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26.07.2026 - KK
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann sind U25-Weltmeister / Team-Silber für Deutschland
Mit einer von nur drei Doppel-Null-Runden haben sich ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann den ersten Weltmeistertitel der U25-Vielseitigkeitsreiter gesichert. Silber gewinnen KANANASKIS und Cerys Macauly aus Großbritannien, Bronze geht mit JEWELENT und Olivia Dutton in die USA. SIR SCOTTY und Ann- Catrin Bierlein sichern sich im Finale den neunten Platz, ASTRELLO und Linus Weiss werden 17.
Die britische Mannschaft gewinnt den Team-Titel, das deutsche Team Silber vor den Iren.
We proudly present:
Die Gewinner der Einzelmedaillen
© FEI/Benjamin Clark
und ebenso die Teams
© FEI/Benjamin Clark
Soweit die nüchternen Fakten zur Medaillenvergaben, die allerdings weit weg sind, vom realen Geschehen an diesem Sonntag im irischen Millstreet. Zunächst der große Schock im britischen und irischen Lager. Beide Nationen mussten bereits vor der Verfassungsprüfung je ein Pferd aus dem Wettbewerb nehmen. Die Spitzenposition im Einzel lag auf einmal bei Tim Nestor aus Irland, Calvin Böckmann rutschte auf den zweiten Rang, Ann-Catrin Bierlein auf den fünften. Die Briten konnten ihre Team-Führung knapp halten, aber der Vorsprung betrug nun weniger als einen Abwurf; die deutsche Mannschaft lag plötzlich einen Punkt vor den Iren.
Ein erstes Mal flog der Bundesadler im Springparcours mit ASTRELLO / Linus Weiss (17. mit 75,40 Punkten) über die zwölf Hindernisse mit den 15 Sprüngen. Die ersten vier Einzelhindernisse nahmen die Preis der Besten-Sieger aus 2022 sehr souverän, ehe am Einsprung zur zweifachen Kombination -ausgerechnet diese Stangen hatten einen schwarz-rot-golden Anstrich- ein leichter Holzkontakt zum ersten Abwurf führte. Die nächsten drei Sprünge waren wieder einwandfrei, allerdings rollten an den letzten fünf Hindernissen weitere vier Stangen in den weißen Sand.
Mit zwei Stunden Abstand sortierte der Bundestrainer Andreas Dibowski die Leistung so ein: „ASTRELLO war die erste Herausforderung heute. Wir wissen ja aus der Vergangenheit, dass das Springen seine schwierigste Disziplin ist. Er fing tatsächlich sehr, sehr gut an, baute dann aber über den Parcours immer mehr ab. Da hat Linus einfach noch nicht die Erfahrung, dann im Parcours die richtigen Knöpfe zu drücken und die richtigen Schrauben zu drehen. Da kommt dann auch die Aufregung hinzu und es gibt nichts Schlimmeres, in ein abschließendes Springen zu reiten wenn es um viel geht und man weiß eigentlich, dass man nicht erwarten kann, dass man mit einer Null nach Hause kommt - das kenne ich aus eigener Erfahrung. Das ist ein unglaublicher Druck auf die Reiter und das macht die Sache doppelt schwierig. Linus ist wirklich ordentlich geritten, er hat jetzt keinen großen Black-Out gehabt, aber am Ende hat es zu einer besseren Leitung nicht gereicht. Wir wussten, er geht eine solide Dressur und ist ein absoluter Ankommer im Gelände und deshalb ist auch diese Nominierung für die Mannschaft folgerichtig.“
SIR SCOTTY / Ann-Catrin Bierlein (9. mit 53,20 Punkten) waren nach dem Ausfall von TOPSPIN / Alice Casburn von Rang fünf in das Finale gestartet. Wie auch ASTRELLO touchierte SIR SCOTTY leicht den Deutschland-Sprung bei 5a, allerdings stark genug, um die Stange aus den Auflagen heraus zu rollen. Leider folgte am vorletzten Hindernis, einem blauen Steilsprung, ein weiterer Abwurf, der noch um zwei Zeitfehler ergänzt werden sollte.
Auf das ‚hätte, wenn und aber‘ ging Andreas Dibowski in seiner Zusammenfassung ein: „Für Annca tat es mir wahnsinnig leid, weil sie schon vorne mitgespielt hat und ganz, ganz dicht dran war. Das Pferd war heute top drauf und sie ist gut geritten, aber diese blöden Stangen fallen halt ab und zu auch mal runter. Sie hatte zwei ganz leichte Fehler, so leichte Abroller. Er ist jetzt kein Pferd, das sich vor der Stange ekelt, aber er springt immer ganz solide und das hat sie heute wunderbar gemacht. Deswegen muss man jetzt mit dieser Top-10-Platzierung auf der Weltmeisterschaft auch zufrieden sein. Natürlich, und das kenne ich von mir auch, man rechnet dann rückwärts mit hätte, wenn und aber, rechnet hoch, was wäre wenn und am Ende bleibt stehen, dass man im Vorfeld dieses Endergebnis nicht hätte erwarten können. Ich glaube, dass Annca mit ein bisschen Abstand mit dieser Top-10-Platzierung auch sehr, sehr gut zufrieden sein kann.“
Als drittletzte Starter ging es für INDIAN GIRL G / Jasmine Underwood und das britische Team auf die Reise über die bunten Stangen. Als sie mit zwei Abwürfen im Gepäck die Ziellinie querten war in der Einzelkonkurrenz immer noch Bronze möglich und gleichzeitig der Team-Titel für die Briten in trockene Tücher gebracht.
Dann also ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann, die mit einer fehlerfreien Runden einerseits das deutsche Team im Rennen um Team-Silber halten und anderseits für eine mögliche Einzelmedaille den Druck auf COOLEY DIAMOND DANCER / Tom Nestor maximal aufbauen konnten.
Die Top-Leistung des Warendorfer Paares beschreibt Andreas Dibowski: „Auch bei Calvin war es noch spannend und da sieht man den Unterschied zwischen einem Linus und einem Calvin. Calvin ist heute nicht perfekt geritten, aber er konnte eine Situation, wo wir die Luft angehalten haben, lösen. Er ist zwei Mal so eine große Distanz geritten, die Stute ist losgesprungen, aber er hat dann halt die Erfahrung, das Pferd sofort wieder zu schließen und auf die Beine zu kriegen. Das war jetzt auch für ihn keine lässige Runde und da merkt man, dass da auch die Nerven eine Rolle mitspielen - und das ist auch ganz normal. Im Gesamtpaket hat er das heute sehr gut gemanagt. Er ist natürlich ein starker und routinierter Springreiter, aber da hat man halt auch gesehen, dass es keine perfekte Runde war, aber eben perfekt vom Ergebnis her. Er hatte diese beiden Upps da drin, die er dann aber auch sehr schnell korrigiert hat und das gehört auch dazu - und das macht eben seine Klasse aus.“
Alles lag nun in den Zügeln von Tom Nestor, der sich mit COOLEY DIAMOND DANCER eine Bummelrunde inklusive sieben Sekunden Zeitüberschreitung hätte leisten können, allerdings bereits ein Abwurf hätte ALTAIR DE LA CENSE / Calvin Böckmann den Titel beschert. Genau dieser eine Abwurf passierte schon am zweiten Hindernis und ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann waren in diesem Augenblick die ersten Weltmeister der U25-Vielseitigkeitsreiter. Für das irische Team blieben 0,60 Punkte Vorsprung auf die Adlerträger - allerdings das auch nur bis Sprung 7, dort fiel eine weitere Stange und Deutschland und Irland tauschten die Reihenfolge in der Mannschaftswertung.
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann (Weltmeister der U25-Vielseitigkeitsreiter mit 40 Punkten)
*2010, SF-Stute von JENNY DE LA CENSE aus der NINJA von HAARLEM x ROSSINI
Züchter: Diego & Filipa Horta E Costa, Besitzer: Simone, Jason und Liam Böckmann
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 27,60 Punkte
Gelände: 12,40 Punkte
Springen: ohne Hindernisfehler innerhalb der Bestzeit
ohne Veränderung im Ranking (Dressur zu final)
DANKE und © für alle weiteren Aufnahmen aus dem Parcours: Millstreet International Horse Trials
KANANASKIS und Cerys Macauly (GBR - Vize-Weltmeister der U25-Vielseitigkeitsreiter mit 45,30 Punkten)
*2008, ISH-Wallach von USTINOV aus der NEW YEARS SINDY von TALOUBET x STETCHWORTH LAD xx
Züchter: Norman Edgar Watt
Besitzer: Richard Coney
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 32,50 Punkte
Gelände: 12 Punkte
Springen: 0,80 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
10 Plätze nach oben
JEWELENT und Olivia Dutton (USA - Bronzemedaillengewinner der Weltmeisterschaft der U25-Vielseitigkeitsreiter mit 48,20 Punkten)
*2012, ISH-Wallach von VALENT aus der BELLANEY JEWEL xx von ROSELIER xx x THE PARSON xx
Züchter: J.W. Rosbotham
Besitzer: JEWELENT Group
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 35,80 Punkte
Gelände: 12 Punkte
Springen: 0,40 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
23 Plätze nach oben
SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein (9. mit 53,20 Punkten)
*2008, Hannoveraner-Wallach von STALYPSO aus der CAPRICE von CHAMBERTIN x INTERVALL xx
Züchterin: Elisabeth Kapp, Clüversborstel
Besitzerin: Ann-Catrin Bierlein
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 40 Punkte
Gelände: 3,20 Punkte
Springen: 10 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
25 Plätze nach oben
ASTRELLO und Linus Weiss (17. mit 75,40 Punkten)
*2009, Hannoveraner-Wallach von ASTI'S AMSTERDAM aus der PETTY von PRESTIGE PILOT x DOMSPATZ
Züchter: Jörg Sültemeier, Trebbel
Besitzerin: Susanne Weiss
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 33,80 Punkte
Gelände: 21,60 Punkte
Springen: 20 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
3 Plätze nach oben
INDIAN GIRL G und Jasmine Underwood (GBR - 4. mit 48,90 Punkten)
