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5-Sterne
17.06.2026 - KK
20 Jahre - 20 Sieger / Der Luhmühlen-Rückblick auf zwanzig Editionen in der Königsklasse der Vielseitigkeitsreiterei
In knapp drei Stunden startet in Luhmühlen zum 21. Mal die Fünf-Sterne-Prüfung der Vielseitigkeitsreiter. So las sich die ursprüngliche Fassung des Textes, aber wie es manchmal so ist, der Zeit fehlt einfach eine gewisse Konstanz. Mittlerweile ist die Verfassungsprüfung beendet. Ein quantitativ sehr überschaubares Starterfeld mit 21 Teilnehmern hat von den Richtern und dem Veterinär das OK für den Wettstreit bekommen. Doch dazu später mehr, oder morgen, oder im Rahmen der Dressurberichterstattung - mal schauen.
Nachdem in Badminton seit 1949 auf diesem Level geritten wurde und die Briten in Burghley bereits seit 1961 ein zweites Event dieser Kategorie veranstalteten, dauerte es 36 Jahre, ehe mit Adelaide sich in 1997 ein dritter Veranstalter auf dieses Niveau traute. Ein weiteres Jahr später trat Lexington/Kentucky diesem besonderen Veranstalter-Klub bei. Speziell bei den Erstausgaben in Australien und den USA war, dass beide Events von RED und Nick Larkin (NZL) gewonnen wurden. In 2005 dann feierte Luhmühlen sein Debüt auf der höchsten Ebene, im Herbst 2007 folgte Pau (Frankreich). Von 2021 bis 2025 gaben die Veranstalter in Elkton/USA jeweils im Oktober ein kurzes Intermezzo in dieser Liga.
Zwanzig Jahre mit vielen deutschen Siegen, vielen erfolgreichen Pferden aus den heimischen Zuchtställen. Ehe morgen Luhmühlen-2026 volle Fahrt aufnimmt, hier ein Blick zurück auf unheimlich tolle Momente in der Heide, aber auch auf einige leider dunkle Wolken. Neben den ausführlichen Blicken in die Start- und Ergebnislisten kommen auch zwei sehr markante Zeitzeugen des Heideevents zu Wort.
Am Rande des Badminton-Events im Mai erzählte Julia Otto (die langjährige Geschäftsführerin der Veranstaltungsgesellschaft TGL) über den Aufstieg „ihres“ Events: „Die Idee kam von Mark Phillips, als er als TD für uns tätig war. Er stieg aus dem Flieger - und direkt nach dem ‚Hello‘ fragte er, wann Luhmühlen denn eine Vier-Sterne ausrichten würde. Auch die anderen Gesellschafter [der TGL] fanden, das sei eine großartige Idee, weil wir damit Luhmühlen auf ein anderes Niveau heben konnten. Dann haben wir daran gearbeitet und schon zwei Jahre später wurde es dann Wirklichkeit.“
Julia Otto, die langjährige Geschäftsführerin der TGL
Welche waren die markantesten Veränderungen?
„Das Weiterarbeiten an der Strecke, am Gelände, am Profil des Geländes. Aber auch, nach dem Wegfall der Rennbahn, das Event als solches, auf ein anderes Niveau zu heben und sich international mit den großen Prüfungen wie Badminton oder Burghley zu messen.“
War es die richtige Entscheidung?
„Ich glaube, absolut. Es hat den Standort mit seiner großen Tradition weiter bestärkt und den Starterfeldern und auch der Entwicklung der Zusammenarbeit mit den Sponsoren unheimlich geholfen. Es ist aber auch ein permanenter Prozess, dran zu bleiben, besser zu werden und auch an der einen oder anderen Schraube weiter zu drehen.“
Welche persönlichen drei Highlights haben Sie in der 20-jährigen 4/5-Sterne-Geschichte Luhmühlens?
„Da habe ich jetzt keine Antwort drauf. Es sind so viele Themen, die mich immer beschäftigt haben. Es waren sicherlich besondere Siege dabei, es ist aber auch schwer, diese aufzuzählen, weil es dazu auch immer besondere Geschichten gab, auch hinter den Kulissen. Sicherlich war der Besuch von Prinzessin Anne besonders, weil das auch nochmal die Geschichte von Luhmühlen hochgehalten hat. Mich persönlich macht es Stolz, jedes Jahr viele bekannte Gesichter wieder zu sehen, auch von den Menschen, die früher selber in Luhmühlen geritten sind und heute dann in anderen Funktionen wiederkommen.“
Gestern Morgen nahm sich Andreas Dibowski Zeit für einen Austausch über die Luhmühlen-4/5-Sterne-Geschichte. ‚Dibo‘ ist nach wie vor der Reiter mit der meisten Luhmühlen-Erfahrung auf diesem Niveau, seine 15 Starts hier sind im deutschen Lager bislang unerreicht.
„Ich fand es die logische Konsequenz der ganzen Entwicklung, die wir in Deutschland durchgemacht haben. Es hat dazu beigetragen, dass Luhmühlen als Standort aufgewertet wurde, aber auch der gesamte Vielseitigkeitssport in Deutschland. Wir hatten in der Phase nach dem Papier-Olympiasieg von Athen natürlich einen enormen Aufschwung, den wir innerhalb der gesamten Vielseitigkeitsfamilie in Deutschland mitnehmen konnten und wir hatten für die nächsten zehn Jahre eine unheimlich starke Mannschaft, die ganz solide und kontinuierlich Leistungen abgeliefert hat, was uns auf den nachfolgenden Championaten so fast gefühlt unschlagbar machte. Das haben wir bis 2008 so durchgezogen und dann 2009 in Fontainebleau die volle Breitseite gekriegt. Aber das ist so typisch in diesem Sport, wenn man glaubt, dass man unschlagbar ist, dann holt einen die Realität sehr schnell ein. Im letzten Jahr haben wir das mit den Engländern in Blenheim mit ihrer EM erlebt. Das war für mich so ein Déjà-vu, so wie es uns 2009 in Fontainebleau erwischt hat, hat es die Engländer letztes Jahr erwischt. Das gehört in dem Sport dazu und macht diesen Sport natürlich auch so herausfordernd.“
Mit welcher Erwartungshaltung hast Du die Premiere in 2005 bestritten?
