil es so schwer war. Dann hat sie das aber abgespult, als hätte sie das schon drei Mal gemacht. Und da hat man schon das Gefühl, OK, wenn das Pferd so mitdenkt und so mit dabei ist, dann geht das auf jeden Fall weiter und so hat sich das durch die ganze Saison durchgezogen. Vor Le Lion hatte ich eine Phase, in der ich mit ihr sehr schlecht Springen geritten bin, aber nur mit ihr - und ich wusste nicht, warum. Das war auch im Training so. Es war jetzt keine Katastrophe, aber es war immer ein Sprung drin, bei dem ich dachte, den wollte ich jetzt so nicht. Ich wusste beim besten Willen nicht, woran das liegt. Sie hatte ja sieben Prüfungen, die sie hintereinander gewonnen hatte und in der achten in Strzegom lag sie vorne und ich habe das Springen so scheiße geritten, dass sie zwei Fehler hatte, weil sie es nicht mehr ausgleichen konnte. Da hatte ich wirklich überlegt, doch nicht nach Le Lion zu fahren, weil ich mir selber auch so ein bisschen Druck gemacht hatte, so nach dem Motto, sechsjährig warst du gut und jetzt hatte ich echt Respekt davor. Ich hatte echt Angst, nachher als erste, zweite, dritte nach dem Gelände oder so in das Springen reite und das verhaue und mir dann selber Vorwürfe mache. Alle haben aber dann gesagt, ich solle trotzdem fahren und ich hab’s dann ja auch gemacht.“
LAGONA 2022 - Le Lion
Die Frage im Vorfeld war, ob LAGONA OLD nach TENAREZE (Thomas Carlile) 2013/2014 der nächste Doppelchampion werden könne. Sie hatte zwischen Juli 2021 und August 2022 sieben internationale 2*- und 3*-Prüfungen ununterbrochen gewonnen und war mit zwei weiteren Top-10-Resultaten in der Tasche nach Frankreich aufgebrochen.
Anna Lena: „Mit Marcus [Döring] habe ich am ersten Tag auf der Tribüne gestanden und da waren schon 22er Dressuren dabei und er meinte, ‚du reitest einfach morgen 18 und dann ist das auch kein Problem‘. Ja, ja, genau, war da meine Reaktion. Ich weiß auch, dass sie bei der ersten Familiarization am Mittwoch sehr nervös im Stadion war, wahrscheinlich wegen der Siegerehrung im Jahr davor. So nervös hatte ich sie vorher noch nie erlebt, da war sie echt kribbelig. Aber das war bei dem Pferd irgendwie faszinierend, am Freitag wusste sie genau, es kommt jetzt darauf an und jetzt wird das abgespult, was wir geübt haben, es wird sich konzentriert und das habe ich in allen drei Teilprüfungen gespürt. Das Gelände siebenjährig fand ich sehr schwer. Ich kam sehr groß in die schrägen Hecken rein, wo sie hinten heraus einen mehr gemacht hat - und gerade in der Kombination habe ich für mich entschieden, vielleicht ist sie doch ein Pferd für mehr. Ganz oft habe ich mir schon dieses Geländevideo angeschaut, wo ich genau nach diesen Hecken einfach nur noch lache. Danach habe ich für mich reflektiert, dass sie da einfach den Mut hatte, loszuspringen und auf der Linie zu bleiben und das durchzuziehen und einfach selber ein bisschen die Initiative ergriffen hat.“
Sie haben es dann wirklich so umgesetzt: Mit nur 18,60 Punkten standen sie am Freitagabend in der Ergebnisliste ganz vorne - und das mit über drei Punkten Vorsprung! Die Bestzeit im Cross war mit 9:10 Minuten vorgegeben, das erste Mal seit Le Lion, dass LAGONA in einer langen Prüfung gestartet wurde. Ob Anna Lena ihr lachendes Gesicht bis ins Ziel beibehalten hat, ist nicht überliefert, allerdings schon, dass sie bereits nach 9:02 Minuten die Uhr stoppen konnte. Ebenso flott ging es am Sonntag zu: Statt der erlaubten 70 Parcourssekunden benötigte das Paar aus Warendorf lediglich derer 66. Alle Stangen waren zu diesem Zeitpunkt noch in den Auflagen und sie konnten den zweiten Weltmeistertitel feiern.