*2013, KWPN-Stute von DANTOS HBC aus der DELITA von VITTORIO x BEAUJOLAIS
Züchter: VOF G.J. en J. Grobbe, NED-Coevorden
Besitzerin: Jasmine Underwood
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 29,30 Punkte
Gelände: 11,20 Punkte
Springen: 8,40 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
1 Platz nach unten
DISCO TRAVELER und Molly Duda (USA - 5. mit 49,20 Punkten)
*2010, Oldenburger Wallach von DONATELLI I aus der CADENCE
Besitzerin: Molly Duda
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 35,60 Punkte
Gelände: 9,60 Punkte
Springen: 4 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
19 Plätze nach oben
LUSKA CANDY CLOVER und Jack Curtis (USA - 6. mit 49,20 Punkten)
*2013, ISH-Wallach von SLIGO CANDY BOY aus der MISS DEMEANOR von WHITE CLOVER
Züchterin: Amie Sterling
Besitzerin: Betsy Curtis
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 35,20 Punkte
Gelände: 14 Punkte
Springen: ohne Hindernisfehler innerhalb der Bestzeit
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
16 Plätze nach oben
BALLYVILLANE OBOS und Godfrey Gibbons (IRL - 7. mit 50,70 Punkten)
*2013, ISH-Wallach von OBOS QUALITY aus der GLEESONS COOLCORRAN von YOUNG CONVINCED xx x COOLCORRAN COOLDIAMOND
Züchter: Tim Gleeson, IRL-Tipperary
Besitzer: Richard Ames und Robbie Kearns
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 29,90 Punkte
Gelände: 11,60 Punkte
Springen: 9,20 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
3 Plätze nach unten
COOLEY DIAMOND DANCER und Tom Nestor (IRL - 8. mit 53,10 Punkten)
*2012, ISH-Wallach von JACK OF DIAMONDS aus der LUCY BLUE von CRUISING x MISTER LORD xx
Züchterin: Claire McDonnell, Irland
Besitzer: David Nestor
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 32,70 Punkte
Gelände: 4,40 Punkte
Springen: 16 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
5 Plätze nach oben
DOLCE GABANA und Clara Cazeneuve (FRA - 10. mit 53,70 Punkten)
*2013, SF-Stute von QUITE EASY aus der TCHABANE von DIAMANT DE SEMILLY x J'T'ADORE
Züchter: Catherine & Jean-Pierre Vauche, Frankreich
Besitzer: S.A.S. DG and Co
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 31,70 Punkte
Gelände: 13,60 Punkte
Springen: 8,40 Punkte
ohne Veränderung im Ranking (Dressur zu final)
UNA CARDENTA und Felicia Andree (SWE - 16. mit 74 Punkten)
*2015, OS-Stute von VDL CARDENTO aus der USTINA von USTINOV x ZEUS
Züchter: Gestüt Appenriede
Besitzerin: Charlotte Andree
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 43,20 Punkte
Gelände: 22,80 Punkte
Springen: 8 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
23 Plätze nach oben
GIN TONIC 150 und Amy Rose Frühwirth (AUT - 28. mit 113,10 Punkten)
*2012, Trakehner Wallach von KENTUCKY aus der GEORGINA III von KOSTOLNAY x IBISKUS
Züchterin: Marika Werner
Besitzer: Erich Frühwirth
Die Einzelergebnisse:
Dressur: 32,70 Punkte
Gelände: 50,80 Punkte
Springen: 29,60 Punkte
Veränderung im Ranking (Dressur zu final):
14 Plätze nach unten
Noch einmal Andreas Dibowski: „„Das war ein spannender und aufregender Sonntag, es ging rauf und runter. Die Konkurrenz hat uns heute ein bisschen in die Karten gespielt, weil die beste Irin und die beste Engländerin ausgefallen sind. Das wünscht man wirklich keinem, aber der Vet-Check gehört eben zu diesem Sport dazu. Unterm Strich kann man sich über so etwas nicht freuen, aber wir freuen uns jetzt über das Gesamtergebnis. Wir freuen uns nicht, weil wir es vielleicht jetzt leichter hatten weil zwei Top-Leute ausgefallen sind, dass muss man wirklich betonen. Am Ende haben alle unsere drei Paare gekämpft, es ging ja rauf und runter und wir wussten ja, wir haben nicht die allerbesten Springer und deshalb wurde es nochmal sehr spannend. Wir haben jetzt insgesamt sieben Springfehler gehabt, die Iren hatten neun und da sieht man, dass letztendlich alle nur mit Wasser kochen.“
Für Calvin Böckmann ist es nach dem Gewinn der Pony-Europameisterschaft mit ASKABAN B 2015 in Malmö -ein Jahr zuvor waren sie aus Millstreet mit Bronze-Medaille nach Deutschland zurückgekehrt- der zweite internationale Titelgewinn. In 2019 war er zusammen mit ALTAIR DE LA CENSE bereits Team-Europameister in der Altersklasse der Junioren geworden.
SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein hatten am diesem Wochenende den weitesten Weg in die Top-10, sie verbesserten sich nach Dressur um 25 Plätze. Um 23 Plätze aufwärts ging es für die Bronzemedaillengewinner JEWELENT und Olivia Dutton aus den USA. Apropos USA: Es bleibt die Frage offen, ob sich die Verantwortlichen ob ihrer Team-Zusammenstellung ärgern, da die Addition der am Ende drei besten Einzelergebnisse lediglich 146,60 Punkte ergibt - die Briten haben Mannschaftsgold mit 149,70 Punkten gewonnen.
ASTRELLO und Linus Weiss gehen die Heimreise mit einem sehr respektablen 17. Platz an und Linus kann neben die Team-Goldmedaille der Europameisterschaft der ländlichen Reiter jetzt die Silbermedaille aus Millstreet in die Vitrine legen.
Alle Ergebnisse aus Millstreet hat die Rechenstelle:
https://rechenstelle.de/de/veranstaltungen/2026/millstreet-2/
Die finalen Top-20 als Screenshot aus dem Rechenstelle-Leaderboard:
25.07.2026 - KK
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann haben Doppel-Bronze im Visier
Die Führung der U25-Weltmeisterschaft im irischen Millstreet haben nach den Cross-Runden das britische Paar TOPSPIN und Alice Casburn vor den heimischen COOLEY DIAMOND DANCER und Tom Nestor sowie ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann übernommen. In der Reihenfolge ihrer Flaggen gestaltet sich auch das Zwischenergebnis im Teamwettbewerb.
Bis auf den sechsten Platz überholten SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein nahezu das komplette Teilnehmerfeld, ASTRELLO und Linus Weiss verbesserten sich auf den 17. Rang. Den Ritt vorzeitig beendet hat Konstantin Harting mit BOTSWANA, CHINTANO und Nicholas Goldbeck wurden nach einem Sturz aus dem Wettbewerb genommen.
Ein sehr spannender Geländetag hat das Ranking der ersten U25-Weltmeisterschaft heftig durcheinandergewirbelt. Mit der schnellsten Zeit, lediglich sieben Sekunden oberhalb der Bestzeit, haben sich TOPSPIN / Alice Casburn (36,10 Punkte) aus dem Mittelfeld nach der Dressur an die Spitze der jetzt noch 33 Pferd-Reiter-Kombinationen gesetzt. Die junge Britin und der in der Familie gezüchtete 18-jährige AES-Wallach haben in ihrer gemeinsamen Vita bereits fünf Top-10-Resultate bei 5*-Prüfungen stehen und dabei in 2025 Luhmühlen mit dem Dressurergebnis beendet. COOLEY DIAMOND DANCER / Tom Nestor (2. mit 37,10 Punkten) haben die irischen Farben bereits auf Junioren- und Junge Reiter-Europameisterschaften vertreten und kamen 2024 aus Strzegom als Vize-Champions zurück.
„Als Trainer hofft man natürlich, immer alle Schäfchen ins Trockene zu bringen. Das hat heute nicht ganz geklappt und das wurmt mich so ein bisschen, da bin ich selber mit mir nicht ganz zufrieden. Aber Annca [Ann-Catrin Bierlein] und die Jungs haben wirklich gut geritten und im letzten Moment fehlte uns das Quäntchen Glück bei Nicholas [Goldbeck]. Sie haben sehr solide, sehr ansehnlich geritten, gekämpft, wo es nötig war, haben keine Ausreitrunden geritten, sondern sie wollten hier wirklich nach vorne reiten“ fasste Andreas Dibowski den Samstag zusammen.
ALTAIR DE LA CENSE / Calvin Böckmann (3. mit 40 Punkten): „Wie wir es gedacht hatten, gab es wirklich viel zu springen. Von diesen hier normalen Füllsprüngen hast du in Luhmühlen vielleicht mal einen stehen, hier stehen davon gleich fünf. Auch die Linienführung, du warst nie mehr als drei, vier Galoppsprünge vor den Hindernissen auf einer geraden Linie, hat es für die Distanzfindung unheimlich schwierig gemacht, weil du ja eigentlich den Schwung aus der Wendung dann mitnehmen musst. Am Ende war alles mit bedacht gebaut, aber es war wirklich tough. Technisch gesehen war es alles mehr als machbar, da waren wirklich keine Kombinationen oder Distanzen dabei bei den du gedacht hast ‚oh Gott, wie soll das denn jetzt gehen‘. Die Linienführungen waren für mich ganz, ganz klar, aber es war schon auffallend, dass alleine die Füllsprünge hier ganz andere Abmessungen hatten. Ich bin zwar jetzt vom ersten auf den dritten Platz gerutscht, bin aber trotzdem unheimlich zufrieden. Mein Pferd hat so mitgekämpft, das ist schon unglaublich. Ich wollte jetzt nicht versuchen, vielleicht fünf Sekunden schneller zu sein, und dafür aber vielleicht drei schlechte Sprünge haben, sondern wenn wir vielleicht einen schlechten Sprung hatten, wir einmal durchatmen, wir uns etwas mehr Zeit nehmen und den nächsten Sprung nutzen, um wieder Sicherheit zu schaffen. Im letzten Wasser hatten wir echt viel Schwung verloren, dadurch ging uns die Vier-Galoppsprünge-Distanz zur Ecke so etwas verloren und sie hat beim Absprung die Ecke ein bisschen falsch eingeschätzt, dachte vielleicht, dass ist eine Bürste oder so. Sie hat dann beim Absprung nicht genug abgedrückt und bei der Ecke dann einmal aufgefußt. Dabei ist aber nichts passiert, sie hat keinen Kratzer abbekommen.