„Ich hatte da eigentlich keine andere Erwartungshaltung, als die anderen Jahre zuvor, als Luhmühlen noch einen Stern weniger hatte. Zu der Zeit war ich sehr stark beritten, bin von einem Event zum anderen gereist, war extrem erfolgreich und da war es eigentlich nur ein weiterer Baustein. Zu dem Zeitpunkt war ich ja auch schon regelmäßig in Badminton, also war das Fünf-Sterne-Niveau für mich jetzt nicht etwas ganz besonders Neues.“
Hattest Du Dir jemals etwas Besonderes vorgenommen, weil es ja Dein Heimturnier war?
„Das hab‘ ich ja immer - und es hat ja die ersten Jahre auch nie geklappt, weil ich immer etwas ganz Besonderes machen wollte. Die ersten Jahre war es ja wirklich so, dass ich immer hin- und hergefahren bin, es war ja vor der Tür. Dann hab‘ ich irgendwann das Konzept umgestellt und habe konsequent gesagt, ich fahre zum Turnier, ich packe meinen LKW und bin auch nicht zuhause. Ich bin dann auch nicht mehr gependelt und war die ganze Zeit auf dem Turnier. Natürlich hat meine Familie mich besucht, aber ich war nicht mehr im Stall und hatte den Kopf frei - und ab da hat es dann ja auch ganz gut geklappt.“
Hattest Du in irgendeinem Jahr mal ein besonderes Gefühl, es könnte mit dem Sieg klappen?
Hatte ich noch nie - oder immer, je nachdem wie man es auslegt. Man fährt natürlich zum Turnier, um die bestmöglichen Leistungen abzufragen und am Ende ist das ja auch ein Spiegel dessen, was man sich erarbeitet hat - und dann gehört auch das Quäntchen Glück noch dazu, um am Ende ganz vorne zu stehen. Kai Rüder hat das mal ganz treffend formuliert, ‚wenn man gewinnen will, müssen die anderen auch für einen reiten‘. Ich habe noch nie aus der Dressur gewonnen, da mussten die anderen auch schon mal für mich reiten. Das war genauso mit dem Fünf-Sterne-Sieg in Pau, als ich mit FANTASIA gewonnen hab‘. Wir konnten dem Starkregen trotzen und die anderen eben nicht und deshalb haben wir gewonnen. Manchmal ist das einfach so.“
Welche besonderen Augenblicke aus Deiner Luhmühlen-Geschichte bringen Dir ein Lächeln aufs Gesicht?
„Natürlich der erste Sieg mit BUTTS LEON, weil man dann endlich mal hier zuhause ganz vorne gestanden hat. Das ist natürlich immer etwas Herausragendes, auch weil ich jetzt nicht unbedingt der absolute Siegertyp über all die Jahre war. Ich war ja immer solide, immer gut dabei, aber ich war ja nicht wie Julia [Krajewski] oder Michi [Jung], die, wenn sie gut dabei waren, immer gewonnen haben. Deshalb ist ein Sieg in einer Prüfung immer etwas Besonderes und bei Fünf-Sternen sowieso. Am Ende müssen alle Faktoren zusammenspielen und funktionieren. Der emotionalste Moment war dann fünf Jahre später der Sieg mit IT’S ME xx, dem kleinen Vollblüter, den wirklich keiner auf der Rechnung hatte. Da hat das ganze Wochenende für uns funktioniert. Das fing mit der Anreise an, das ging mit dem Wetter weiter, wo ich im Starkregen Dressur geritten bin, was für dieses Pferd das idealste war. Dann das Gelände und auch das abschließende Springen - ich hab damals gesagt, dass Pferd ist noch nie so hoch gesprungen und er ist da einfach über sich hinausgewachsen. Das sind, besonders auf so einem hohen Niveau, so herausragende Momente, die dann am meisten in Erinnerung bleiben.“
Was ist besonders positiv an 5*-Luhmühlen?
„Es ist eine Aufwertung des Sports an sich, auch für die Nation Deutschland, dass wir auch so eine hochkarätige, weltweit anerkannte Prüfung auf dem Niveau haben. Auch ist es immer eine Motivation für die nächsten Generationen, die dann sagen ‚da möchte ich auch mal reiten‘. Luhmühlen als Name zieht natürlich schon, das merkt man ja auch in den kleineren Prüfungen, die das Jahr über hier stattfinden - alle Leute wollen in Luhmühlen reiten. Und diese Fünf-Sterne ist immer noch etwas herausfordernder. Es ist ein bisschen schade und da bin ich jedes Jahr sehr enttäuscht, dass diese Fünf-Sterne medial im Rahmen der Deutschen Meisterschaft komplett untergeht. Die Berichterstattungen der Medien spielen nicht wider, was an Leistungen dort mehr gefordert wird. Aber in Deutschland ist halt ein Deutscher Meistertitel wichtiger, bedeutsamer, als ein Fünf-Sterne-Sieg.“
Wo siehst Du Entwicklungspotenzial für den Standort Luhmühlen?
„Da gibt es sicherlich vieles. Wenn man zu verschiedenen Events reist und sich auch auskennt, da gibt es immer wieder Verbesserungsmöglichkeiten - aber das würde ich dann lieber intern mit dem Veranstalter in einer ruhigen Minute klären.“
Gibt es diesen Austausch?
Bisher noch nicht. Also das neue Team fragt schon mal, bei den kleineren Prüfungen hat das schon öfter stattgefunden und vielleicht kann man das ja mal auf das große Turnier übertragen. Wenn da Fragen kommen, stehe ich auf jeden Fall mit Rat und Tat zur Seite.“
Wann sehen wir den Reiter Andreas Dibowski bei seinem 16. Luhmühlen-Start?