LAGONA als Doppel-Weltmeisterin
„Nach Le Lion kamen dann sehr viele Angebote und da waren ein paar dabei, wo ich echt überlegt habe. Aber nach den Erfahrungen dort im Gelände, auch an der Kombination, wollte ich sie dann doch noch behalten. In der Saison danach bin ich Vier-Sterne geritten und Wiesbaden war super. Danach habe ich Strzegom im Gelände aufgehört, weil sie unglücklich in eine Ecke reingekommen ist. Für mich habe ich dann so überlegt, vielleicht ist das doch ihr Limit. Vielleicht muss man solche Sachen dann doch so krass genau reiten, dass es auch in einer schweren Vier-Sterne gehen kann. Danach bin ich mit meiner Fuchsstute Boekelo geritten und habe gesehen, wie die richtigen Vier-Sterne-Kurse aussehen. Da war ich wieder dann wieder bei LENE und habe gedacht, dieses Pferd hat so viel für mich gemacht und es wäre unfair gewesen, vielleicht wäre es auch irgendwann schief gegangen, wenn man immer ans Limit gegangen wäre.“
LAGONA - der Abschied
Noch einmal der Anna Lena-O-Ton: „Und dann kam das Angebot - und bei der Summe hätte ich auch vorher nicht nein gesagt. Das ging dann auch alles ganz schnell. Ich wurde Samstagabend von einem Vermittler angerufen, am Sonntag habe ich mit dem heutigen Eigentümer gesprochen, am Montag kam der Tierarzt und am Dienstag war sie schon umgeschrieben. Er hat das Pferd nicht einmal ausprobiert. Danach war sie noch einen Monat bei uns und am Tag, als sie abgeholt wurde, war ich nicht ansprechbar, das war eigentlich der schlimmste Tag. Er hat ja noch ein paar Turniere mit ihr geritten, jetzt hat sie über Embryotransfer ein Fohlen von VITALIS und ist von einem Dressurhengst wieder neu besamt. Er hatte mir beim Kauf schon gesagt, dass er Pferde nicht wieder verkauft und sie bei ihm alt werden. Er konnte sich da schon vorstellen, da LENE ja ein Stute mir sehr guten Grundgangarten war, mit ihr Dressurpferde zu züchten. Ich hoffe, dass sie jetzt in Wellington auf irgendwelchen grünen Wiesen in der Sonne steht und ihr Leben genießt.“
Mit dem insgesamt 9. internationalen Sieg endete im Oktober 2023 die gemeinsame Turnierreise von LAGONA OLD und Anna Lena Schaaf. Mitte Januar 2024 folgte der Wechsel zu Ronald Zabala Götschel, der mit ihr im März in einer Intro-Prüfung in Montelibretti debütierte. In der Saison folgten vier 3*-Prüfungen, für 2025 ist ein einziger internationaler Start in Fairburn bei der FEI verzeichnet und sie setzt ihre Karriere nun als Zuchtstute fort.
LAGONA in Le Lion in der Dressur, …
… im Gelände …
… und im Parcours
Nach der Dressur führte das Leaderboard drei deutsche Paare auf den Spitzenpositionen: CHINTONIC / Julia Krajewski waren zu diesem Zeitpunkt 2., RIS DE TALM / Antonia Baumgart 3. (zusammen mit ROSCONNELL ALTO / Ian Cassels).
6. in Le Lion-d’Angers 2022, hier unterwegs beim Bundeschampionat 2021:
CHINTONIC 3 und Julia Krajewski
*2015, Hannoveraner-Wallach von CONTENDRO I aus der HAVANNA von HERALDIK xx x HOHENSTEIN
Züchter: Wolfgang Lutz
Besitzer in Le Lion: Wilhelm Dumrath, Friederike Plagmann und Julia Krajewski, heute: Olivia Pratt
CHINTONIC und Julia Krajewski
„Den haben wir als Fohlen schon gekauft“ berichtete Julia Krajewski über den frühen Beginn ihrer Verbindung zu CHINTONIC. „Mit fünf Leuten haben wir ihn auf der Fohlenauktion in Hannover gekauft, weil es der Vollbruder von CHIMPMUNK war.“ Sie beschreibt ihn als „feines Pferd“, bei dem am Ende der Partnerschaft wirtschaftliche Gründe standen: „Von seinem Verkauf habe ich dann meinen Sprinter kaufen können. Es bleibt nicht aus, geht auch nicht anders, sonst kann ich mir den Sport nicht leisten.“
„Ihn hat zunächst eine Familie aus Amerika für ihre Tochter gekauft, die dann aber mit dem Reiten aufgehört hat. Jetzt geht er unter einer Nachwuchsreiterin und das klappt sehr gut. Die sind ganz glücklich, ist am letzten Wochenende noch national geritten. Sie reitet Junioren/Junge Reiter-Level und es ist schön, wenn man da immer noch so ein bisschen Kontakt hält. Ich freue mich immer, wenn es mit den Pferden gut weitergeht.“
Ein unplatzierter Start in einer Eignungsprüfung mit Gelände ist bei der FN für 2019 gespeichert, der erste Sieg in einer Geländepferdeprüfung datiert aus Juni 2020. Ein zweiter folgte Ende August in der Finalqualifikation des Bundeschampionats. Am Samstagabend rangierte CHINTONIC nach der Dressurpferde- und Springpferdeprüfung im Mittelfeld, ehe er sich mit der zweibesten
Geländeleistung am Sonntag bis auf den fünften Platz vorschieben konnte.
