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10.08.2026 - KK

E-I-fokussiert: Magdalena Lidenholm


Mit seinem neuen Championatspferd D’ACCORD FRH bringt Christoph Wahler auch eine neue Pflegerin mit nach Aachen. Um alle Dinge außerhalb der Reiterei kümmert sich

Magdalena ‚Magda‘ Lidenholm,

die 1999 in Stockholm geboren ist und heute quasi immer mit den Pferden lebt: „In der Mitte des Klosterhofes in Medingen habe ich ein Appartement für mich und habe damit die Ställe und die Pferde rund um mich herum. So ist es toll für mich, ich liebe es so, wie es ist.“


Früher in Schweden:

„Als ich zwei oder drei Jahre alt war, haben mich meine Großeltern schon auf Pferde gesetzt. Man sagt mir nach, dass ich schon als Kind Tiere unheimlich lieb gehabt habe. Ich hatte wohl eine ganz besondere Verbindung zu ihnen, besser als die zu Menschen. Mit der Reiterei bin ich später angefangen, da war ich etwa zehn Jahre. Zu der Zeit und auch später hätte ich nie gedacht, dass ich so etwas wie jetzt mal beruflich machen werde.  Da kam dann später eins zum anderen und ich habe so viel Spaß am Umgang mit den Pferden gefunden. Sie geben mir so viel und es macht Freude, es ihnen zurückzugeben - und die Antworten, die dann von ihnen kommen, sind so toll.


Magdalena Lidenholm und ein sichtlich etwas müder D'ACCORD FRH nach dem Geländetag in Avenches


Reisejahre:

„Mit 19 Jahren bin ich das erste Mal nach Deutschland gekommen und habe auf dem Schafhof die Dressur- und Zuchtpferde betreut und war der Groom von TOTILAS. Das war schon besonders, ein wirklich cooles Pferd. Er war so clever, manchmal hatte ich das Gefühl, er versteht unsere Sprache. Ich habe auch mit vielen seiner Nachkommen gearbeitet - und sie waren alle so schlau und clever.“
„Nach drei Jahren hatte ich das Gefühl, ich müsste mal etwas Neues anfangen und bin zurück nach Schweden gegangen. Ich habe mich dann im Bereich Physio und Massage fortgebildet, habe aber auch zu der Zeit bereits wieder in einigen Ställen rund um mein Zuhause gearbeitet. Dann kam aus Dänemark das Angebot, im Stall von Daniel Bachmann als Head-Groom zu arbeiten. Zunächst dachte ich, ich sei dafür noch nicht gut genug, aber es hat sehr gut funktioniert und wir hatten zwei tolle Jahre zusammen mit der Europameisterschaft und den Olympischen Spielen. Paris war dabei definitiv das Highlight meiner bisherigen Karriere.“

„Bis vor einem Jahr kannte ich nur die Dressurszene. Eventing ist für mich jetzt komplett neu, der Klosterhof ist dafür meine erste Station. Im April 2025 bin ich von einem Drei-Monats-Trip aus den USA zurückgekommen und habe ich mich einfach umgeschaut. Ich wusste, ich wollte weiterhin etwas mit Pferden machen. Eine meiner besten Freundinnen hatte gerade als Bereiter auf dem Klosterhof angefangen und mir erzählt, dass Christoph gerade jemanden suchen würde. Sie sagte, es sei ein netter Ort und ich solle auch dort hinkommen. Also bin ich hin, habe Christoph und das ganze Team kennengelernt. Irgendwie hatte ich Deutschland auch ein wenig vermisst, die drei Jahre auf dem Schafhof waren wirklich toll. Es ging dann auch ganz schnell und ich war der Pfleger bei Christoph und im Hengststall.“