„Das hatte ich tatsächlich geplant, es gab einen Drei-Jahres-Plan und da hätte ich heute Morgen mein abschließendes [Trainings-]Springen mit meinem speziellen Pferd gehabt. Das Springen hab‘ ich gemacht, aber der Start klappt nicht. Mit FRH DIADINA habe ich ja ein sehr, sehr gutes Pferd in meinem Besitz und auch im Beritt, aber ich musste mir letztes Jahr selber schweren Herzens eingestehen, dass das mit der Dressur nicht klappt. Damit bin ich jetzt auch safe und setze sie jetzt regelmäßig in Springen ein. Es ist schon witzig, mal über ein S-Springen zu reiten, aber mein Herz hängt an der Vielseitigkeit. Aber wer weiß, wir haben jetzt sehr, sehr gute Nachwuchspferde, wir bauen da gerade eine ganze Armada auf. Auch bei uns gibt es jetzt den Generationenwechsel zu Alina hin. Ich helfe ihr dabei, reite auch mal den einen oder anderen mit, aber wenn sich da einer als Championats- oder Fünf-Sterne-Pferd herauskristallisiert, ist er eher für Alina, als für mich - es sei denn, sie kann ihn gar nicht reiten, dann muss ich natürlich selber noch mal ran.“
Die Anfangsjahre in der Königsklasse in Luhmühlen
Nach Siegen in Fontainebleau und Chatsworth, aber auch mit der Last der einen Volte zu viel in Athen waren RINGWOOD COCKATOO und Bettina Hoy 2005 zu ersten Vier-Sterne-Prüfung in der Lüneburger Heide angereist. Gleich in der Dressur setzten sie eine deutliche Duftnote und führten am Freitag das Feld der 47 Paare mit fast fünf Punkten Vorsprung an. Makellos blieben die späteren Aachen-Team-Weltmeister im Gelände und auch im Parcours; Luhmühlen feierte am Sonntag die erste Vier-Sterne-Heidekönigin. Hinter TOYTOWN / Zara Tindall sicherten sich AIR JORDAN / Frank Ostholt den dritten Platz, SERVE WELL / Andreas Dibowski bescherten dem heimischen Publikum mit dem 6. Platz das dritte Top-Ergebnis.
Es sollte anschließend 18 Jahre dauern, ehe LONDON 52 / Laura Collett wieder eine Dressurführung mit dem Dressurergebnis ins Ziel brachten. Ihre 20,30 Punkte aus 2023 stehen in der Hitliste der besten Viereck-Ergebnisse der letzten 20 Jahre unangefochten auf dem ersten Platz. Dahinter rangieren mit FLYING FINISH / Lucinda Fredericks (AUS, 21,20 in 2012), WALDANO / Julien Despontin (BEL, 21,27 in 2015), SAP ESCADA FRH / Ingrid Klimke (21,80 in 2015) und LEOPIN FST / Michael Jung (21,87 in 2012) weitere vier deutsche Pferde. Insgesamt sind die heimischen Pferde in der Top-20-Liste 14 Mal vertreten. Die D-Reiter tauchen in dieser Auswertung 13 Mal auf: Ingrid Klimke und Michael Jung dreifach, Bettina Hoy, Simone Mersmann (ehemals Deitermann) und Frank Ostholt doppelt sowie einmal Andreas Dibowski. Alle Dressurergebnisse der Jahre 2005 bis einschließlich 2017 wurden für diese Rangierung um den alten Koeffizienten bereinigt.
Die zweite Edition in 2006 brachte mit dem Sieg von AIR JORDAN / Frank Ostholt und dem zweiten Platz von RINGWOOD COCKATOO / Bettina Hoy den ersten deutschen Doppelsieg. Insgesamt war es mit weiteren vier Top-10-Resultaten das bislang erfolgreichste Jahr der deutschen Eventer: SINDY / Dirk Schrade (5.), EURORIDINGS BUTTS LEON / Andreas Dibowski (6.), MARIUS VOIGT-LOGISTIK / Hinrich Romeike (7.) und JACKO’S DELIGHT / Stephanie Thompson (9.). Am anderen Ende der Skala sind die Turniere 2018, 2019, 2022 und 2024, die allesamt ohne deutsche Top-10-Absolventen zu Ende gingen.
RINGWOOD COCKATOO und Bettina Hoy - die Sieger aus 2005
*1991, ISH-Wallach von PEACOCK xx aus der BAILEY'S FOLLY von SKYLARK x
Züchterin: Hilary Greer, Irland
Besitzer: Mary & Frederik Davidson und das DOKR, ab 2009: Bettina
Die Luhmühlen-Auftakt-Sieger waren in 2008 Teil des Weltmeisterteams in Aachen und 6. in der Einzelwertung, um anschließend im Herbst die Ehrenrunde in Pau anzuführen;
nach 23 internationalen Top-10-Resultaten (davon 11 Siege) genoss der Schimmel ab dem Sommer 2009 seine Rente
Auf dem Bild ist das Paar unterwegs im Lexington-Gelände 2009 (2.)