Julia: „Die Besitzergruppen haben natürlich immer gerne das eine oder andere Highlight im Jahr und bei ihm haben wir früh gesagt, wenn er das anbietet und ich der Meinung bin, dass es eine gute Idee ist, dann sollen wir das ruhig machen.“ Das Jahr der ersten Le Lion-Reise startete mit Siegen in Springpferde- und Geländepferdeprüfungen der Klasse L und Starts in M-Springpferdeprüfungen. Nach zwei Platzierungen in Intro-Prüfungen gelang Anfang Juni der erste internationale Sieg in einer 2*-Prüfung in Westerstede. Über die Stationen Langenhagen und Bad Segeberg ging es zur WM-Premiere. Nach dem vierten Rang in der Dressur folgte eine Doppel-Null-Runde durch das Gelände, ein Abwurf im Parcours brachte in der Endabrechnung den fünften Platz ein.
Die Saison 2026 begann mit zwei 2*-Platzierungen in Radolfzell und Marbach sowie bereits Ende Mai dem ersten 3*-Start in Baborowko. Mit der Empfehlung des 2*-Sieges in Lignières Ende September ging es drei Wochen später erneut nach Frankreich.
Julias Erinnerung: „Beim ersten Auftritt in Le Lion war CHINTONIC tatsächlich etwas unbeeindruckt und hat das alles so mitgenommen. Als ich dann siebenjährig bei der Familiarization war, war er auf einmal sehr nervös, weil er sich daran erinnert hatte, dass da im vergangenen Jahr auch die Siegerehrung war. Es hat sich dann an dem Abend auch nicht mehr viel gebessert, aber da hat sich gezeigt, dass er ein sehr liebes und leistungsbereites Pferd ist und am nächsten Tag bei der Dressur war er ganz entspannt.“ So entspannt, dass er nach zwei Dressurtagen lediglich LAGONA vor sich hatte.
„Am Samstag war er top. Im Ziel war ich wieder mal den Tränen nahe, weil er es so gut gemacht hat. Sehr, sehr ehrlich, ist losgesprungen, wollte immer zwischen den Flaggen durch und hat dort eine super Runde geliefert“ strahlten die Augen auch vier Jahre danach noch. Wie schon im Vorjahr rollte am Sonntag eine Stange aus den Auflagen und CHINTONIC beendete die WM mit dem 6. Platz und gehörte wie im Vorjahr zu den besten Nachwuchs-Vielseitigkeitspferden.
Julias Rückschau: „Genau wie CHIPMUNK war CHINTONIC von Anfang an ein sehr, sehr leistungsbereites, williges, positives Pferd. Er war sehr vertrauensvoll, was ja nicht jedes junges Pferd so mitbringt. Man konnte mit ihm immer alles angehen. Er war immer erstmal dafür, macht erstmal und das macht die Ausbildung angenehm und so etwas wie Le Lion eher mal möglich, weil sie da schon so etwas abgeklärt rangehen müssen. Nicht jedes Pferd ist so früh in der Lage, das mit allen Eindrücken abzuwickeln. Er hat immer erst sein Herz vorausgeworfen und ist dann hinterhergesprungen. Er hat natürlich gut Blut, ist ein grundfittes Pferd, er konnte immer schon galoppieren und rennen. Das braucht man auch, gerade siebenjährig. Man kann ein zehnjähriges Pferd ja schon einige Jahre trainiert haben und das eine oder andere Defizit sozusagen wegtrainiert haben, aber so sechs-, siebenjährig ist das viel von dem, was sie von Haus aus mitbringen. Für so einen siebenjährigen Le Lion-Kurs machen sie im Training deutlich mehr, als beispielsweise für eine Drei-Sterne-lang in Luhmühlen oder Strzegom. Das ist schon ein ganzer Schlag mehr konditionell. Aber auch da ist natürlich wichtig, dass man das Gefühl hat, das Pferd bringt das so ein bisschen von Haus aus mit, weil man einfach nicht die Jahre hat, dieses anzutrainieren. Da sieht man die Pferde schon sehr naturbelassen, auch am Sonntag. Entweder springen sie grundsätzlich gut oder man kriegt dann doch eher nochmal einen Fehler mehr, einfach deshalb, weil sie das noch nicht so kennen, am Sonntag zu springen. Es ist so ein bisschen wie beim Bundeschampionat, da kommt die ursprüngliche Qualität durch, die Jahre danach kann man natürlich viel üben, auch Schwächen ausbessern. Man muss für Le Lion eigentlich schon sehr früh der Meinung sein, sie können das relativ easy absolvieren, dann haben sie auch gute Chancen. Wenn man ein paar Mal in dem Jahr schon Probleme hatte, dann lässt man es besser. Und wenn die siebenjährigen da gut laufen, dann kann man auch recht zeitnah Vier-Sterne reiten.