„Das hat sich aber relativ schnell verschoben und jetzt bin ich die ganze Zeit bei Christoph. Es ist super cool da und ich bin schwer beeindruckt von den Vielseitigkeitspferden und den Vielseitigkeitsreitern. Da ist schon ein großer Unterschied zwischen den Dressur- und Vielseitigkeitspferden. Die Dressurpferde kann man eher mit den Sportlern vergleichen, die ins Gym gehen, um Muskeln aufzubauen, um gut auszusehen. Die Vielseitigkeitspferde sind da eher wie die Marathonläufer, die darauf achten, schlank und ausdauernd zu bleiben. Bei den Dressurpferden versuchst du, dass sie die ganze Energie in ihrem Körper behalten und werden dadurch oft zu tickenden Bomben. Dagegen sind die Vielseitigkeitspferde so cool mit allem und meistens auch einfach zu handeln. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, jetzt Teil dieser Welt zu sein.“


Favoriten:

„Mein Lieblingspferd, das ist schon eine schwere Frage. Eigentlich möchte ich da keinen einzigen ganz nach vorne stellen. Ich habe ein paar Pferde, die waren Ausnahmen wie zum Beispiel TOTILAS oder VAYRON, mit dem ich in Paris war. VAYRON hat mir echt mein Herz gestohlen, ich habe so viel Zeit mit ihm verbracht. Er ist schon ein spezieller Junge, er ist groß, aber manchmal auch wie ein kleiner Junge. Und natürlich sind es immer auch meine eigenen Pferde, die zu meinen Lieblingen gehören. Von Christophs Pferden ist ganz klar D’ACCORD mein Favorit. Anfangs hatte er so etwas wie eine Mauer aufgebaut und musste sicherlich auch mich kennenlernen, um mir zu Vertrauen. So etwas dauert meist etwas länger, aber es ist unglaublich, was dann daraus werden kann. Die Pferde geben dir in diesen Momenten echt viel an Anerkennung zurück. Das ist so ein Punkt, den ich an meinem Beruf liebe.“

„Eines der ersten Events mit Christoph war in Boekelo. Leider hatten wir dort nur wenig Erfolg, er konnte die Prüfung nicht beenden. Aber der Samstag dort war schon unglaublich. Da habe ich zum ersten Mal mitbekommen, wie viele Menschen dieser Sport begeistern kann. Zuhause im Stall hatten mich vor der Fahrt schon alle verrückt gemacht und von Boekelo erzählt. Aber dann dabei zu sein, das war schon echt cool.“

„Ich bin ja noch nicht so lange in dieser Szene dabei, aber so langsam lerne ich immer mehr kennen. Aber es ist wichtig, dass man zusammenkommt, die Netzwerke ausbaut und sich auch untereinander hilft und auch voneinander lernt.“


Der Teil der Welt ohne Pferde:

„Abends habe ich das Problem, dass die Pferde ja mein Beruf und mein Hobby gleichzeitig sind. Ich bin sehr glücklich, dass ich meine Passion hier voll ausleben kann. Also bin ich auch abends noch im Stall oder reite oder treffe Freunde, die natürlich auch fast alle mit Pferden zu tun haben.“
„Wenn mal eine längere Pause da ist, verreise ich sehr gerne und schaue mir schöne Städte und interessante Orte an, oder gehe mal zum Tennis oder zum Fußball oder schaue mir ein Formel 1-Rennen an. Ein paar Mal im Jahr fahre ich auch zurück nach Schweden und treffe mich mit meiner Familie und den alten Freunden.“


Mit Christophs Augen:

„Ihre Ruhe zeichnet sie aus, wenngleich sie mich manchmal damit auch zur Weißglut treibt. Eigentlich bin ich immer mit allem fünf Minuten vor der Zeit und sie ist per se sieben Minuten später. So sind wir dann meistens zwei Minuten später und dann passt es auch. Für D’ACCORD ist sie schon die Bezugsperson geworden. Ich reite so viele Pferde am Tag, springe quasi von einem auf den anderen. Da bleibt wenig Zeit, um mal mit ihm grasen zu gehen oder ihn abzupflegen. Hier auf dem Turnier genieße ich das, wenn ich mal mit ihm spazieren gehen kann. Hier geht das, wenn ich heute nur zwei Pferde reite, aber zuhause ist Magda da unheimlich wichtig. Er hat dann jemanden, an den er sich so ein bisschen klammern kann.“

Sie haben das Ende des Porträts erreicht - vielen Dank für ihr Interesse!

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