LONDON 52 und Laura Collett - die Sieger aus 2023
*2009, Holsteiner Wallach von LANDOS aus der VERNANTE von QUINAR x CASSINI I
Züchter: Ocke Riewerts, Alkersum
Besitzer: Karen Bartlett, Keith Scott und Laura Collett
Ihre Dressurbewertung aus 2023 (20,30 Punkte) ist immer noch unerreicht, ebenso der Sieg mit dem größten Vorsprung (6,90 Punkte)
AIR JORDAN und Frank Ostholt - die Sieger aus 2006
*1995, Hannoveraner-Wallach von AMERIGO VESPUCCI xx aus der WARANI von WITTENSEE x LOMBARD
Züchter: Horst Wesch, Bederkesa
Besitzer: Robert Vietor, DOKR und Frank Ostholt
Die 2006-Sieger waren später Teil des Weltmeisterteams in Aachen und dort als 4. bestes deutsches Duo in der Einzelwertung;
bei sechs Starts in Luhmühlen (je drei mit AIR JORDAN und LITTLE PAINT) ist Frank jedes Mal in die Top-10 (2., 3., 3., 8. und 9.) geritten
Auf dem Bild sind sie unterwegs im Euro-Gelände 2009 in Fontainebleau
MACCHIATO und William Fox-Pitt - die Sieger aus 2008
*1998, Wallach unbekannter Abstammung
Besitzer: Jane Keir und William Fox-Pitt
Neben dem Sieg in 2008 erreichte das Paar drei Jahre später noch einen neunten Platz in der Heide, auch in Burghley und Badminton galoppierten sie in die Top-10;
auf dem Bild sind sie unterwegs im Badminton-Gelände; sie waren in Luhmühlen die Nachfolger von TWO THYME / Ruth Edge (von denen es leider kein Foto gibt)
TANKERS TOWN und Sharon Hunt - die Sieger aus 2010
1994*, ISH-Wallach von DIAMOND CLOVER aus der MONEY GONE WEST von BULLDOZER
Besitzer: Sharon Janet und Terry Hunt
© TGL
Gegenüber drei Dressur- und Gesamtsiegern stehen LA BIOSTHETIQUE - SAM FBW und Michael Jung, die in 2009 vom 14. Platz am Ende der beiden Dressurtage kommend, sich im Gelände bis auf den zweiten verbesserten und am Sonntag nach einer fehlerfreien Parcoursrunde und einem Abwurf von EURORIDINGS BUTTS LEON / Andreas Dibowski (2.) als Sieger gefeiert wurden. Den deutschen Triumph komplettierten auf dem dritten Platz GADGET DE LA CERE / Dirk Schrade. Bis heute ist „King SAM“ das einzige 9-jährige Pferd, das in Luhmühlen die Königsklasse gewonnen hat. Die sensationelle Doppel-Null-Runde im Gelände gewinnt mit der Einschätzung des damaligen Kursdesigners Captain Mark Phillips eine zusätzliche Anerkennung: „Ich denke, dass wir dieses Mal am absoluten Limit des technischen Anspruchs waren. Nächstes Jahr wird der Kurs wieder etwas einfacher.“
Zwei Jahre später sollte Andreas Dibowski dann in 2011 endlich der große Wurf gelingen: Erneut im Sattel von EURORIDINGS BUTTS LEON beendete der vielfache deutsche Championatsreiter die Dressur auf dem fünften Rang. Am Samstag folgte eine der in 20 Jahren insgesamt 149 Doppel-Null-Runden im Gelände. Für das Paar aus Döhle war es nach 2006 und 2009 bereits das dritte Mal, dass sie mit einer blütenreinen Weste aus dem Cross zurückkamen; nur noch BLACK TIE / Oliver Townend gelang diese Parforce-Leistung in 2014, 2016, und 2017. Vom dritten Rang aus gingen LEON und Dibo am Sonntag in den Parcours und kamen mit ‚nothing to add‘ über die Ziellinie. Anschließend waren es OPGUN LUOVO / Sandra Auffarth (2.) mit einem und FLYING MACHINE / Piggy March (4.) mit zwei Abwürfen, die die Tête in der Ehrenrunde dem Hong Kong-Team-Olympiasiegerpaar überließen. Mit dem dritten Platz sorgten LITTLE PAINT / Frank Ostholt zum zweiten Mal nach 2009 für ein rein deutsches Podium. Bis heute warten die Adlerträger auf eine weitere Wiederholung dieser Triumphe.
Zurück in Döhle schrieb Andreas damals auf seiner Homepage: Ich habe nun 22 Jahre auf diesen einen, doch für mich sehr bedeutenden Sieg in Luhmühlen warten müssen. 22 Jahre, die ich auf diesem Niveau mich versucht habe, Erfahrungen sammeln konnte und auch viele viele Rückschläge hinnehmen musste. Das ist Vielseitigkeitssport. Das ist es, was meiner Meinung nach erstrebenswert sein sollte. Die Suche nach Beständigkeit. Nicht der kurzfristige große Erfolg zählt, sondern die Möglichkeit, mit seinen Pferden einer langen gemeinsame Zukunft entgegen zu arbeiten. Es lohnt sich einfach……. … Das Highlight und die Früchte langjähriger Zusammenarbeit konnte ich mit Euroridings Butts Leon im CCI4 genießen. Es waren drei perfekte Wettkampftage mit ihm. 39 Pkt aus der Dressur, ein Geländeritt, der mir selten so perfekt gelungen ist mit lässigen 15 Sekunden unter der Zeit bei einem wahrlich bis zum Schluß fliegenden Leon und ein grandioses abschließendes fehlerfreies Springen wurden endlich mit dem Sieg in Luhmühlen belohnt.
LA BIOSTHETIQUE SAM FBW und Michael Jung - die Sieger aus 2009
*2000, DSP (Bad-Wü)-Wallach von STAN THE MAN xx aus der HALLA von HERALDIK xx x GODEHARD
Züchter: Günter Seitter
Besitzer: Erich Single, Joachim Jung, Familie Jung und DOKR
Ein ausführliches Porträt des wohl besten Vielseitigkeitspferdes seiner Zeit gibt es hier.