Andreas Dibowski: „Calvin hat wirklich exzellent geritten, hat dem Pferd immer die nötige Sicherheit gegeben. Er hat gute Linien geritten, auch mal einen Galoppsprung mehr gemacht, hat schnell reagiert, wo es nötig war - da hat er sich reiterlich im Gelände echt toll weiter entwickelt. Dadurch hat er seinem Pferd die Hilfe gegeben, die es letztendlich braucht. Einen kleinen Upps-Moment hatten wir an der Ecke hinter dem letzten Wasser. Da ging der Stute die Kraft so ein bisschen verloren, sie hat die Weite nicht ganz gekriegt und hat dann mit ihrer ganzen Erfahrung aufgefußt. Das war aber auch schon der einzige Sprung, bei dem wir einmal die Luft angehalten haben. Schon nach den ersten drei Reitern hatten wir gesehen, dass es mit der Zeit knapp werden würde. Da hat sich das bestätigt, was ich gestern schon gesagt habe, dass die Zeit kaum oder gar nicht zu schaffen ist. Calvin hat da wirklich das Beste herausgeholt, aber eben den Bogen auch nicht überspannt - das muss man ihm wirklich ganz hoch anrechnen, da hat er wirklich für die Mannschaft geritten.“
Auch begründete er die frühe Startposition für den erfahrensten Reiter aus dem deutschen Team: „Ich hab‘ von vornherein gesagt, dass die Mannschaftsleistung Priorität hat und es kann bei einer wackeligen Mannschaftsleistung immer mal sein, dass man nach hinten heraus Ordern vergeben muss. Mit dem ersten Startplatz wollte ich Calvin die Chance auf eine Einzelmedaille vergrößern. Es war klar, dass er auf jeden Fall als erster starten wird und auch grünes Licht bekommt, um mit einer möglichst schnellen fehlerfreien Runde ins Ziel zu kommen - aber das auch für die Mannschaft. Mir war klar, dass wir nur etwas bewegen können, wenn wir eine geschlossene Mannschaftsleistung schaffen. Und dafür war dieser Startplatz für Calvin die beste und einzige Option auch für sich zu reiten, denn der Mannschaft hilft es nur, wenn er seine beste Leistung zeigt.“
„Ich bin ganz happy“ stapelte Ann-Catrin Bierlein nach dem Parforce-Ritt mit SIR SCOTTY (6. mit 43,20 Punkten) doch etwas tief. „Es hätte nicht besser laufen können. Wir wussten, dass die Zeit extrem schwer werden wird. Als Alice Casburn ins Ziel kam, war ich auf dem Abreiteplatz und habe gehört, dass sie sieben Sekunden über der Bestzeit war. Da habe ich mir schon gedacht, dass es schlichtweg nicht möglich ist, in die Zeit zu reiten. Nachdem Calvin im Ziel war hat Dibo mir mit auf den Weg gegeben, dass es kein ‚Walk in the Park‘ werden wird, sondern ich richtig kämpfen müsse. Am Ende ist es so, dass das Quäntchen Glück nicht fehlen darf und heute war es bei mir einfach da. Es war jetzt aber nicht so, dass da irgendeine Situation war, wo ich extrem viel Glück gehabt hätte, ich bin überall direkt geritten und es hat alles so wie besprochen funktioniert. Es gab ein, zwei Stellen, da hat er einfach mal einen Galoppsprung weggelassen, aber das kann mit ihm schon mal passieren. Ich habe halt ein sehr, sehr schlaues Pferd, das mitdenkt.“
Des Bundestrainers Lob: „Die beste Tagesleistung hat für mich Annca gebracht, da hast du mit ihrem ‚alten‘ SIR SCOTTY nichts gesehen von wegen altem Pferd. Der rannte die Berge hoch, war rationell, sie ritt die besten Linien, war immer im Gleichgewicht, immer im Fluss. Sie hat nach jeder Landung sofort immer wieder diesen Fluss gehabt und auch gefordert, dass das Pferd weiter galoppiert - das war für mich heute wirklich die beste Runde, da war nicht mehr reinzuholen, das war schon ganz stark, ganz, ganz stark.“
„Ich bin sehr zufrieden, das war wirklich der Wahnsinn“ strahlte Linus Weiss nach seinem zweiten Championatsauftritt mit ASTRELLO (17. mit 55,40 Punkten). Bereits 2022 hat das Paar die deutschen Farben auf der Europameisterschaft der ländlichen Reiter in Lausanne vertreten (18. in der Einzelwertung und Gold mit der Mannschaft). „ASTRELLO ist vom Beginn bis zum Ende gerannt wie sonstwas. Er hat die ganzen schweren Sachen so mitgenommen, hat sich richtig gut reiten lassen. Alles was schwer, überall dort, wo wir uns viele Gedanken gemacht haben, das hat alles rhythmisch funktioniert, alles ohne einen einzigen Wackler - das war richtig gut, ich hatte die ganze Zeit über ein gutes Gefühl. Erst war ich mit der Zeit sehr, sehr gut unterwegs, bin überall den direkten Weg geritten, aber hinter heraus wurden wir dann doch etwas langsamer, aber ich wollte einfach eine sichere Runde nach Hause bringen.“
Des Trainers Einschätzung: „Linus‘ Pferd ist jetzt nicht das allerschnellste, aber er hat sehr rationell, sehr gut geritten. Nach seinem Geländeritt in Marbach hatte ich ihn ein wenig kritisch angesprochen, weil er dort doch ein bisschen zu viel riskiert hat. Davon war hier heute nichts mehr zu sehen, das war sehr souverän, sehr sicher in den Linien, sehr sicher an den Sprüngen. Das gefiel mir schon alles sehr ordentlich. Dass er nicht an die Zeit herankommt, das war uns klar. Jetzt ist er zwar deutlich darüber gewesen, aber er ist definitiv auch für die Mannschaft geritten.“
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann (3. mit 40 Punkten)
*2010, SF-Stute von JENNY DE LA CENSE aus der NINJA von HAARLEM x ROSSINI
Züchter: Diego & Filipa Horta E Costa
Besitzer: Simone, Jason und Liam Böckmann
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 27,60 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
31 Sekunden ≙ 12,40 Punkte
Veränderung im Ranking:
2 Plätze nach unten
Danke an die Millstreet-Veranstalter für die Fotos aus dem Gelände: (c) Millstreet International Horse Trials
SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein (6. mit 43,20 Punkten)
*2008, Hannoveraner-Wallach von STALYPSO aus der CAPRICE von CHAMBERTIN x INTERVALL xx
Züchterin: Elisabeth Kapp, Clüversborstel
Besitzerin: Ann-Catrin Bierlein
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 40 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
8 Sekunden ≙ 3,20 Punkte
Veränderung im Ranking:
28 Plätze nach oben
ASTRELLO und Linus Weiss (17. mit 55,40 Punkten)
*2009, Hannoveraner-Wallach von ASTI'S AMSTERDAM aus der PETTY von PRESTIGE PILOT x DOMSPATZ
Züchter: Jörg Sültemeier, Trebbel
Besitzerin: Susanne Weiss
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 33,80 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
54 Sekunden ≙ 21,60 Punkte
Veränderung im Ranking:
3 Plätze nach oben
Konstantin Harting hat BOTSWANA nach dem zweiten Stopp freiwillig aus der Prüfung genommen. Hier seine Einschätzung zum Geländetag auf der irischen Insel: „Wir sind sehr gut in den Kurs reingekommen, BOTSWANA hat sich richtig gut angefühlt, war gut drauf. Sprung fünf war ein schmales Element vor dem ersten Wasser, was auch viele erfahrene Pferde nicht so gut gesprungen sind. In dem Moment ging es für BOTSWANA mit den ganzen Eindrücken einfach zu schnell, sie ist mir von der Linie abgekommen und am Hindernis vorbei gesprungen. Danach kam sie gut wieder zurück in den Kurs. Am Steilsprung des Hindernisses mit dem Coffin-Effekt habe ich sie vielleicht ein bisschen zu gut vorbereitet, hatte sie in letzter Konsequenz nicht mehr genug vor den treibenden Hilfen und sie hat dann einfach ‚grün‘ reagiert und wollte sich das lieber noch einmal mehr angucken. Nach diesen zwei grünen Momenten in der ersten Hälfte des Kurses hat es dann keinen Sinn mehr gemacht, noch weiter zu reiten, es ist dann kein Kurs um zu üben. Am Ende war es heute nicht unser Geländetag, bin mir aber sicher, dass unsere Tage auf diesem Level noch kommen werden. Es war heute sicherlich ein wichtiger Baustein in der Entwicklung von uns beiden, aber wir werden uns in den nächsten Monaten eine breitere Basis schaffen. Wir werden in den nächsten Monaten einige Prüfungen auf einem niedrigeren Level auf verschiedenen Turnieren angehen, um noch mehr bewusste Routine zu sammeln.“
Andreas Dibowski: „Konstantins Pferd hat heute sehr viel mitgenommen. BOTSWANA ist ja das jüngste Pferd hier und wir wussten, das geht entweder hop oder top, wenn es funktioniert, kann sie ganz vorne mitlaufen, aber es konnte halt eben auch sein, dass es in die Hose geht - und heute ist es in die Hose gegangen, aber letztendlich kann auch das Pferd davon sehr viel mitnehmen. Es ist ein Pferd mit sehr, sehr viel Potenzial. Konsti ist ein sehr guter Reiter und er wird sie wieder in die Spur kriegen. Sie braucht noch ihre Zeit und in ein, zwei Jahren ist das Thema durchgestanden. Es ist schade, dass sie kein Ergebnis nach Hause bringen, aber am Ende muss man auch das akzeptieren und die nächsten Aufgaben besser machen.“
„Meine Hüfte tut etwas weh, aber dem Pferd geht es sehr gut“ äußerte sich Nicholas Goldbeck zu den Blessuren und auch Nicht-Blessuren nach dem Sturz mit CHINTANO, mit dem zusammen er vor drei Jahren bei den Europameisterschaften der ländlichen Reiter Doppel-Gold gewonnen hat. „Das war sehr unglücklich, es hätte auch anders ausgehen können - so ist der Sport. Wir sind sehr gut in den Kurs hineingekommen, ich hatte bis zu diesem Sprung wirklich ein super Gefühl. CHINTANO war fit und voll bei der Sache und hat richtig durchgezogen. Genau so bin ich auch in die Aufgabe mit der Irish-Bank hinein geritten. Er kannte diese Aufgabe nicht, hatte es noch nie gemacht und wir sind davon ausgegangen, dass die Pferde einmal gucken, dementsprechend an Schwung verlieren und sich bei dem Absprung einfach runterdroppen lassen. Das ist dann aber überhaupt nicht so gekommen, er hat überhaupt nicht geguckt, ist voll im Fluss geblieben und hat beim Absprung keinen Schwung verloren. Dann sind wir mit viel zu viel Schwung an der Ecke angekommen und er ist auf groß losgesprungen, weil er wahrscheinlich selber nicht wusste, was er da machen sollte. Eigentlich war unser Plan, dass er nach diesen Turnier erstmal in den Urlaub geht und wir erst nächstes Jahr wieder an den Start gehen. Jetzt werde ich ihn vielleicht noch eine kleine Prüfung reiten, damit er auch mit einem guten Gefühl in das Saisonende gehen kann.“