Fehlt noch der Vergleich: „Von der Herangehensweise waren sich beide Brüder schon sehr ähnlich, CHIPMUNK fiel es vielleicht etwas leichter, weil er das rahmigere Pferd war.“
Nach dem Flaggenwechsel im Anschluss an das Le Lion-Championat hatte CHINTONIC in Amerika in 2023 nur einen internationalen Start, verlor dabei aber unterwegs seinen Reiter Sydney Elliot. In 2024 holte das Paar Top-Platzierungen auf 2*- und 3*-Niveau, ehe es 2025 eine internationale Pause gab. Seit Mai 2026 ist der Wallach im Besitz der 18-jährigen Olivia Pratt. Ein erster Intro-Start erfolgte Ende Juni, national haben die beiden Ende September ihren zweiten gemeinsamen Sieg feiern können.
CHINTONIC in Le Lion in der Dressur, …
… im Gelände …
… und im Parcours
9. in Le Lion-d’Angers 2022, hier zu sehen in Boekelo 2026:
RIS DE TALM und Antonia Baumgart
*2015, Holsteiner Wallach von ADAGIO DE TALMA aus der RAISA von CARVALLO BB x LINARO
Züchter: Hans-Niko Höck, Großsolt
Besitzer: Antonia & Dietrich Baumgart
RIS DE TALM und Antonia Baumgart
Am Sonntag vor dem Springen in Boekelo war Zeit, um mit Antonia Baumgart über den gemeinsamen Werdegang mit RIS DE TALM zu sprechen:
„Wir waren mit Julia Krajewski, meiner Mentorin und Trainerin, bei Elmar Lesch und haben verschiedene Auktionspferde ausprobiert und als er in die Halle kam, habe ich mich sofort in ihn verliebt. Er war schon direkt eine richtige Erscheinung, das war schon richtig cool. Wir waren uns aber nicht ganz sicher, ob er vielleicht ein bisschen zu groß und zu stark für mich sein würde. Es zeigte sich aber schon damals, dass er sehr viel Potential hatte und dann hat uns auch Julia zu dem Pferd geraten, weil er so gut zu mir passte.“
Vor der Aufnahme ins Auktionslot war RIS DE TALM mit Paolo Mario de Simone und Elmar Lesch in Geländepferde- und Springpferdeprüfungen der Klassen A und L platziert, seit 2021 hat nun Antonia die Zügel fest in der Hand. Im ersten gemeinsamen Jahr platzierte sich das Paar in L-Geländepferdeprüfungen, nahm am Bundeschampionat in Warendorf teil. Antonia: „Grundsätzlich ist er kein typischer, klassischer Bundeschampionatstyp, aber er war dort
schön zu reiten und hat viel gelernt. International sicherten sie sich die ersten Intro-Platzierungen und absolvierten zwei CCI-2*-S mit Geländerunden ohne Hindernisfehler: „Da gab es schon die ersten Anzeichen, dass er auf jeden Fall eine richtige Geländemaschine ist.“
Der gute Auftakt der Saison 2022 wurde direkt mit Zwei-Sterne-Platzierungen in Radolfzell und Marbach belohnt, im Juni folgte ein zweiter Platz beim CCI-2*-L in Strzegom. Mit dem fünften Platz in Arville Mitte August gelang ein Top-Ergebnis gleich zur Premiere auf dem 3*-Level: „Er ging da richtig, richtig gut, richtig super, hatte direkt die Quali für Le Lion und wir haben uns da entschieden, zur Weltmeisterschaft zu fahren.“
Und dann startete das Frankreich-Abenteuer mit einer phänomenalen Dressur: „Wir hatten es einfach gut vorbereitet, wir haben sehr intensiv mit Julia trainiert und hatten das Pferd wirklich perfekt auf den Punkt vorbereitet und deshalb hat alles so gut geklappt. Danach hatten wir es etwas schwieriger, aber so langsam kommt er wieder in die Richtung, dass die 22 Punkte irgendwann auch mal in einer Vier-Sterne kommen.“
Vom dritten Platz aus ging es am Samstag auf die XC-Runde. Antonia erinnert sich: „Es war ein unheimlich schwieriges, intensives Gelände mit ganz, ganz vielen verschiedenen Aspekten und er hat mir bei ganz vielen Punkten gezeigt, dass er wirklich ein Geländepferd ist. Er war unheimlich ehrlich, unheimlich mutig und wollte alles mitziehen. Es war richtig schön zu fühlen, dass man so ein tolles und extremes Nachwuchspferd hat. Als ich durch das Herz [letztes Hindernis] gesprungen bin, hat es richtig Spaß gemacht, da ist mir förmlich das Herz aufgegangen. Das war wirklich ganz große Klasse, richtig schön.“ Lediglich 0,80 Punkte für zwei Extrasekunden wurde dem Dressurresultat addiert, vom 4. Platz aus ging es in das Abschlussspringen.