© TGL
Mit
LEOPIN FST (Sieger in 2012)
*1999, DSP (Sa-Thü)-Wallach von LEGAL LEGEND xx aus der PIOPINIA von PIUS
Züchterin: Annegret Braha
Besitzer: Anke Hoyer und Joachim Jung
wurde Michael in 2012 der erste Reiter, der Luhmühlen doppelt gewinnen konnte
GADGET DE LA CERE und Dirk Schrade
*1994, Anglo-Araber Wallach von ATHOS DE CERAN aus der SAMANDA von SAMUEL
Züchter: Georges de Clavieres
Besitzer: Rolf Schmidt, das DOKR und Dirk Schrade
Einer der drei D-Reiter, die bislang ganz knapp an der Goldschleife verbeigeschrammt sind: Dirk Schrade, in 2007 zweiter mit GADGET DE LA CERE, bei 9 Starts ritt Dirk sechs Mal in die Top-10
Auf dem Bild sind sie unterwegs auf dem Euro-Viereck 2009 in Fontainebleau
EURORIDINGS BUTTS LEON und Andreas Dibowski - die Sieger aus 2011
1997, Hannoveraner-Wallach von HERALDIK xx aus der LILLIAN von STAR REGENT xx x PAPI'S BOY xx
Züchter: Friedrich Butt
Besitzer: Anne-Kathrin Butt und Andreas Dibowski; später: Susanne und Holger Heigel
Drei seiner 15 Luhmühlen-Starts (mit 8 Top-10-Resultaten) absolvierte Andreas mit BUTTS LEON, ihre gemeinsame Erfolgsstatistik: Sieg in 2011, 2. in 2009, 6. als 9-jähriger in 2006 und neben LA BIOSTHETIQUE SAM FBW / Michael Jung das einzige Paar, das Luhmühlen zwei Mal mit dem Dressurergebnis beendet hat;
wo anders als hier in der Heide hätte der Hong Kong-Team-Olympiasieger in 2015 aus dem großen Sport (auf dem Bild, da dann als FRH BUTTS LEON) verabschiedet werden sollen
In 2012 machte sich Michael Jung zum ersten Luhmühlen-Doppel-Sieger: Mit LEOPIN FST lag er nach der Dressur mit einem Punkt Rückstand an zweiter Stelle. Ein fulminanter fehlerfreier Geländeritt mit 16 Sekunden innerhalb der Bestzeit brachte das Paar aus Horb auf die Pole-Position, die sie am Sonntag trotz eines Abwurfs im Parcours in den Sieg vor FLYING FINISH / Lucinda Fredericks (AUS) und FRH BUTTS AVEDON / Andreas Dibowski umwandelten. In der Endabrechnung lag der mittlerweile vierfache Olympiasieger mit 5,20 Punkten in Front, dem zweitgrößten Vorsprung in 20 Jahren Luhmühlen-4/5-Sterne.
Dunkle Wolken über Luhmühlen
In 2013 (Sieger: MR CRUISE CONTROL / Andrew Nicholson - NZL) verletzte sich die französische Stute P'TITE BOMBE (Emeric George) bei einem Sturz so schwer, dass sie später eingeschläfert werden musste. Ein Jahr später (Sieger: WESKO / Tim Price - NZL) brach noch im ersten Drittel der Strecke der 15-jährige LIBERAL des britischen Reiters Tom Crisp nach einem Aortenabriss tödlich zusammen.
Ebenfalls in 2014 galoppierten um 9:22 Uhr WILD THING Z / Benjamin Winter zu ihrer gemeinsamen 4-Sterne-Premiere aus der Startbox. Das Paar hatte bereits vier Team-Medaillen von Nachwuchseuropameisterschaften mit in den heimischen Stall gebracht und war bei den Jungen Reitern 2018 in Kreuth 4. in der Einzelwertung. Ben hatte im Oktober 2013 bei seinem 4-Sterne-Debüt das Gelände in Pau im Sattel von WOOLPIT AMBLE ohne Hindernisfehler beendet und drei Monate zuvor ein erfolgreiches erstes Championat als Senior bestritten (mit ISPO 18. der Einzelwertung in Malmö). In der Heide war an diesem Tag kein Hindernis zu hoch, keine Distanz zu schwer. Ohne Hindernisfehler und sieben Sekunden unter der Bestzeit kamen beide ins Ziel. Knapp drei Stunden später war für ihn ein zweites Mal der Countdown herunter gezählt: Mit ISPO ging es auf die 6.430 Meter lange Geländestrecke, in deren Verlauf es am 20. Hindernis zum tragischen Reiter/Pferd-Sturz kam. Später im Krankenhaus erlag der 25-jährige Benjamin Winter seinen schweren Verletzungen. In einer würdevollen Trauerzeremonie wurde seiner am Sonntagmorgen gedacht, die parallel ausgerichtete Deutsche Meisterschaft wurde abgebrochen, viele seiner Reiterfreunde hatten am Samstagnachmittag ihre Startmeldung zurückgezogen.
WILD THING Z und Benjamin Winter
*1998, Westfalen-Wallach von WESSEX aus der FLOSUGAR von SUGARWOWL HANOVER
Züchter: Siegfried Zobel, Werne
Besitzer: Laura & Marius Winter
Ben auf dem Weg zur Doppel-Null-Runde in 2014, es sollte leider seine letzte sein
MR CRUISE CONTROL und Andrew Nicholson - die Sieger aus 2013
*2001, ISH-Wallach von CRUISING aus der CHIA von BROUSSARD
Züchterin: Jenny McCann
Besitzer: Andrew Nicholson
MR CRUISE CONTROL ist eines von fünf Pferden, die 4 Mal in Luhmühlen angetreten sind, alle seine Starts endeten mit einem Wertungsergebnis; Andrew ist 15 Mal gestartet und hat 14 seiner Ritte am Sonntag beendet
WESKO und Tim Price - die Sieger aus 2014
*2003, KWPN-Wallach von KARANDASJ aus der KOLIEN von MYTENS xx
Züchter: R.J.M. Schoenaker, NED-Rutten
Besitzer: The WESKO Syndicate
Für Tim war es der erste von bislang sechs 5*-Siegen
Drei deutsche Siege in Folge
Knapp, ganz knapp ging es 2015 zu: Für 30 Dressurlektionen konnten im Idealfall in der Summe der drei Richter 900 Punkte generiert werden. SAP ESCADA FRH / Ingrid Klimke sammelten davon 704 ein, FAERIE DIANIMO / Jonelle Price derer 703. Es war umgerechnet lediglich ein Zehntelpunkt, der beide am Freitagabend im Zwischenranking trennte. Samstags gingen zunächst FAERIE DIANIMO / Jonelle Price auf die Geländestrecke - und waren fehlerfrei mit einer fast Punktlandung nach 11:09 Minuten (Bestzeit = 11:10) bald wieder zurück. Im letzten Viertel des Starterfeldes galoppierte das deutsche Duo über den Mark Phillips-Kurs - und blieb acht Sekunden unter der Optimalzeit. Gar 16 Sekunden Reserve hatten im Ziel LA BIOSTHETIQUE - SAM FBW / Michael Jung, die sich damit bis auf den dritten Platz nach vorne schoben. Ob der geringen Abstände blieb die Spannung am Sonntag bis zum letzten Parcourshindernis erhalten, aber das Trio war sich auch hier einig und lieferte drei fehlerfreie Runden. Für SAP ESCADA FRH war es ein wahres Heimspiel, erblickte sie doch nur wenige Kilometer entfernt im Stall von Jürgen Stuhtmann das Licht der Welt.