„Nicholas hatte als letzter Starter von mir so ein bisschen ‚grünes Licht‘ bekommen, er sollte ins Pferd reinhorchen, schauen, was geht“ beschrieb Andreas Dibowski die Marschroute für den letzten Mannschaftsreiter. „Zunächst blieb Plan A, er sollte überall direkt reiten, keine Angst haben, irgendwo direkt zu reiten. Die einzige Order war, wenn er das Gefühl bekommen sollte, dass sein Pferd am letzten Wasser nicht mehr so durchzieht, dann sollte er dort den langen Weg reiten. Aber am Ende ist er jetzt nicht so weit gekommen. Leider ist vorher etwas passiert, was ich nie gedacht hätte. Ich kenne das Pferd aus dem Training und aus vielen Prüfungen, und er ist ja, positiv gesagt, unser Diesel im Team. Er springt immer ab, macht immer seinen Job, hat aber immer die Tendenz, mal einen Galoppsprung mehr zu machen wenn er nicht ankommt. Für die Irish-Bank hatten wir besprochen, dort mit richtig Schwung reinzukommen, die Pferde hochspringen zu lassen, ihnen ein bisschen Zeit geben, damit sie die Situation erkennen - und ihnen dann aber durchaus nochmal einen Impuls für den Absprung zu geben, weil die Pferde sich sonst eher dort ein wenig droppen lassen und dann der erste Galoppsprung dahinter schnell weg ist - auch weil der nächste Sprung mit seinen drei Galoppsprüngen dann schon mal weit weg sein kann. Nico hat das dann auch genau so umgesetzt, dann sprang CHINTANO da wirklich runter, zieht voll durch und springt dann auf zwei Galoppsprünge los statt auf drei. Da hat sich das Pferd einmal so richtig vertan, aber es ist so untypisch für dieses Pferd. Das sind so die Momente, wo man denkt, warum. Das sind die Momente, die du nicht vorher sehen kannst. Er hat dann die Weite nicht bekommen, ist auf dem hinteren Teil des Hindernisses gekommen, hat dann das MIM-System ausgelöst und ist über die Seite weggerutscht. Das ist super schade und ich hätte alles darauf gewettet, dass dieses Pferd nicht auf groß losspringt - und bis zu diesem Moment war auch diese Runde total souverän.“
BOTSWANA 4 und Konstantin Harting - später zurückgezogen nach zwei Stopps
*2017, Holsteiner Stute von BIG STAR aus der ALANDA von CORMINT x CORRADO I
Züchter: Dieter Pringel
Besitzer: Rainer Schwere
CHINTANO 7 und Nicholas Goldbeck - später nach einem Sturz ausgeschieden
*2012, Holsteiner Wallach von CHIN CHAMP aus der OPHELIA XI von EXORBITANT xx x CALYPSO I
Züchter: Thomas Gerken
Besitzer: Jens & Nicholas Goldbeck
TOPSPIN und Alice Casburn (GBR - Overnight-Leader mit 36,10 Punkten)
*2008, AES-Wallach von ZENTO aus der CAPRIATI von EL CONQUISTADOR xx x PONGEE xx
Züchter: W.D. Casburn
Besitzerin: Caroline Casburn
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 33,30 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
7 Sekunden ≙ 2,80 Punkte
Veränderung im Ranking:
15 Plätze nach oben
COOLEY DIAMOND DANCER und Tom Nestor (IRL - 2. mit 37,10 Punkten)
*2012, ISH-Wallach von JACK OF DIAMONDS aus der LUCY BLUE von CRUISING x MISTER LORD xx
Züchterin: Claire McDonnell, Irland
Besitzer: David Nestor
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 32,70 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
11 Sekunden ≙ 4,40 Punkte
Veränderung im Ranking:
11 Plätze nach oben
INDIAN GIRL G und Jasmine Underwood (GBR - 4. mit 40,50 Punkten)
*2013, KWPN-Stute von DANTOS HBC aus der DELITA von VITTORIO x BEAUJOLAIS
Züchter: VOF G.J. en J. Grobbe, NED-Coevorden
Besitzerin: Jasmine Underwood
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 29,30 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
28 Sekunden ≙ 11,20 Punkte
Veränderung im Ranking:
1 Platz nach unten
BALLYVILLANE OBOS und Godfrey Gibbons (IRL - 5. mit 41,50 Punkten)
*2013, ISH-Wallach von OBOS QUALITY aus der GLEESONS COOLCORRAN von YOUNG CONVINCED xx x COOLCORRAN COOL DIAMOND
Züchter: Tim Gleeson, IRL-Tipperary
Besitzer: Richard Ames und Robbie Kearns
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 29,90 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
29 Sekunden ≙ 11,60 Punkte
Veränderung im Ranking:
1 Platz nach unten
DISCO TRAVELER und Molly Duda (USA - 8. mit 45,20 Punkten)
*2010, Oldenburger Wallach von DONATELLI I aus der CADENCE
Besitzerin: Molly Duda
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 35,60 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
24 Sekunden ≙ 9,60 Punkte
Veränderung im Ranking:
16 Plätze nach oben
UNA CARDENTA und Felicia Andree (SWE - 20. mit 66 Punkten)
*2015, OS-Stute von VDL CARDENTO aus der USTINA von USTINOV x ZEUS
Züchter: Gestüt Appenriede
Besitzerin: Charlotte Andree
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 43,20 Punkte
Hindernisse: 0 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
57 Sekunden ≙ 22,80 Punkte
Veränderung im Ranking:
19 Plätze nach oben
GIN TONIC 150 und Amy Rose Frühwirth (AUT - 31. mit 83,50 Punkten)
*2012, Trakehner Wallach von KENTUCKY aus der GEORGINA III von KOSTOLNAY x IBISKUS
Züchterin: Marika Werner
Besitzer: Erich Frühwirth
Das Ergebnis nach dem Gelände:
Dressur: 32,70 Punkte
Hindernisse: 20 Punkte
zusätzlich benötigte Zeit:
77 Sekunden ≙ 30,80 Punkte
Veränderung im Ranking:
17 Plätze nach unten
„Ich hatte größere Ziele, du kennst mich doch“ ordnete Andreas Dibowski das aktuelle Team-Resultat am Abend ein und lächelt dabei. „Aber den Geländetag kannst du halt nie vorhersehen. Klar wünschten wir uns, ganz vorne mitzuspielen. Alle waren ganz dicht beieinander, aber wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles geliefert und damit muss man dann jetzt auch zufrieden sein. Man sieht deutliche Unterschiede zwischen den Reitern im gesamten Starterfeld, die auf diesem Niveau schon mehr Erfahrung haben, die schon längere Zeit oder auch mit mehreren Pferden Vier-Sterne reiten und denen, und denen, die das jetzt erst in der ersten Saison gemacht haben oder wie zum Beispiel Linus oder Nicholas , die nur ein Pferd haben. Die reiten vielleicht fünf Prüfungen pro Jahr und das ist schon ein Unterschied zu denjenigen, die vielleicht fünfzig Prüfungen reiten. Dadurch ist natürlich das Niveau in dieser Altersgruppe sehr unterschiedlich. Ich hab‘ uns jetzt nicht als Favoriten gesehen. Es war mir schon klar, dass wir nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung hier überhaupt etwas bewegen können - aber wenn man dann nach der Dressur schon so nah dran ist, dann will man natürlich mehr.“
Andreas Dibowski, der Bundestrainer der U25-Vielseitigkeitsreiter
Er äußerte sich auch zum Kurs: „Auch hier muss ich wieder sagen, hat Mike Etherington-Smith einen Top-Kurs gebaut, absolut championatswürdig, das war kein Heckenfest. Der Kurs hat unheimlich viel zum Nachdenken angeregt, es waren mächtige Sprünge dabei und selbst den Franzosen war es heute etwas zu schwer. Wenn man sich jetzt am Ende die Liste anschaut, dann sind fünf Paare ausgeschieden, einer hat zurückgezogen, und das von 39 Paaren - das ist schon ein mega Ergebnis. Es ist trotzdem viel passiert, da gab es hier mal ein Upps, da mal einen Stopp, aber wenn ich mir die Liste so anschaue, dann ist das für ein Championat wirklich ein tolles Ergebnis und insgesamt steht unsere Mannschaft damit ganz gut da.“
Der Spannungsbogen bleibt auch vor dem Abschlussspringen extrem gespannt. Die ersten drei Paare trennt weniger als ein Springfehler, SIR SCOTTY / Ann-Catrin Bierlein sind lediglich einen Abwurf von einer eventuellen Medaille entfernt. In der Mannschaftswertung haben die Briten den Iren gegenüber ‚one rail in hand‘; das deutsche Team benötigt für Silber drei eigene Nullrunden sowie vier Geschenke der Gastgeber und hat vor den Franzosen auf dem vierten Platz zehn Abwürfe Platz.
Die Top-20 nach dem Gelände als Screenshot aus dem Rechenstelle-Leaderboard:
Alle Ergebnisse aus Millstreet hat die Rechenstelle:
https://rechenstelle.de/de/veranstaltungen/2026/millstreet-2/
24.07.2026 - KK
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann führen nach der Dressur das U25-WM-Ranking an
Unangetastet blieben bei der Nachwuchs-Vielseitigkeitsreiter auch nach dem zweiten Dressurtag die Spitzenpositionen von ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann sowie SAMMY DAVIS JUNIOR und Jennifer Kühnle. Bis auf den dritten Platz in diesem CCI-4*-S ritten INDIAN GIRL G und Jasmine Underwood. Mit CHINTANO und Nicholas Goldbeck auf dem achten Rang hat das deutsche Team ein weiteres Top-Resultat erzielt, ASTRELLO und Linus Weiss gehen von Platz 20 in den Geländetag. BOTSWANA 4 und Konstantin Harting sind nun 18., SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein 34.
Die von Andreas Dibowski gestern ausgerufene Kampfansage für gute Dressurergebnisse hatte Erfolg und schlägt sich im Teamergebnis wider: Die Adlerträger haben sowohl die US-Amerikaner als auch die Équipe Tricolore überholt, mussten allerdings ihrerseits die Gastgeber vorbeiziehen lassen. Den Bronzerang hat heute der Union Jack übernommen.
Da hatten die Statistiker von Equi-Ratings, immerhin ein irisches Unternehmen um den Olympiareiter Sam Watson, ihren Landsleuten gerade mal eine Siegwahrscheinlichkeit von einem Prozentpunkt eingeräumt und jetzt hat es dieses nach den USA jüngste Team in Millstreet alleine in der Hand, sich zum ersten U25-Teamweltmeister der Vielseitigkeitsreiter zu küren. Dass dieses Unterfangen kein Selbstläufer werden wird, dafür sorgen schon jetzt die geringen Abstände zu den Kontrahenten. Mit lediglich 1,20 Punkten mehr auf dem Konto folgt das deutsche Team, dem von Equi-Ratings lediglich eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 10% attestiert wird. Top-Rangiert bei den Analysten sind die Briten (51%), die mit weiteren 2,10 Punkten Rückstand aktuell den dritten Rang belegen.
Für die hervorragende Ausgangsposition des deutschen Teams sorgten am zweiten Dressurtag sowohl CHINTANO 7 / Nicholas Goldbeck (9. mit 31,60 Punkten), als auch ASTRELLO / Linus Weiss (20. mit 33,80 Punkten), die jeweils mit ihrem besten Vier-Sterne-Dressurergebnis aus dem Karree zurück kamen.