„Sonntag war es auch sehr schön. Ich erinnere mich noch, dass es sehr viel geregnet hat. Einen Fehler hatten wir im Parcours, was am Ende den neunten Platz bedeutete und Top-10 bei den Weltmeisterschaften der Jungen Pferde ist wirklich ein phänomenales Ergebnis, viel besser, als ich eigentlich erwartet hatte. Das war wirklich genial.“
In 2023 folgten weitere Platzierungen auf 3*-Niveau und im September das Vier-Sterne-Debüt in Strzegom, nahezu parallel verlief die Saison 2024, ehe Anfang 2025 die erste 4*-Ehrenrunde galoppiert wurde. Es folgten zwei 3*-Siege und der sechste Platz der Deutschen Meisterschaft in Luhmühlen. Antonia: „Bei den ersten Vier-Sterne-Prüfungen war für ihn alles nicht ganz so einfach, aber er hat sich von Turnier zu Turnier weiter entwickelt und die Deutsche Meisterschaft und auch Aachen im letzten Jahr und der Nationenpreis in Avenches in diesem Jahr, das waren schon Meilensteine für uns. Jetzt fügt sich alle so zusammen und das freut mich echt richtig doll.“ Mit dem zweiten Platz im CCI-4*-L in Baborowko hatten sie Anfang der Saison die formale WM-Qualifikation für Aachen gelöst, wurden zunächst auf der Long-, später auch auf der Short-List geführt und hätten fast noch den Sprung in den deutschen Kader geschafft.
Auffällig war, dass RIS DE TALM erst 11-jährig in seiner ersten langen Vier-Sterne-Prüfung an den Start ging: „Der Verzicht war ganz bewusst, da er zwar eine unheimliche Geländemaschine war, aber er war körperlich noch ein bisschen schwach und wir mussten ihn erst noch etwas mehr aufbauen. Daher hat das in den Jahren noch nicht gepasst und ich habe es pro Pferd entschieden. Fast hätte es in Boekelo die zweite Vier-Sterne-lang-Platzierung gegeben. In der Dressur (27,50 Punkte) und im Gelände (fehlerfrei an den Hindernissen, lediglich acht Extra-Sekunden) hatte das Paar aus Warendorf hervorragend abgeliefert und ging vom 17. Platz (unter 95 Startern) in den Sonntag. „Vom Start bis zur Ziellinie hat er mir ein unheimlich sicheres Gefühl gegeben. Er liebt einfach diese Crowd, das ist wirklich krass, das war auch schon in Aachen so. Da wird er unheimlich groß und will sich unheimlich gut zeigen. Alles ließ sich so einfach reiten, dass hat sich am Ende angefühlt wie ein E-Geländeritt, weil er es mir so unheimlich leicht gemacht hat, er hat nirgendwo irgendetwas infrage gestellt.“ Im Parcours verhinderten allerdings drei Abwürfe ein weiteres Spitzenresultat.