Drei Jahre später (2018) war dann die Zeit reif für die SHBGB-Schimmelstute FAERIE DIANIMO und die neuseeländische Amazone Jonelle Price, die mit einem soliden 6. Rang aus der Dressur und einem Zwischenstopp auf dem 2. Rang nach dem Gelände am Sonntag die Ehrenrunde anführten. Mit diesem Sieg in der Tasche ging es Ende des Monats in der Weltrangliste von Platz 41 steil nach oben bis auf den 7. Rang.
Fünf Jahre nach Sieg mit EURORIDINGS BUTTS LEON hatte Andreas Dibowski in 2016 mit IT’S ME xx wieder auf das richtige Pferd gesetzt. Der einzige Vollblüter (Dibo: „Mein Ferrari im Gelände“), der bislang Luhmühlen gewann, startete mit einem 4. Rang in der Dressur, schrammte im Cross nur ganz, ganz knapp an der Doppel-Null vorbei und brachte dieses Ergebnis am Sonntag über die Ziellinie im Parcours. „Eigentlich kann er gar nicht so hoch springen, aber er weiß es ja nicht“ freute sich Andreas über den zweiten „Heimsieg“ seiner Reiterkarriere. Mit 25 Zusatzsekunden im Gelände büßten SAMOURAI DU THOT / Julia Krajewski ihre Dressurführung ein und sicherten sich in der Endabrechnung das dritte Preisgeld.
Ein Jahr später (2017) musste das Paar aus Warendorf die Dressurführung an DESIGNER / Bettina Hoy abtreten. Im Gelände blieben beide Duos unisono fehlerfrei an den Hindernissen und kamen beide innerhalb der Bestzeit ins Ziel. Das Parcoursspringen musste also die Entscheidung bringen. Erster Akt: SAMOURAI DU THOT / Julia Krajewski galoppierten mit einem Rückstand von 1,10 Punkten auf den ersten Sprung zu, als sie die Ziellinie querten waren es 5,10, aber der zweite Platz war dennoch abgesichert. Zweiter Akt: DESIGNER / Bettina Hoy absolvierten direkt im Anschluss die ersten fünf Hindernisse fehlerfrei, ehe auch sie einen Abwurf mit in die Wertung nehmen mussten. Theoretisch hätte das immer noch für den Sieg gereicht, allerdings ist beiden die Zeit weggelaufen. Im finalen Resultat addierten sich drei weitere Strafpunkte für die Extrasekunden und es wurde der dritte Platz. Damit war der Name Julia Krajewski der sechste -und bisher letzte- auf der Liste der deutschen Luhmühlen-GewinnerInnen.
SAP ESCADA FRH und Ingrid Klimke - die Sieger aus 2015
*2004, Hannoveraner-Stute von EMBASSY I aus der LEHNSHERRIN von LEHNSHERR x CARDINAL xx
Züchter: Jürgen Stuhtmann, Winsen / Luhe
Besitzer: Madeleine Winter-Schulze, Andreas Busacker und das DOKR
Als frisch gebackene Caen-Team-Weltmeister (2014) kam SAP ESCADA FRH zurück in ihre Heimat - und siegte, nach Pau 2014 wurde es für Ingrid der zweite 5(ex4)*-Triumph
© TGL
IT'S ME xx und Andreas Dibowski - die Sieger aus 2016
*2004, Vollblut-Wallach von KAHYASI xx aus der ITZA xx von LOCAL SUITOR xx x SIMPLY GREAT xx
Züchter: Gestüt Hof Iserneichen
Besitzerin: Susanne Heigel
Bei 36 internationalen Starts kam der Braune 26 Mal ohne Hindernisfehler aus dem Gelände zurück und war dabei 11 Mal innerhalb der Bestzeit; 14-jährig und kerngesund entschied die Familie Heigel, dass der Vollblüter sich ab jetzt auf der Weide austoben dürfe
SAMOURAI DU THOT und Julia Krajewski - die Sieger aus 2017
*2006, SF-Wallach von MILOR LANDAIS aus der MELITOS DU THOT von FLIPPER D'ELLE x SHALIMAN DU THOT
Züchter: Jean-Francois Noel, FRA-Reville
Besitzer: DOKR
Nach dem Debüt in 2013 im Sattel von LONDON RETURN OLD, dem gemeinsamen 3. Platz in 2016 dann ein Jahr später der Gewinn in der Heide
Zur Freude der deutschen Züchter
Ab 2019 gingen vier Siegertrophäen zwar an Pferde aus deutschen Zuchtställen, aber alle waren international beritten: Zunächst schloss Tim Price dank ASCONA M mit seinem zweiten Sieg nach 2014 zu Michael Jung und Andreas Dibowski als Doppelsieger auf. Das Trio ist nach wie vor unter sich.
Auf Grund der Covid-Pandemie blieb es 2020 still in der Heide.
Dritte im Klub der am Sonntag siegenden Dressursieger sind CHARLIE VAN TER HEIDEN / Mollie Summerland, die in 2021 lediglich im Springparcours 3 Extrasekunden benötigten. Mit 22 Jahren, 9 Monaten und 7 Tagen war die britische Amazone die jüngste Reiterin, die seit 2005 in Luhmühlen triumphiert hat. Die Rangierung der Top-10-Reiter führen Niklas Bschorer (20 Jahre, 7 Monate, 6 Tage in 2015 beim 9. Platz mit TOM TOM GO) und Cathal Daniels (IRL - 21 Jahre, 9 Monate, 4 Tage, 2018 7. mit RIOGHAN RUA) an. Wären es bei CHARLIE VAN TER HEIDEN / Mollie Summerland statt der drei Sekunden Zeitüberschreitung acht geworden, hätte es mit CARJATAN S / Christoph Wahler (2.) einen weiteres deutsches Siegerpaar gegeben.