„Beide haben einen wirklich tollen Job gemacht“ freute sich Bundestrainer Andreas Dibowski auch am späten Abend noch. „Linus ist wirklich sehr souverän geritten, eigentlich fast fehlerfrei. Mit sehr guter Konzentration hat er sein Pferd heute präsentiert, sie wirkten da drin überhaupt nicht nervös. Hervorzuheben ist auch Nicholas, der als letzter Reiter wirklich um die Punkte gekämpft hat. Er hat jetzt nicht einfach eine schöne, fehlerfreie Runde geritten, sondern er hat wirklich um jeden einzelnen Punkt gekämpft, hat aus jeder Lektion das herausgeholt, was das Pferd kann. Dadurch ist ihm leider auch ein teurer Fehler unterlaufen. Der erste Wechsel, der war wirklich schlecht, aber deshalb, weil er ans Limit gegangen ist, weil er alles versucht hat, die besten Punkte zu kriegen. Er hat viel riskiert und wenn mal viel riskiert, kann man halt auch mal einen Fehler riskieren. Trotzdem hat er das Pferd mit viel Ausdruck und viel Ausstrahlung vorgestellt und das war wirklich tippi-toppi - und dann kann man so einen Fehler auch mal verzeihen. Über die beiden Tage haben in ihren Möglichkeiten alle fünf wirklich toll geritten, alle haben das aus sich herausgeholt, was in ihnen steckt.“
Ein mit etwas zeitlichem Abstand dann sehr gelöster Nicholas Goldbeck fasste seine Eindrücke und Emotionen in Worte: „Das war schon enorm. Gerade als letzter Teamreiter macht man sich ja natürlich auch selber noch den Druck, dass man genauso abliefern möchte, wie die anderen auch. Demensprechend bin ich da auch reingeritten und hab versucht, das Beste rauszuholen - und das ist es dann ja am Ende auch geworden. Ich bin jetzt sehr, sehr glücklich, viel besser hätte es heute nicht laufen können. Das mit dem einen Wechsel war so ein bisschen schade, den hat er mir so ein bisschen nachgenommen, aber sonst bin ich sehr glücklich. Ansonsten war er in der gesamten Galopptour am besten bei mir. Die meisten Punkte haben wir im Schritt gesammelt, aber Schrittreiten ist immer so ein bisschen langweilig - trotzdem war die eine Neun schon richtig cool. Da kommen die Aufgaben im Trab und im Galopp auf diesem Level dann doch deutlich schneller auf einen zu. Fliegende Wechsel, Traversalen, Volte, Mittelgalopp, dass macht dann am Ende schon den Unterschied in der Vier-Sterne-Aufgabe aus, da kommt alles viel schneller, da hast du einfach weniger Zeit, alles vorzubereiten.“
„Das war wirklich sehr gut und es lief alles nach Plan“ freute sich Linus Weiss nach seinem WM-Debüt. „ASTRELLO hat sich sehr gut reiten lassen - und es hat auch Spaß gemacht. Der erste Wechsel war leider nicht gut, der war einfach nachgesprungen, das war im Nachhinein natürlich sehr ärgerlich, aber der Rest hat wirklich sehr gut funktioniert und damit bin ich sehr zufrieden. Die erste Trabtour war schon sehr gut, da haben wir auch echt richtig gute Punkte gehabt, lagen da sogar unter dreißig. Beim Galopp kam dann etwas Spannung rein, da mussten wir doch erstmal ruhig durchatmen und so einen Mittelweg finden. Die Traversalen haben gut geklappt, das Halten war immer sehr gut - durch die Bank eine sehr schöne Aufgabe die Spaß gemacht hat.“
CHINTANO 7 und Nicholas Goldbeck (9. mit 31,60 Punkten)
*2012, Holsteiner Wallach von CHIN CHAMP aus der OPHELIA XI von EXORBITANT xx x CALYPSO I
Züchter: Thomas Gerken
Besitzer: Jens & Nicholas Goldbeck
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 67,62% - M: 69,05% - E: 68,57%
ASTRELLO und Linus Weiss (20. mit 33,80 Punkten)
*2009, Hannoveraner-Wallach von ASTI'S AMSTERDAM aus der PETTY von PRESTIGE PILOT x DOMSPATZ
Züchter: Jörg Sültemeier, Trebbel
Besitzerin: Susanne Weiss
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 66,67% - M: 66,19% - E: 65,71%
Die Top-20 nach der Dressur als Screenshot aus dem Rechenstelle-Leaderboard
Mit dem Blick auf das Herzstück dieser WM hier die deutschen Einschätzungen zum Mike Etherington-Smith-Geländekurs, der mit seinen ziemlich genau 3.700 Metern bestenfalls in 6 ½ Minuten zu bewältigen ist:
Ann-Catrin Bierlein: „Das ist schon echt schwer, ich bin noch nie einen so hohen Sprung eins geritten. Das wird auf jeden Fall kein Dressurturnier. Das ist für mich zwar eine Challenge, aber mit so einem Geländepferd wünsche ich mir das natürlich immer, weil ich es gewohnt bin, mich nach der Dressur von unten hochzuarbeiten.“
Konstantin Harting: „Im Grunde ist es so, wie wir es erwartet haben. Es ist ein beeindruckender Kurs, da gibt es richtig viel zu springen und wir haben einige tricky Aufgaben zu absolvieren. Es gibt auch einige Aufgaben, die wir in unseren klassisch-deutschen Kursen nicht unbedingt gewohnt sind. Das ist die gesamt Optik des Kurses und dann sind es so Komplexe wie zum Beispiel die Irish Bank, wo man sehr schnell sehr richtig reagieren muss. Insgesamt ist es ein toller Kurs, ein Kurs, um zu attackieren und wir sind top vorbereitet. BOTSWANA ist ja hier eines der unerfahrensten Pferde und dementsprechend auf diesem Level noch recht grün, aber sie ist extrem talentiert und liebt Gelände. Ich werde nicht ‚Auf Teufel komm raus‘ probieren, in die Zeit zu reiten und da ist es wirklich ein Vorteil, hier als Einzelreiter am Start zu sein. Wir werden aber schon mit einem positiven Kampfgeist an die Nummer herangehen. Am Ende sind wir auf einem Championat und wollen morgen eine tolle und möglichst schnelle Nullrunde zeigen. Ich bin sehr zuversichtlich - und würde hier morgen auf keinem anderen Pferd sitzen wollen.“
Linus Weiss: „Da freu‘ ich mich richtig drauf. Es ist natürlich ein sehr schwerer Kurs, aber ich weiß aus der Vergangenheit, dass das Gelände immer unsere beste Disziplin war. Man braucht einen sehr guten Plan, man muss sehr konzentriert reiten. Es ist eine sehr hügelige Prüfung, aber das kennen wir aus dem Süden ja und wir wissen, wie unsere Pferde bei so etwas reagieren. Wir haben uns alle vorgenommen, ohne Fehler zügig zu reiten. Es ist abgesprochen, dass ich als dritter Reiter, wenn bei den anderen etwas passiert sein sollte, auch mal eine Alternative nehme - aber das entscheidet sich im Laufe des Tages. Es wird sicherlich helfen, wenn ich die Berichte von Calvin und Annca bekomme, die sind doch schon sehr erfahren.“
Nicholas Goldbeck: „Das ist in erster Linie anspruchsvoll, weil es hier in Irland ja schon bergig ist und das haben wir ja in Deutschland nicht so oft und das wird wohl für uns die größte Herausforderung sein. Abgesehen davon ist es eine Weltmeisterschaft - und so wurde es hier auch gebaut. Von daher haben wir die Berge und die technischen Aufgaben und müssen sehen, wie fit unsere Pferde bleiben, da müssen wir die Kräfte unserer Pferde schon richtig managen und zusehen, dass sie die ganze Zeit konzentriert bleiben. Das hier wird sicherlich der schwerste Kurs sein, den wir je gehabt haben. Technisch war in der Vergangenheit sicherlich die eine oder andere Aufgabe mal schwieriger, aber im Großen und Ganzen ist es der schwerste Kurs, der vor uns steht. Morgen gebe ich alles, da heißt es kämpfen und das beste Ergebnis nach Hause holen.“
Andreas Dibowski: „Der Kurs ist anspruchsvoll - aber das ist nicht überraschend, wir haben hier eine Weltmeisterschaft. Es ist ein fairer Kurs, der von unseren Reitern aber dem genügenden Respekt begegnet wird. Den haben sie auch nach wie vor, aber durch das häufige Abgehen wurden die Linien und die Ideen, die man dahinter hat, immer klarer. Ich weigere mich aber, eine Prognose abzugeben. Es kann vom ersten bis zum letzten Reiter alles glatt laufen und dann hat man so einen Lauf wie in der letzten Woche in Avenches, wo vom ersten bis zum letzten Moment alles top war. Das steht und fällt ja auch wieder mit dem Tag und ich traue jedem Reiter definitiv hier eine Null-Runde zu. Der Faktor Zeit wird hier eine große Rolle spielen und das wird für den einen oder anderen auf diesem Niveau noch nicht möglich sein, in dieser kurzen Prüfung in die Zeit zu reiten - wir hoffen aber, dass sie so weit wie möglich da ran kommen. Wir haben einen Plan, wir haben eine Strategie, aber es kommt auch immer darauf an, wie der Tag anfängt. Tatsächlich hat Calvin durch seinen ersten Startplatz eine hohe Verantwortung. Er soll erstmal das Team ins Spiel bringen und dann hoffe ich, erwarte ich, dass das jeden nachfolgenden Reiter motiviert und er das mit in den Wettkampf hinein nimmt - und dann kann sich so ein Team wirklich pushen. Der Teamspirit, die Teamgemeinschaft, das muss ich hier auch noch einmal unterstreichen, ist ausgesprochen positiv. Alle sind füreinander da, da neidet keiner dem anderen irgendetwas. Jeder akzeptiert seine Stellung innerhalb des Teams und nimmt alles so an, wie es kommt. Das hat uns jetzt schon zwei Tage über die Dressur getragen und ich hoffe, dass uns das morgen im Gelände auch beflügelt.“
Daumen drücken für unsere WM-Teilnehmer heißt es ab (deutsche Zeit)
13:16 Uhr für ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann
13:32 Uhr für BOTSWANA und Konstantin Harting
13:56 Uhr für SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein
14:52 Uhr für ASTRELLO und Linus Weiss
15:32 Uhr für CHINTANO und Nicholas Goldbeck
Die Prüfung kann bei Clipmyhorse gestreamt werden und wird wahrscheinlich hier
www.youtube.com/watch?v=Dy-xXV5PPyA
kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Leider haben weder der Veranstalter noch die FEI bis zur Veröffentlichung dieses Berichtes Fotos vom zweiten Dressurtag zur Verfügung gestellt - daher gibt’s in der Bildergalerie heute lediglich Porträts.
Alle Ergebnisse aus Millstreet hat die Rechenstelle:
https://rechenstelle.de/de/veranstaltungen/2026/millstreet-2/
23.07.2026 - KK
Führung für ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann nach dem ersten Dressurtag der U25-WM
Das beste Resultat der Nachwuchs-Vielseitigkeitsreiter erzielten am Donnerstag ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann, die die Spitze vor SAMMY DAVIS JUNIOR und Jennifer Kühnle sowie A D'AUNIS und Lisa Gualtieri übernommen haben. Auf dem neunten Platz rangieren aktuell BOTSWANA 4 und Konstantin Harting, SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein sind 18.
Mit einem sehr knappen Rückstand ist die deutsche Mannschaft nach den ersten beiden Team-Mitgliedern auf dem Bronze-Rang, ganz vorne stehen die Reiterinnen und Reiter aus den USA, dazwischen die Equipe aus Frankreich.