Antonias Blick in die Zukunft: „Unser Turnierplan für 2027 richtet sich bestimmt nach den Sichtungswegen für die Europameisterschaft. Die Euro ist schon ein großes Ziel und es wäre auch eine große Freude. Aber wir gehen erstmal von Turnier zu Turnier, wollen uns da gut zeigen. Ich bin gespannt und er ist einfach super drauf, er gibt mir so ein gutes Gefühl, dass es vielleicht eventuell passieren könnte. Insgesamt ist da vieles, was noch kommen könnte. Unheimlich gerne würde ich mit ihm mal Fünf-Sterne reiten, da ist er geländetechnisch auf jeden Fall für ausgelegt. Wir fangen gerade erst an, im Seniorenlager so richtig Fuß zu fassen. Mit meinem Team und meinen Trainern bin ich sehr gut aufgestellt und freue mich darauf, diesen Weg jetzt so richtig anzugehen.“
Was ist mit den Big-B‘s? „Das auf jeden Fall. Ich glaube, er ist ein unheimlich cooles Pferd für Badminton. Das ist auf jeden Fall auf der Bucket-List, da würde ich mich richtig, richtig freuen - aber das sicherlich nicht im nächsten Jahr, sondern in ein paar Jahren.“
RIS DE TALM in Le Lion in der Dressur, …
… im Gelände …
… und im Parcours
Das sehr erfolgreiche deutsche Le Lion-Quartett in dem Jahr vervollständigten VERY SPECIAL und Schäfer-Gehrau
21. in Le Lion-d’Angers 2022, hier auf dem Weg in die Boekelo-Top-10 2026:
VERY SPECIAL und Brandon Schäfer-Gehrau
*2015, Hannoveraner-Stute von VISCOUNT aus der NOVA EH von NOBRE xx x FABRIANO
Züchterin: Ulrike Edel-Heidhues, Bad Harzburg
Besitzerin: Dagmar Schäfer-Gehrau
Brandon: „Ich habe VERY SPECIAL bei Elmar Lesch gefunden, bei dem ich mich eigentlich für ein anderes Pferd interessiert hatte. was aber nicht passte. Elmar meinte dann, er hätte noch eine vierjährige Stute - und da ich sowieso schon da war, haben wir uns das Pferd auch angeschaut. Schon beim ersten Blick hat nicht irgendetwas wirklich gegen sie gesprochen. Sie stand gut da, sie war noch jung, hatte wohl gerade die ersten Sprünge gemacht, wohl auch die ersten Geländesprünge, war aber noch auf keinem Turnier gewesen. Da haben meine Mutter und ich recht schnell entschieden, noch einmal ein Pferd zusammen zu kaufen.“
„So kam sie Ende-Vierjährig zu mir, als ich noch neunzehn war und wir sind so ein bisschen den Weg zusammen gegangen. Im ersten Jahr hat sie sich nicht für das Bundeschampionat qualifiziert, es war auch nicht unbedingt unser Ziel. Sie war schon damals sehr viel mit ihrem Körper beschäftigt, das Springen war nicht ihre Stärke, weil sie neben dem Körper auch immer mit ihrem Maul beschäftigt war. In dem Jahr ist sie viel Geländepferde A und L gegangen und hat das auch immer super gemacht, hat A gewonnen und war in L platziert. Das war auch immer einfach, da war der Sprung nie das Problem. Sechsjährig ist sie das erste Mal Intro gegangen.“
Zu dem Zeitpunkt hatte die auffällige Fuchsstute die erste A**-Vielseitigkeit bereits gewonnen und sich in dem Jahr auch für das Bundeschampionat qualifiziert. Brandon erinnert sich: „Die Rittigkeit war auch zu dem Zeitpunkt noch unser größtes Problem und sie ist nicht ins Finale gekommen, aber im Kleinen Finale waren wir dann neunte und am Ende war das Wochenende gut für ihre Erfahrung. Nach dem Bundeschampionat sind wir zur Zwei-Sterne-Prüfung nach Jardy gefahren, wo sie sich mit einem zweiten Platz sogar für Le Lion qualifiziert hatte. Aber darüber hatte ich nie nachgedacht, was mich am Ende doch ein bisschen geärgert hatte. Stattdessen sind wir nach Langenhagen gefahren und haben dort die Saison beendet.“
„Anfang siebenjährig haben wir dann aber reell in Richtung Le Lion geplant. Um Routine mit der Höhe zu sammeln, ist sie in dem Jahr auch Springpferde-M gegangen. Mit unserem 2*-L-Sieg in Marbach hatten wir den ersten Teil der formalen Qualifikation für Le Lion bekommen und sind in Westerstede das erste Mal Drei-Sterne gegangen.“
„An Le Lion habe ich eigentlich nur positive Erinnerungen. Für mich war es immer schon ein Traum, da mal zu reiten. Ich wusste, man braucht tatsächlich ein besonderes Pferd dafür. Man muss sich schon sehr bewusst sein, wie viel Atmosphäre da herrscht und das man da einen braucht, der das nicht so aufnimmt.“
„In der Dressur hat sie eigentlich sehr gut losgelegt [8. mit 24,80 Punkten]. Beim Gelände für die siebenjährigen weißt du, was dich erwartet. Da musst du ein Pferd haben, bei dem du denkst, das kann auch schon Vier-Sterne gehen. Das Gelände war reell lang und sie war echt cool und ist ganz einfach in die Zeit galoppiert. Unterwegs war es gar nicht so einfach, weil sie am Ende nichts im Maul haben mag. Am liebsten geht sie mit dem Hackamore, aber damit durfte man da ja nicht reiten. Es war dann viel Beschäftigung im Maul, aber sie wollte einen guten Job machen. Das mit einem selbstausgebildeten Pferd zu schaffen, das war schon cool.“
„Das Springen war da die Disziplin, die so ein bisschen ihre Schwäche ist. Sie sprang auf dem Abreiteplatz eigentlich sehr gut, hatte dann aber im Parcours zwei Fehler. Da fehlte zum Ende des Kurses einfach die Kraft. Am Ende ist es so, wie es ist. Ich musste erst einmal schlucken und dann war ich aber doch stolz, dass das Pferd das doch so gut gemacht hat.“
Ja, das Springen in Le Lion: Zwei Abwürfe im Parcours ließen aus dem 7. Rang nach dem Gelände den 21. Platz im Gesamtklassement werden. Hätte, hätte, Fahrradkette: Ohne die Springfehler hätten die deutschen Paare vier der ersten fünf Plätze belegt.