FAERIE DIANIMO und Jonelle Price - die Siegerinnen aus 2018
*2005, SHBGB-Stute von DIMAGGIO aus der FAERIE DAZZLER VII von CATHERSTON DAZZLER x BEN FAERIE xx
Züchterin: T. Rickards, GBR-Brockenhurst
Besitzerinnen: Trisha Rickards, Jacky Green und Jonelle Price
Vier Starts in Luhmühlen, alle drei Plätze des Podiums einmal besetzt - eine Bilanz, die sich sehen lassen kann
CHARLY VAN TER HEIDEN und Mollie Summerland - die Sieger aus 2021
*2009, Hannoveraner-Wallach von CONTENDROS BUBE aus der ESPANJA von ESCUDO II x GRAF SPONECK
Züchter: Klaus Steffens
Besitzer: Mollie Summerland, später: Ronald Zabala Goetschel
Niemand vorher oder nachher hat in so jungen Jahren in Luhmühlen triumphiert wie Molli Summerland
TOM TOM GO 3 und Niklas Bschorer
*2003, Holsteiner Wallach von TEMPLER GL xx aus der LAFAYETTE von CONTENDER x CORIALL
Züchter: Günter Schüder, Bahrenfleth
Besitzer: Tristan Bschorer
Der jüngste Reiter, der je in Luhmühlen in die Top-10 geritten ist: 9. in 2015, im November folgte die Party zum 21. Geburtstag
In 2022 feierte Felix Vogg seinen ersten 5-Sterne-Sieg im Sattel von COLERO, der Erfolg von LONDON 52 / Laura Collett in 2023 wurde weiter oben bereits aufgegriffen.
Auch Lara de Liedekerke-Meier feierte ihren ersten 5*-Sterne-Sieg in Luhmühlen. Mit HOONEY D’ARVILLE profitierte sie 2024 dabei von je zwei Abwürfen von POOLY BLUE EYES / Jennifer Kühnle und auch von IZILOT DHI / Ros Canter, die damit ihre Dressur- und Geländeführung verloren. Ein Jahr später in 2025 dann die umgekehrten Vorzeichen, nach einem Abwurf der nach Dressur und Gelände führenden LONDON 52 / Laura Collett übernahmen sie die Tête der Ehrenrunde.
COLERO und Felix Vogg - die Sieger aus 2022
*2008, Westfalen-Wallach von CAPTAIN FIRE aus der BONITA von BORMIO xx x SALEM
Züchter: Heinrich & Stephan Schwert, Werne
Besitzer: Jürgen Vogg
Eines von lediglich 37 Paaren, die Luhmühlen mit ihrem Dressurergebnis beendet haben
HOONEY D'ARVILLE und Lara de Liedekerke-Meier - die Sieger aus 2024
*2013, SBS-Stute von VIGO D ARSOUILLES STX aus der NOONEY BLUE von JET SET DU REZIDAL x SHAMARAAN xx
Züchter: Larga SPRL, Belgien
Besitzer: Barbara de Liedekerke, Larga SPRL und Five Star Eventers
Der erste 5*-Sieg für eine Reiterin unserer Nachbarn
IZILOT DHI und Ros Canter - die Sieger aus 2025
*2013, KWPN-Wallach von ZAVALL VDL aus der UN von CAVALIER ROYALE x BAHRAIN xx
Züchter: B.S. Wichers, Niederlande
Besitzer: Alex Moody und Rosalind Canter
Das einzige Luhmühlen-Siegerpaar, das in diesem Jahr wieder auf der Starterliste steht - diese Aussage ist mittlerweile Geschichte: IZILOT DHI wurde von der Entry-List gestrichen
ASCONA M und Tim Price - die Sieger aus 2019
*2008, Holsteiner Stute von CASSARO aus der NAOMI IV von CARPACCIO x GRUNDYMAN xx
Züchter: Karl-Jochen Maas
Besitzer: Suzanne Houchin, Lucy Sangster und Peter Vela
Mit diesem Sieg avancierte Tim zum dritten Luhmühlen-Doppelsieger, bei 10 Starts ritt er insgesamt fünf Mal in die Top-10
OPGUN LOUVO und Sandra Auffarth
*2002, SF-Wallach von SHOGOUN II aus der VANILLE DU TERTRE von J'T'ADORE
Züchter: Yves Berlioz
Besitzer: DOKR und Sandra Auffarth
Die zweite im Trio der Fast-Sieger: Runner-Up in 2011 im zarten Alter von 9 Jahren
FISCHERROCANA FST und Michael Jung
*2005, DSP (Sa-Thü)-Stute von ITUANGO xx aus der ROSE von CARISMO x SCAMPOLO
Züchter: Mirko Glotz, Schönberg
Besitzer: Brigitte & Joachim Jung
Zwischenstopp (2. in 2014 als 9-jährige) einer großartigen Karriere: Vorher Bundeschampionesse und Weltmeisterin der Jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion-d’Angers, später Vize-Welt- und Vize-Europameisterin sowie dreifache Kentucky-Siegerin
Bei seinen sieben Starts stellte Michael insgesamt vier Pferde vor, ritt fünf Mal in die Top-10 und war dabei zwei Mal siegreich
© TGL
CARJATAN S und Christoph Wahler
*2009, Holsteiner Wallach von CLEARWAY aus der KAJENNA von GALAN VERT xx x CALETTO I
Züchter: Carl Friedrich Söhrmann, Groß Buchwald
Besitzer: Lena Thoenies
Sie komplettieren das Trio der Runner-Ups ohne Sieg …
ausführliche Porträts von Pferd und Reiter gibt es hier.