„Wir waren mit allen Präsentationen sehr zufrieden“ brachte es Andreas Dibowski als Bundestrainer der U25-Reiter am Abend auf den Punkt. „Heute haben alle drei aus dem Training, aus der Vorbereitung alles mit in die Prüfung genommen, haben wirklich gut geritten und damit waren Anne-Kathrin [Pohlmeier - die Disziplin-Trainerin Dressur] und ich sehr, sehr zufrieden. Das nachher die Richter nicht so hundertprozentig mitspielen, das ist eine andere Sache und dann sind zu unseren Ungunsten zwei Korrekturen vorgenommen worden - aber da haben wir jetzt schon eine Kampfansage gemacht, die holen wir uns morgen wieder.“ Sowohl bei ALTAIR DE LA CENSE / Calvin Böckmann, als auch bei SIR SCOTTY / Ann-Catrin Bierlein wurden auf Grund hoher Abweichungen der Benotungen der drei Richter (C-James Rooney-IRL / M-Angela Tucker-GBR / E-Robyn Fisher-USA) in einzelnen Lektionen nach der Videokontrolle die Bewertungen herabgesetzt. In der Folge ging die Team-Führung verloren.
Nach einer problemlosen ersten Verfassungsprüfung gab es eine „mega-coole“ [O-Ton Konstantin Harting) Eröffnungsfeier, die als Umzug durch das knapp 2000-Seelen-Dorf gefeiert wurde. Noch einmal Konstantin: „Alle Nationen waren dabei und gefühlt waren alle Menschen, die dort wohnen, auf den Straßen und haben uns zugejubelt. Alle hatten unsere Flaggen, alle Schaufenster waren in den Nationalfarben dekoriert, sie waren sehr kreativ und sehr gastfreundlich. Man hat gemerkt, wie viel Spaß sie hatten, die ganze Welt zu empfangen und Millstreet und auch Irland stolz zu präsentieren. Es war eine wirklich, wirklich tolle Stimmung und hat uns allen sehr viel Spaß gemacht.“
Für den Dressurauftakt aus deutscher Sicht waren ALTAIR DE LA CENSE / Calvin Böckmann (1. mit 27,60 Punkten) zuständig, die als viertes Paar auf das Viereck einritten, um es mit der Bestbewertung wieder zu verlassen. „Ich bin nach dieser Dressur sehr erleichtert. Mit ALI bin ich jetzt seit zehn oder elf Jahren zusammen und wir haben das Training in diesem Jahr umgestellt. Weg von dem, ewig Dinge zu wiederholen, da noch mal zu feilen, da noch mal zu feilen, sondern die Priorität wirklich darauf zu legen, dass sie einfach Spaß an der Sache hat“ erzählte Calvin von Neuerungen, die immerhin zum besten gemeinsamen Vier-Sterne-Dressur-Resultat geführt haben. „ Das hat sich schon Chaumont und Luhmühlen gezeigt und jetzt auch hier. Heute war unsere Dressur sehr korrekt und hatte genug Pep, genügend Frische. Die ein oder andere Benotung hätte vielleicht noch höher ausfallen können - aber das hat man ja immer und das ist kein Punkt, um sich groß darüber zu unterhalten. Insgesamt bin ich sehr zufrieden und morgen unterstützen wir unsere Teammates.“
Als Einzelreiter sind BOTSWANA 4 / Konstantin Harting (9. mit 33,40 Punkten) in Millstreet am Start. Die dunkle Stute ist das jüngste Pferd im Wettbewerb und absolviert die WM als erst dritte Vier-Sterne-Prüfung, für Konstantin ist es der dritte Championatsstart nach zwei Pony-Europameisterschaften. Seine Einschätzung am Abend: „Ich bin extrem stolz auf BOTSWANA. Wie sie das hier alles handelt, sie ist ja mit Abstand das jüngste Pferd im Team und mit ihren neun Jahren noch relativ grün auf diesem Level und dieses Event ist schon beeindruckend für sie, das macht mich extrem stolz. Auf dem Abreiteplatz war sie doch noch recht spannig, auch wenn sie sich toll, richtig locker, angefühlt hat. Relativ lange haben wir uns auf dem letzten Vorbereitungsviereck aufgehalten und als wir dann in das Viereck eingeritten sind, da war sie voll da, hat sich benommen wie eine kleine Show-Off-Lady und hatte richtig Bock, sich zu präsentieren - und das macht dann natürlich richtig Spaß. Die Trabtour war sicherlich das Beste, was wir bisher auf dem Viereck gezeigt haben. Da waren richtige Highlights bei und der Notentrend ging da ja sogar unter dreißig Punkte. Sie ging einen super Schritt. Im Galopp geht es bei ihr im Moment immer noch darum, die Sicherheit zu behalten, weil sie dort schon noch spannig werden kann. Sie hatte einen sehr ordentlichen ersten Wechsel, beim zweiten hatten wir einen kleinen Fehler. Danach kam eine tolle Trabverstärkung und leider ruhte sie beim letzten Halt. Insgesamt bin ich total begeistert, auch wenn man bedenkt, dass wir vor einem Jahr unsere ersten Drei-Sterne-Dressuren geritten sind. Hinzu kommt, dass sie sicherlich nicht das geborene Dressurpferd ist, das ist für uns beide schon richtig viel Arbeit. Heute haben wir gezeigt, was wir aktuell können - aber da ist noch richtig viel Luft nach oben.“
„Unsere Dressur war eigentlich gut, so für dieses Pferd und unsere Vorgeschichte“ freute sich auch Ann-Catrin Bierlein über ihre Dressur mit SIR SCOTTY (18. mit 40 Punkten). „Wir haben sehr davon profitiert, dass Anne-Kathrin [Pohlmeier] mit hier ist und uns in den letzten beiden Tagen sehr unterstützt hat. Was mich sehr gefreut hat, ist das Dibo gesagt hat, dass dieses das Beste gewesen sei, wie er SIR SCOTTY je gesehen habe. Von den Punkten war ich hier und da ein bisschen enttäuscht, aber ich möchte über Punkte erst dann meckern, wenn mir nichts mehr einfällt, was ich verbessern kann. Dressur ist mit SCOTTY sicherlich nicht unsere Lieblingsdisziplin, aber ich habe mich lange nicht mehr so gut vorbereitet gefühlt. Das was geht, haben wir heute voll ausgeschöpft - und von daher, alles gut. Es war schon eine coole Kulisse, auch mit unseren Fans, die uns unterstützt haben und das gibt mir unheimlich viel.“
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann (1. mit 27,60 Punkten)
*2010, SF-Stute von JENNY DE LA CENSE aus der NINJA von HAARLEM x ROSSINI
Züchter: Diego & Filipa Horta E Costa,
Besitzer: Simone, Jason und Liam Böckmann
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 73,33% - M: 71,67% - E: 72,14%
© für alle Aufnahmen: Millstreet Horse Show
BOTSWANA 4 und Konstantin Harting (9. mit 33,40 Punkten)
*2017, Holsteiner Stute von BIG STAR aus der ALANDA von CORMINT x CORRADO I
Züchter: Dieter Pringel
Besitzer: Rainer Schwere
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 66,9% - M: 65,24% - E: 67,62%
SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein (18. mit 40 Punkten)
*2008, Hannoveraner-Wallach von STALYPSO aus der CAPRICE von CHAMBERTIN x INTERVALL xx
Züchterin: Elisabeth Kapp, Clüversborstel
Besitzerin: Ann-Catrin Bierlein
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 59,05% - M: 58,10% - E: 62,86%
Viel Grund zur Freude: Die deutschen Fans in Millstreet
SAMMY DAVIS JUNIOR und Jennifer Kühnle (IRL - 2. mit 29,20 Punkten)
*2009, ISH-Wallach von IMPERIAL HEIGHTS aus der CORNASAUS CONNIE von CONDIOS x GOLDEN CLIFF xx
Züchterin: Amanda Vogan
Besitzer: Margaret & Frank Kinsella und Cathal Daniels
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 70,49% - M: 70,00% - E: 71,90%
A D'AUNIS und Lisa Gualtieri (FRA - 3. mit 30 Punkten)
*2010, SF-Wallach von QUITE EASY aus der HALIOTIS D'AUNIS von DOUBLE ESPOIR x FARCEUR xx
Züchter: Pascal Marchand, FRA-Lucon
Besitzerin: Lisa Gualtieri
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 70,71% - M: 69,05% - E: 70,24%
Alle Ergebnisse aus Millstreet hat die Rechenstelle
https://rechenstelle.de/de/veranstaltungen/2026/millstreet-2/
06.07.2026 - KK
Sechs plus eins - Das Aufgebot für die Weltmeisterschaft der U25-Vielseitigkeitsreiter steht
Bereits gestern in Luhmühlen, unmittelbar im Anschluss an die Deutschen Jugendmeisterschaften hat die AG Spitzensport des Vielseitigkeitsausschusses von Pferdesport Deutschland die Teilnehmer für die Premiere der U25-Weltmeisterschaften (21. bis 26. Juli) benannt.