Brandon: „Achtjährig war ich für drei Monate bei Rodolphe Scherer in Frankreich und wir konnten in Saumur die 3*-S gewinnen. Es war sehr hilfreich, mal etwas Neues zu sehen und neue Impulse zu bekommen und es war unser Plan, dass sie in dem Jahr in Richtung Vier-Sterne geht. In Arville und Strzegom haben wir das dann gemacht und sie ist beide Male mit so einem blöden Vorbeiläufer aus dem Gelände zurückgekommen, was auch meiner mangelnden Erfahrung geschuldet war.“
„Anfang 2024 hatten wir dann die Jungpferdeprüfung in Blenheim ins Auge gefasst. Sie ist dann Pfingsten das erste Mal Wiesbaden gegangen und hat in Hamm Vier-Sterne gewonnen, aber so richtig auf dem Vier-Sterne-Niveau waren wir noch nicht. In Blenheim war sie dann eigentlich auch gut, hatte aber am Wasser einen grünen Moment gehabt und große Augen bekommen. Heute muss ich sagen, dass ich danach einen Fehler gemacht habe, als wir nach Boekelo gefahren sind. Sie ist zwischen diesen beiden Prüfungen noch einmal Zwei-Sterne in Bad Segeberg gelaufen, aber die Prüfungen waren einfach zu viel Stress für das Pferd, sie hat da einfach viel abgebaut. Boekelo kam dann einfach zu früh für uns. Sie war da ein bisschen schüchtern und nach zwei Vorbeiläufern habe ich aufgehört.“
„Anfang zehnjährig waren wir einige Monate bei Julia [Krajewski] und Pietro [Roman] im Trainingslager und haben die Saison in Italien begonnen. Das war schon cool, wir haben viel mitgenommen und die Temperaturen kamen dem Pferd schon sehr gelegen, sie ist zu einhundert Prozent echt ein Sommertyp. Nicht so gut war für uns Wiesbaden, danach sind wir auf Drei-Sterne zurückgegangen und erst wieder Anfang September Vier-Sterne gestartet. Das hat uns wieder ein gutes Gefühl gegen und wir sind einen Monat später wieder in Strzegom Vier-Sterne-lang gestartet und waren da sechste.“
„In diesem Jahr hatten wir mit dem zweiten Platz in Oudkarspel einen ganz guten Start. Im Mai in Chaumont hatten wir einen sehr unschönen Sturz, der mich auch sehr viel an mentaler Herausforderung gekostet hat. Dem Pferd ist nix schlimmes passiert, aber sie brauchte auch eine kleine Pause. In Waregem hat sie danach Drei-Sterne-National gewonnen und mir ein sehr gutes Gefühl gegeben. Über Saulieu und Langenhagen sind wir dann jetzt hier in Boekelo.“
Brandon über Los Angeles: „Das ist natürlich sehr aufregend, aber auch noch sehr weit entfernt. Diese Initiative Road2LA ist super cool und hat mir die Augen geöffnet, dass man gesehen wird und die Qualität des Pferdes und eventuell auch des Reiters da ist. Ich versuche immer, es von Tag zu Tag zu sehen. Ich kenne das Pferd jetzt sehr gut, aber am Ende sind wir auf diesem Niveau immer noch sehr unerfahren. Ich glaube sehr fest an das Pferd, sie hat alle Qualität, um ein Top-Pferd zu sein, eventuell auch ein Championatspferd - aber bis man da ist, das kostet noch viel Arbeit, viel Geduld und am Ende wird man sehen, wo man hinkommt.“
VERY SPECIAL in Le Lion in der Dressur, …
… im Gelände …
… und im Parcours
Etwas aus dem 2022er Zahlenwerk:
Von den 67 Startern (2020 = 42 / 2021 = 58 / 2023 = 70 / 2024 = 64 / 2025 = 66)
haben 59 (= 88% / 2020 = 64% / 2021 = 83% / 2023 = 89% / 2025 = 76%)
die Prüfung mit einem Wertungsergebnis beendet.