SO IS ET und Andreas Ostholt
*2003, Westfalen-Wallach von SUNLIGHT xx aus der ROTESSA von ROTARIER x FLUVIUS
Züchter: Marcelis Padmos
Besitzer: Maracellis Padmos und das DOKR
In 2014 6. in Luhmühlen und knapp zwei Jahre später der zweite Teil des legendären und bisher einzigen GER-Doppelsieger-Duos in Badminton (hinter den Siegern LA BIOSTHETIQUE SAM FBW und Michael Jung)
CARLITOS QUIDDITCH K und Malin Hansen-Hotopp
*2012, Holsteiner Wallach von QUIWI DREAM aus der AMSTERDAM von CASSINI I x ROMINO
Züchterin: Miriam Kühl, Brodersdorf
Besitzerin: Dr. Bodil Ipsen
Im vergangenen Jahr hielten sie mit dem 6. Platz die Deutschland-Flagge hoch
FRH BUTTS AVEDON und Andreas Dibowski
*2003, Hannoveraner-Wallach von HERALDIK xx aus der KARINA-ANDORA von KRONENKRANICH xx x WIESENBAUM xx
Züchter: Friedrich Butt, Bülkau
Besitzer: Anne-Kathrin Butt, Manfred Giensch und Andreas Dibowski
Das einzige Paar, das fünf Mal in Luhmühlen angetreten ist, mit dem dritten Platz in 2012 hatten sie dabei ihr Bestergebnis; mit einem 8. Platz in Pau 2019 hat Dibo AVEDON aus dem großen Sport verabschiedet
Andreas: „Mit ihm habe ich gefeiert, mit ihm habe ich gelitten - bin im Himmel und in der Hölle gelandet. …“
Seine Hommage an den langjährigen Partner ist hier veröffentlich.
TWINKLE BEE und Anna Warnecke
*1995, ISH-Wallach von TALDI aus der BALLYNATTIN SPRING von KILTEALY SPRING
Züchter: Jay Bowe
Besitzerin: Anna Warnecke
Gemeinsam mit vier anderen Paaren haben TWINKLE BEE und Anna Warnecke vier Luhmühlen-Einsätze (dabei 15. in 2010) in ihrer Vita stehen, in Badminton kamen sie gar auf sechs Starts (u. a. 14. in 2009)
Auf dem Bild sind sie in Badminton unterwegs
RUTHERGLEN und Andrew Hoy
*2003, Hannoveraner-Wallach von RAMIRES aus der RAMONA (Hann) von RONCALLI xx x DUCELLO
Züchter: Gerhard Oestermann
Besitzer: Hoy Enterprises Ltd.
Vier Mal angetreten, drei Mal „im Geld“; Andrew ist einer der fünf Reiter, die in Luhmühlen zweistellig gestartet sind
SHAMWARI 4 und Boyd Martin
*2002, Hannoveraner-Wallach von STAR REGENT xx aus der DONNICE von DER CLOU x ISTANBUL
Züchterin: Gita Zühlsdorf
Besitzer: SHAMWARI 4 Syndicate
Boyd ist einer von sieben Reitern, die vier Mal oder öfter Doppel-Null aus dem Gelände zurückgekommen sind
COOLEY ROSALENT und Oliver Townend
*2014, ISH-Stute von VALENT aus der BELLANEY JEWEL xx von ROSELIER xx x THE PARSON xx
Züchter: J.W. Rosbotham, IRL-Armagh
Besitzer: Diana & Paul W. Ridgeon
Mit seinen 17 Starts in Luhmühlen führt Olli dieses Ranking vor Andreas Dibowski („Der kommt ja immer gleich mit drei Pferden…“) und Andrew Nicholson an; das beste Resultat hatte er beim 4. Platz mit BLACK TIE in 2014
Mark Phillips (ganz links) kam zunächst als TD nach Luhmühlen und war dann von 2005 bis 2016 Kursdesigner für das Gelände; auf dem Bild ist er zusammen mit Gerd Naber (Mitte) und Martin Plewa
Mike Etherington-Smith führt seit 2017 im Cross die Regie
Elke Fingerholz (equipe-foto.de) hat schon viele Eventing-Inside-Berichte mit ihren tollen Bildern unterlegt
Ingo Wächter (iw-images.de), der immer wieder Aufnahmen aus seinem reichhaltigen Reservoir zur Verfügung stellt
Aus aller Welt haben Reiterinnen und Reiter die bislang 806 Luhmühlen-Startplätze besetzt. Wie zu erwarten war, stellen die Briten mit 254 Eintragungen das größte Kontingent. Sechs Mal standen ReiterInnen von der Insel am Sonntag ganz im Klassement, 62 Mal tauchen sie in den Top-10 auf. Die schwarz-rot-goldene Flagge war in den Starterlisten der letzten 20 Jahre 117-fach vertreten, acht Mal wurde „Einigkeit und Recht und Freiheit“ angestimmt, 46 Top-10-Resultate gehen auf das Konto der heimischen ReiterInnen. Vier Sieger kommen aus Neuseeland (drei Mal Familie Price), je einer aus der Schweiz und aus Belgien.
An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Diana Jung (facebook.com/dianajung.fotografie.7), Elke Fingerholz (equipe-foto.de), Ingo Wächter (iw-images.de) und auch der TGL für die Unterstützung bei den Bildern.
Nach vielen Impressionen und Daten aus der 20-jährigen Luhmühlen-5-Sterne-Geschichte ist der Blick nun wieder nach vorne gerichtet: Um 16:30 Uhr beginnt heute (Mittwoch) die Präsentation der 5*-Pferde im Rahmen der ersten Verfassungsprüfung. Am Ende dieser Woche könnte Tim Price der erste Luhmühlen-Dreifachsieger sein. Vielleicht komplettieren ja Ros Canter oder Jonelle Price das Doppelsieger-Trio zu einem Quartett. IZILOT DHI wäre im Falle der Wiederholung seines Vorjahreserfolges bei den Vierbeinern der erste Doppelsieger geworden. Mit den Debüts von Heike Jahncke (MIGHTY SPRING FRH) und Katharina Meyer (ASPEN T) erhöht sich die Zahl aller deutschen Luhmühlen-Starter seit 2005 in diesem Jahr auf 42.
Sie haben das Ende der aktuellen Luhmühlen-Berichterstattung erreicht - vielen Dank für ihr Interesse.









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