Die deutschen Farben werden in Millstreet vertreten durch:
Ann-Catrin Bierlein und SIR SCOTTY
* 26. Juli 2001 / RFV Warendorf
nationale Meisterschaften
Bronze DM U25 2026 mit SIR SCOTTY
Bronze DM Junioren 2019 mit AUF GEHT’S FRÄULEIN HUMMEL
international
Starts 141 seit Marbach 2015 mit ON TOP 6
Siege 11 bis 3*-L
Top-10 52 bis 4*-S
Weltrangliste 470
U25-WRL 110
Championate
Team-Gold EM Junioren 2019 mit AUF GEHT’S FRÄULEIN HUMMEL in Maarsbergen
Einzel-Bronze EM Junioren 2019 mit AUF GEHT’S FRÄULEIN HUMMEL in Maarsbergen
4. Platz WM Junge Vielseitigkeitspferde 2024 mit ACSI DIACONDIVA in Le Lion-d‘Angers
Carla Hanser und CASTAGNOLA
* 12. April 2002 / RFV Allingen
nationale Meisterschaften
Bronze DM Junge Reiter 2023 mit CASTAGNOLA in Luhmühlen
international
Starts 68 seit Marbach 2018 mit GRASLAHOF'S PIERROT
Siege 2 bis 3*-L
Top-10 14 bis 4*-S
Weltrangliste 1116
U25-WRL 354
Championate
Team-Gold EM Ländliche Reiter 2022 mit CASTAGNOLA in Lausanne
Team-Bronze EM Junge Reiter 2023 mit CASTAGNOLA in Montelibretti
6. EM Ländliche Reiter 2022 mit CASTAGNOLA in Lausanne
13. EM Junge Reiter 2023 mit CASTAGNOLA in Montelibretti
Libussa Lübbeke und DARCY F
* 15. Januar 2001 / RV Neuhaus-Oste und Umgebung
nationale Meisterschaften
Bronze DM Junge Reiter 2020 mit DARCY F in Luhmühlen
international
Starts 175 seit Rüspel 2017 mit NADEEM
Siege 5 bis 3*-S
Top-10 68 bis 5*
Weltrangliste 93
U25-WRL 7
Championate
Team-Gold EM 2025 mit CARAMIA FRH in Blenheim
Team-Gold EM Junge Reiter 2021 mit DARCY F in Segersjö
Team-Gold Pony-EM 2016 mit NADEEN 2 in Vilhelmsborg
Team-Silber EM Junge Reiter 2022 mit CARAMIA FRH in Hartpury
9. Pony-EM 2016 mit NADEEN 2 in Vilhelmsborg
14. EM Junge Reiter 2022 mit CARAMIA FRH in Hartpury
Calvin Böckmann und ALTAIR DE LA CENSE
* 27. April 2001 / RC Bergerhof
nationale Meisterschaften
Sieger im Preis der Besten 2018 mit ALTAIR DE LA CENSE
Gold DM U25 2026 mit ALTAIR DE LA CENSE in Luhmühlen
Gold DM Junge Reiter 2022 mit ALTAIR DE LA CENSE in Luhmühlen
Silber DM U25 2024 mit ALTAIR DE LA CENSE in Wiesbaden
Silber Pony-DM 2014 mit ASKABAN B in Hohenberg-Krusemark
Bronze DM 2024 mit ALTAIR DE LA CENSE in Luhmühlen
Bronze Pony-DM 2016 mit ASKABAN B in Lauterbach
international
Starts 158 seit Marbach 2013 mit ASKABAN B
Siege 25 bis 4*-L
Top-10 107 bis 5*
Weltrangliste 24
U25-WRL 1
Championate
Team-Gold EM Junge Reiter 2019 mit ALTAIR DE LA CENSE in Maarsbergen
Team-Gold Pony-EM 2016 mit ASKABAN B in Vilhelmsborg
Gold Pony-EM 2015 mit ASKABAN B 2015 in Malmö
Team-Silber EM Junge Reiter 2022 mit ALTAIR DE LA CENSE in Hartpury
Silber Pony-EM 2016 mit ASKABAN B 2015 in Vilhelmsborg
Team-Bronze EM Junioren 2018 mit ALTAIR DE LA CENSE in Fointainebleau
Bronze Pony-EM 2014 mit ASKABAN B 2015 in Millstreet
4. EM 2025 mit THE PHANTOM OF THE OPERA in Blenheim
Team-4. Pony-EM 2014 mit ASKABAN B 2015 in Millstreet
7. Pony-EM 2015 mit ASKABAN B 2015 in Malmö
8. WM der Jungen Vielseitigkeitspferde 2024 mit KASPAROW FRH in Le Lion-d‘Angers
8. Pony-EM 2013 mit ASKABAN B 2015 in Arezzo
Team-8. Pony-EM 2013 mit ASKABAN B 2015 in Arezzo
9. EM Junge Reiter 2019 mit ALTAIR DE LA CENSE in Maarsbergen
10. EM Junioren 2018 mit ALTAIR DE LA CENSE in Fointainebleau
15. WM der Jungen Vielseitigkeitspferde 2023 mit DEXTER FRH in Le Lion-d‘Angers
Linus Weiss und ASTRELLO
* 7. März 2003 / RV Bohlingen
nationale Meisterschaften
Sieger im Preis der Besten 2022 mit ASTRELLO
international
Starts 23 seit Kronenberg 2020 mit ASTRELLO
Siege 1 in 3*-S
Top-10 5 bis 3*-L
Weltrangliste 1118
U25-WRL 355
Championate
Team-Gold EM Ländliche Reiter 2022 mit ASTRELLO in Lausanne
18. EM Ländliche Reiter 2022 mit ASTRELLO in Lausanne
Nicholas Goldbeck und CHINTANO 7
* 1. Juli 2001 / Reit- u. Fahrgem. Bargfeld-Stegen
nationale Meisterschaften
Silber DM Junge Reiter 2022 mit CHINTANO 7 in Luhmühlen
international
Starts 34 seit Hohenberg-Krusemark 2017 mit MICA 5
Siege 5 bis 3*-S
Top-10 16 bis 3*-L
Weltrangliste 701
U25-WRL 199
Championate
Gold EM Ländliche Reiter 2022 mit CHINTANO 7 in Lausanne
Team-Gold EM Ländliche Reiter 2022 mit CHINTANO 7 in Lausanne
Team-Bronze EM Ländliche Reiter 2023 mit CHINTANO 7 in Segersjö
Als Ersatzpaar wurde benannt:
Konstantin Harting und BOTSWANA 4
* 27. September 2001 / RJC Rodderberg
nationale Meisterschaften
Gold Pony-DM 2016 mit CAMILLO WE in Lauterbach
Silber DM Junioren 2018 mit CIGALINE in Luhmühlen
international
Starts 133 seit Haras du Pin 2013 mit MARIESTADT
Siege 7 bis 3*-L
Top-10 66 bis 4*-S
Weltrangliste 155
U25-WRL 18
Championate
Team-Gold EM Ländliche Reiter 2022 mit CASPARA 6 in Lausanne
Team-Bronze EM Ländliche Reiter 2023 mit CASPARA 6 in Segersjö
4. EM Ländliche Reiter 2023 mit CASPARA 6 in Segersjö
6. Pony-EM 2017 mit CAMILLO WE in Kaposvár
13. EM Ländliche Reiter 2022 mit CASPARA in Lausanne
Für die Pferde-Details und die Trainer-Einschätzungen: einfach scrollen bis ans Ende des Longlist-Berichtes...
Direkt aus dem Warendorf-Trainingslager heraus wird die deutsche Equipe nach Irland aufbrechen.
24.06.2026 - KK
Alle Neune - Die Longlist für die Weltmeisterschaft der U25-Vielseitigkeitsreiter steht
Neu im Terminkalender der Nachwuchs-Eventer ist ihre eigene Weltmeisterschaft. Erstmals wird sie für die U25-Reiter vom 21. bis 26. Juli im irischen Millstreet ausgetragen. Am Rande des Heideturniers am letzten Wochenende gab der Bundestrainer Andreas Dibowski einen Einblick in die Anfänge seiner neuen Tätigkeit, äußerte seine Gedanken zu dem Event und zeigte den Weg dahin auf.
Seit eineinhalb Jahren trägst Du einen Teil der Verantwortung für den deutschen Reiternachwuchs mit. Wie ist es dazu gekommen?
Andreas Dibowski: „Nach den Olympischen Spielen in Paris habe ich die Zusammenarbeit mit den polnischen Reitern eingestellt. Dann kam dann von Peter [Thomsen] die Anfrage, ob ich nicht Lust hätte und mir vorstellen könnte, die Perspektivgruppe zu übernehmen, die vorher Julia [Krajewski] betreut hat. Wir [mit Jérôme Robiné] haben dann im letzten Jahr angefangen, diese Betreuung der Perspektivgruppe und auch der U25-Reiter zu übernehmen. Im Laufe des Jahres habe ich dann aber festgestellt, dass es mit der Perspektivgruppe so nicht funktioniert, weil ich dafür mehr vor Ort in Warendorf sein müsste. Die Reiter, die da in Warendorf stationiert sind, brauchen täglich eine Ansprechperson. Dafür war ja auch Jérôme [Robiné] mit eingeplant und mit eingebunden. Ich war mit dabei, da zu Anfang die Frage war, klappt das mit Jérôme, weil er ja altersmäßig noch nicht so weit weg ist, also wie klappt das mit der Akzeptanz. Das war im Nachhinein überhaupt keine Frage, überhaupt kein Problem, weil er reiterlich und von seiner Persönlichkeit her weit genug gefestigt ist, so dass auch die Jüngeren ihn voll akzeptiert haben. Ich selber war zu weit weg, um das tagtäglich zu betreuen, mehr hätte sich mit meinem Betrieb zuhause aber gar nicht vereinbaren lassen.“
Was hast Du verändert?
„Ich war mit dieser Situation nicht zufrieden und bin dann an Dennis [Peiler] und Peter [Thomsen] herangetreten und habe gesagt, dass ich gerne die U25 weiter begleiten würde, aber es auf Dauer mit der Perspektivgruppe keinen Sinn macht. Da es mit Jérôme super klappte, wollte ich mich da gerne ausklinken und über die U25 hinaus kaderübergreifend als Disziplintrainer Gelände für die Ausbildung zuständig sein, weil wir ja Rodolphe [Scherer] nur am Anfang des Jahres für zwei Lehrgänge in Warendorf haben und dann nur noch auf den Turnieren bzw. jetzt noch für einen Longlist-Lehrgang. Wir haben das seit Jahren in Dressur und Springen, diese kontinuierliche Trainingsbetreuung über die Saison hinweg. Das hat sich sehr, sehr bewährt, aber im Gelände hatten wir es nie. Daher kam von mir die Idee, das kaderübergreifend zu machen. Dafür bin ich jetzt alle vierzehn Tage in Warendorf und biete dort das Kadertraining-Gelände an und darüberhinaus jederzeit persönlich in Döhle. Damit wollen wir in Warendorf und Döhle die Geländeausbildung forcieren.“
Das heißt, bei der Perspektivgruppe hat es einen Führungswechsel gegeben.
„Ja. Jérôme ist jetzt alleine für die Perspektivgruppe zuständig und koordiniert alles. Die Ausbildung läuft Hand in Hand, auch mit Anne-Kathrin [Pohlmeier - Disziplintrainerin Dressur] und Lara [Weber - Springen]. Seine Oberaufsicht ist damit mehr eine administrative, eine Management-Aufgabe. Die Mitglieder haben einen konkreten Ansprechpartner, der hier und da mal die Weichen stellt und zum Beispiel sagt, du brauchst mal mehr Geländetraining oder geh‘ mal regelmäßiger zu Lara oder mach mehr Dressur - und wenn es passt, macht er selber Trainings.“
Das hört sich nach einer klareren Struktur an.
„Durch diese neue Aufteilung haben wir jetzt für alle drei Disziplinen über das ganze Jahr für alle Reiter die sich im Kaderbereich aufhalten, eben auch über die unteren Kader, das Angebot, dass wir kontinuierlich Geländetraining mit einplanen, genauso wie Dressur und Springen.“
Wie häufig bist Du mit Deinen U25-Reitern auf den Turnieren?
„Es ist ja eine überschaubare Gruppe und wir haben mit jedem Reiter im Winter Saisongespräche geführt, wollten von ihnen wissen, wo sie sich selber sehen und welche Ziele sie haben. Mit denen, die Richtung WM oder Richtung Deutsche Meisterschaft wollten, haben wir Pläne für das Training und die Einsätze gemacht. Ich bin jetzt nicht auf jedem Zwei- oder Drei-Sterne-Turnier mitgewesen, aber da, wo wir die Hauptsichtungsprüfungen oder die Hauptqualifikationsprüfungen hin gelegt haben, da war ich dann immer bei. Das waren jetzt Kronenberg und Sopot, die beiden Prüfungen hatten wir als Hauptqualifikationsprüfungen auserkoren, und in Strzegom war ich auch da.“
Andreas Dibowski, der Chef-Trainer der U25-Vielseitigkeitsreiter und Leiter des Leistungszentrums Döhle bringt die Erfahrung aus drei Olympiateilnahmen (Team-Gold in Hong Kong mit LEON) , vier Weltmeister- und acht Europameisterschaften (Team-Titel in 2011, 2013 und 2019) für ein optimales Abschneiden der deutschen Nachwuchsreiter ein; mit drei 5*-Siegen ist der mittlerweile 60-jährige hinter Michael Jung der erfolgreichste deutsche Reiter auf diesem Level
Wie findest Du die Idee der separaten U25-WM?