Die Klasse 2022 hat bisher keinen 5*-Sieger (incl. OS & WM) hervorgebracht (2021 = 1 / 2020 = 3 / 2019 = 2). HSH BLAKE (Caroline Pamukcu / USA) und FILAO DE PERLE (Benjamin Massie / FRA) waren auf diesem Niveau bisher bereits drei Mal in den Top-10 platziert, vier weiteren gelang eines dieser Spitzenresultate, darunter SHANROE COOLEY (8. in 2022 mit Liz Hallyday), der mit Boyd Martin im Sommer 3. in Luhmühlen war. Zum Einsatz auf diesem Level kamen 13 Le Lion-Starter aus 2022.
Drei Pferde waren mindestens einmal Sieger einer 4*-L-Prüfung, sechs haben 4*-S gewonnen. Fünfzehn Pferde haben mindestens einmal die Nachwuchsprüfung in Blenheim für 8- und 9-jährige Pferde beendet, mit dem zweiten Platz von BROOKFIELD FUTURE NEWS / Tom McEwen als Bestergebnis.
WM-Auftritt in Le Lion 2022:
FIBONACCI DE LESSAC HDC mit Nicolas Touzaint
*2015, SF-Wallach von CARINJO*HDC aus der NOALY DE LESSAC von BRIGHT SILVER
Züchter: S.a.r.l. LES ECURIES DE LESSAC
Besitzer: HARAS DES COUDRETTES
Unterwegs in Boekelo 2025:
SBH BIG WALL und Izzy Taylor
*2015, ISH-Wallach von PUISSANCE aus der UNANIBEATH von COURAGE II x TREMBLANT xx
Züchter: John P. Murphy
Besitzerin: Jane Timmis
WM-Ankommer Aachen 2026:
DENIM und Phillip Dutton
*2015, Holsteiner Wallach von DINKEN aus der CELIA II von IBISCO xx x CARPACCIO
Züchter: Martin Bachmann
Besitzer: Ann Jones, Ann Lapides, Caroline Moran und Neill Sites
Der Bronzemedaillengewinner FIBONACCI DE LESSAC HDC hat mit seinem neuen Reiter Stephane Landois mittlerweile 3* gewonnen und war zweiter im CCI-4*-L in Pratoni del Vivaro im letzten Herbst. Zu den erfolgreichsten Pferden gehört auch SBH BIG WALL / Izzy Taylor (4. in 2022), der 4*-S gewonnen hat, Blenheim 8/9 als 9. beenden konnte und vor zwei Monaten 4. im CCI-4*-L von Scone Palace war. Eines von sieben in die USA gewechselten Pferde ist der fünftplazierte ROSCONNELL ALTO (Ian Cassells), der mit seiner amerikanischen Nachwuchsreiterin bis 2*-L und 3*-S hochplatziert ist.
Auf der anderen Seite stehen 15 (2021 = 15 von 58 / 2020 = 7 von 42) Vierbeiner, die weder in 2025 noch in 2026 einen FEI-Vielseitigkeitsstart in der Datenbank stehen haben. Zu diesen gehört auch der 2022er Vize-Champion DASSETT ARTHALENT / Piggy March, der nach dem vierten Platz bei Blenheim 8/9 in 2024 in der Versenkung verschwunden ist. Fünf Pferde (2021 = 7) hatten international ihren letzten Auftritt in Le Lion 2022.
Drei Mal 5*-Top-10, hier unterwegs in Burghley 2026:
HSH BLAKE und Caroline Pamukcu
*2015, ISH-Wallach von TOLAN R aus der DOUGISHKA LASS von KANNAN x RED HOUSE CONNOR
Züchter: Justin Burke
Besitzer: Mollie Hoff, Sherrie Martin, Deniz & Caroline Pamukcu
WM-Ankommer Aachen 2026:
ROYAL ENCOUNTER und Marcio Carvalho Jorge
*2015, ISH-Wallach von LANCELOT aus der CAVALIER LASSIE von CAVALIER ROYALE x WHITE CHRISTMAS xx
Züchter: Peter Rice
Besitzer: Annabel, Ken & Alastair Vere Nicoll, Ana Julia Jorge und Marcio Carvalho Jorge
Drei Mal 5*-Top-10, hier eine Momentaufnahme aus Badminton 2026:
FILAO DE PERLE und Benjamin Massie
*2015, SF-Wallach von UPSILON aus der PERLE DE SOURIRE von ECHO DES FORETS II x LORD KLING
Züchter: Daniel Sorain, FRA-Germond Rouvre
Besitzer: Veronique Real und Benjamin Massie
Alle diese Werte basieren auf dem Stand der FEI-Datenbank vom 7. Oktober. So fehlt zum Beispiel der Sieg von BROOKFIELD FUTURE NEWS / Tom McEwen im Strzegom-4*-L vom vergangenen Wochenende.
Hier geht es direkt zur kompletten Le Lion-Berichterstattung aus 2022.
Sie haben das Ende der aktuellen Berichterstattung erreicht - danke für Ihr Interesse!
