„Ich finde, das ist eine super Idee. Sie könnte allerdings ein bisschen geschickter terminiert werden - das ist eigentlich jetzt schon eine Katastrophe und im nächstes Jahr wird es noch schlimmer, da ist die Senioren-EM dann Mitte September in Avenches und die U25-WM nur eine Woche vorher in Cornbury [GBR]. Was Millstreet angeht, damit tun sie [die FEI-Verantwortlichen] sich keinen Gefallen. So eine WM für jüngere Leute muss einfach später in der Saison sein, in dieser Saison ist das ein völlig bescheuerter Termin. Jetzt im Juli, das ist gerade mal die halbe Saison und die Reiter habe kaum eine Chance, sich über die Saison zu entwickeln oder geraten unheimlich unter Druck, wenn sie ihrem Quali-Ergebnis hinterherrennen. Das Championat an sich finde ich herausragend, weil du einfach als junger Mensch über die ganze Entwicklung Junioren, Junge Reiter, jetzt den nächsten Step machst - und kannst ja gleichzeitig, wenn du schon so weit bist wie jetzt Libussa [Lübbeke] oder Calvin [Böckmann] auch die normale WM machen. Für die, die noch nicht ganz so weit sind, bringt das eine hohe Motivation für ein weiteres Championat auf dem Niveau. Sonst hängen sie ja oftmals zwischen den Stühlen oder schaffen noch nicht den Sprung in den Seniorenkader.“
Was ist mit dem D-Team?
„Der Kader ist mit elf qualifizierten Paaren recht überschaubar, da
kommt jetzt aber auch keiner mehr hinzu. Die Deutsche Meisterschaft in zwei Wochen haben wir bewusst als nationale Prüfung ausgeschrieben, weil es die letzte Prüfung vor der WM ist. Sie sollen sich natürlich untereinander noch einmal messen, aber es geht hier nicht mehr um eine Qualifikation, sondern um eine Empfehlung - die Qualifikation muss vorher abgeschlossen sein. Es ist eine Formüberprüfung mit der Motivation der Deutschen Meisterschaft; ich verspreche mir da eine sehr gute Prüfung von, aber da muss jetzt nicht das Letzte abgefragt werden, weil ja drei Wochen später schon die WM ist.“
Wie geht es weiter?
„Die Longlist erstellen wir am Anfang der kommenden Woche, erwarten dann alle Reiter zum direkten Vergleich bei der Deutschen Meisterschaft. Danach setzen wir uns wieder zusammen und danach gibt es die Shortlist. Direkt vor der Abfahrt nach Millstreet haben wir ein Trainingslager in Warendorf. Leider beißt sich das mit dem Avenches-Termin und wahrscheinlich werden die Spezialtrainer dann nicht vor Ort sein. Wir werden dort auch kein intensives Training mehr machen, weil ja auch der Zeitraum relativ kurz ist - das wird eher ein Motivationstraining, ein Aufwärmtraining sein. Samstags werden die Pferde dann verladen und gehen auf die Reise nach Millstreet.“
Was versprichst Du Dir von der Weltmeisterschaft?
„Wir haben talentierte Reiter, wir haben talentierte Pferde, aber ich kenne nichts von der Konkurrenz. Die Engländer sind mit Sicherheit höchst favorisiert, weil deren U25-Reiter reiten schon über Badminton. Für die ist das mehr oder weniger ein Sparziergang, aber ich weiß auch nicht, wie die sich aufstellen. Bei den anderen Nationen habe ich überhaupt keinen Überblick, muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich mich damit nicht beschäftigt habe. Wir versuchen, eine gute Mannschaft, eine solide Mannschaft hinzubringen und ich hoffe für die Reiter, dass es für sie gute Motivation ist und wir mit einem guten Gefühl wieder nach Hause fahren können. Es ist eine fantastische Veranstaltung, ich war ja mit Alina [Dibos Tochter] in 2017 schon mal da zur Euro. Allerdings ist es eine furchtbare Anreise, mit dem LKW ist das echt weit. Ich bin ja dann auch manchmal ein bisschen naiv, guck‘ mir das auf der Karte an, OK einmal nach England, da über die Insel, dann nochmal eine Fähre, dann ist man ja schon in Irland - als wir da waren, hatten wir vierzig Stunden reine Fahrtzeit hinter uns.“
Was sollten die Vielseitigkeitsenthusiasten noch wissen, was ich Dich jetzt nicht gefragt habe?
„Wir brauchen mehr motivierte junge Reiter, wir brauchen vor allem mehr talentierte Pferde. Wir brauchen auch in Deutschland Geldgeber, die mal ein Pferd halten. Das ist eigentlich das, was uns im Vergleich zu anderen Nationen fehlt. Wenn man zum Beispiel sieht, was Amerika sich einkauft - und die Engländer schöpfen sowieso aus dem Vollen. Da ist der Sport ganz anders aufgestellt. Da können wir uns nicht mit vergleichen, aber es wäre schön, wenn das eine oder andere Pferd in Deutschland potenzielle Investoren findet, die annähernd das Geld ausgeben, das die Ausländer ausgeben.“
Am Dienstag hat die AG Spitzensport des Vielseitigkeitsausschusses von Pferdesport Deutschland die Longlist für das neue Championat aufgestellt und diese Pferd-Reiter-Paare (in alphabetischer Folge) benannt:
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann
ASTRELLO und Linus Weiss
BOB 61 und Isabella von Roeder
BOTSWANA 4 und Konstantin Harting
CASTAGNOLA und Carla Hanser
CHINTANO 7 und Nicholas Goldbeck
DARCY F und Libussa Lübbeke
LANZELOT 142 und Jana Lehmkuhl
SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein
Alle Paare sind mit kurzen Einschätzungen ihres Trainers in der Bildergalerie -die auch heute wieder die Unterstützung von Ingo Wächter (iw-images.de) erfahren hat- abgelichtet:
ALTAIR DE LA CENSE und Calvin Böckmann
*2010, SF-Stute von JENNY DE LA CENSE aus der NINJA von HAARLEM x ROSSINI
Züchter: Diego & Filipa Horta E Costa
Besitzer: Simone, Jason und Liam Böckmann
„Mit ALTAIR hat Calvin ein sehr, sehr gutes Pferd für diese U25-Tour und wir versprechen uns ganz viel davon.“
ASTRELLO und Linus Weiss
*2009, Hannoveraner-Wallach von ASTI'S AMSTERDAM aus der PETTY von PRESTIGE PILOT x DOMSPATZ
Züchter: Jörg Sültemeier, Trebbel
Besitzerin: Susanne Weiss
„Linus war im letzten Jahr in Marbach schon einmal ganz erfolgreich, ist danach in den Vier-Sterne-Prüfungen leider im Springen gescheitert und zwei Prüfungen nicht beenden können. Er war im Mai wieder in Marbach und hat dort sein Quali-Ergebnis bestätigt."
BOB 61 und Isabella von Roeder
*2011, Oldenburger Wallach von BAILAMOS BIOLLEY aus der NOBLESSE XI von CHAGALLO x CARETIONO
Züchter: Werner Stahr
Besitzer: Isabella von Roeder
„Isabella ist eine von zwei Newcomern. Sie ist die amtierende Deutsche Meisterin der Jungen Reitern und in diesem Jahr erstmals bei den U25-Reitern dabei. Sie hat sich gleich Anfang Mai in Sopot ihre Quali mit einem zweiten Platz gesichert und wird auch übernächste Woche in Luhmühlen starten.“
BOTSWANA 4 und Konstantin Harting
*2017, Holsteiner Stute von BIG STAR aus der ALANDA von CORMINT x CORRADO I
Züchter: Dieter Pringel
Besitzer: Rainer Schwere
„Konstantin wollte seine Quali schon in Strzegom holen, ist dort eine sehr souveräne Geländerunde geritten, hatte aber ganz viel Pech am vorletzten Sprung, wo er runter geplumpst ist. Er ist dann in Marbach eine kleine Prüfung geritten und hat seine gute Form in Kronenberg mit einem fünften Platz und dem Sieg in der U25-Sonderwertung bestätigt. Auf die beiden halte ich ganz große Stücke.“
CASTAGNOLA und Carla Hanser
*2010, Holsteiner Stute von CONTENDER aus der IPHIGENIE II von LANCER II x FERNANDO
Züchter: Thomas May, Düsseldorf
Besitzerin: Alexandra Hanser
„CASTAGNOLA hat ihr Quali-Ergebnis auch schon im letzten Jahr gesichert, ist aber in diesem Jahr so ein bisschen unbeständig unterwegs. Da muss man jetzt mal sehen, wie sich das stabilisiert und wie man das am Ende managt.“
CHINTANO 7 und Nicholas Goldbeck
*2012, Holsteiner Wallach von CHIN CHAMP aus der OPHELIA XI von EXORBITANT xx x CALYPSO I
Züchter: Thomas Gerken
Besitzer: Jens & Nicholas Goldbeck
„Nicholas ist einer der Reiter, die letztes Jahr schon sehr auffällig war. Das Pferd hatte sich dann verletzt, ist operiert worden. Er wurde in diesem Jahr sehr sparsam eingesetzt und hat sein Quali in Kronenberg noch einmal bestätigt“
DARCY F und Libussa Lübbeke
*2011, Holsteiner Stute von LARIMAR aus der RIEKE VII von ESTEBAN xx x CONTENDER
Züchter: Ferdinand Baumann, Kerpen
Besitzer: Andreas Baumann und Libussa Lübbeke
„Sie hat die Quali auch mit CARAMIA, ist aber mittlerweile auf den großen Zug aufgesprungen. Sie haben in Marbach sehr, sehr gut abgeliefert und kommen deshalb für Aachen infrage und wir haben sie mit ihrem zweiten Pferd DARCY auf der Liste.“
LANZELOT 142 und Jana Lehmkuhl
*2017, Hannoveraner-Wallach von LUCARELLI xx aus der CARLA von CONTENDRO I x HERALDIK xx
Züchter: Judith und Sönke Schmidt, Naumburg
Besitzerin: Melanie Lehmkuhl
„Bei LANZELOT ist es wie bei CASTAGNOLA.“
SIR SCOTTY und Ann-Catrin Bierlein
*2008, Hannoveraner-Wallach von STALYPSO aus der CAPRICE von CHAMBERTIN x INTERVALL xx
Züchterin: Elisabeth Kapp, Clüversborstel
Besitzerin: Ann-Catrin Bierlein
„Anka trainiert im Moment bei Kevin McNab in England. Sie ist eine von denen, die das Quali-Ergebnis schon im letzten Jahr geholt hat. SIR SCOTTY, der ja schon achtzehn ist, hat sie in dieser Saison sehr behutsam aufgebaut und bringt ihn übernächste Woche auch hier nach Luhmühlen.“
Nach der deutschen Nachwuchs-Meisterschaft in Luhmühlen (2. bis 5. Juli) wird das Team final benannt werden.
Sie haben das Ende der aktuellen U25-WM-Berichterstattung erreicht - vielen Dank für ihr Interesse.






































