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17.07.2026 - KK
UELZENER'S NICKEL und Julia Krajewski setzen sich an die Spitze des Vier-Sterne-Feldes
Einen Führungswechsel zu UELZENER'S NICKEL und Julia Krajewski gab es ganz am Ende des zweiten Dressurtages beim schweizerischen Nationenpreis der Vielseitigkeitsreiter in Avenches. Knapp geschlagen stehen nun FISCHERCHIPMUNK FRH und Michael Jung auf dem zweiten Platz, direkt vor D'ACCORD FRH und Christoph Wahler.
Absolut auf Augenhöhe im CCI-4*-S präsentierten sich an diesen Dressurtagen von Avenches die beiden deutschen Vorzeige-Eventer mit dem im wahrsten Sinne des Wortes besseren Ende für Julia Krajewski: Für den letzten Galopp auf der Mittellinie, dem Halt und dem Gruß sind für UELZENER'S NICKEL 10 (Christian Steiner - AUT - Richter bei C) und 9 (Les Smith - GBR - E) Punkte notiert, FISCHERCHIPMUNK FRH / Michael Jung zwei Mal 7 Punkte. Damit hatte die Tokyo-Olympiasiegerin über 21 Lektionen 374 Punkte eingesammelt, der Rio- und London-Olympiasieger 373,50. Nach der Umrechnung startet nun UELZENER'S NICKEL mit 22,10 Punkten ins Gelände, FISCHERCHIPMUNK FRH mit 22,20.
Julia: „Er ist heute schon ein bisschen angegangen. Es war eine gute Übung, dass wir das letzte Vorbereitungsviereck im Stadion hatten. Das hat man ja nicht so häufig, dass die Pferde denken, jetzt geht es los und dann geht es doch noch nicht los Man kann hier und da noch einmal eine Volte reiten und sie hören dann doch besser zu, so dass es dann in der Aufgabe ganz geschmeidig geht. NICKEL reagiert schon manchmal so ein bisschen auf die Atmosphäre, ist trotzdem sehr zuverlässig und macht trotzdem das, was man im sagt, aber für noch mehr achten oder noch höhere Punkte muss es halt richtig geschmeidig und alles richtig am Punkt sein. Wir kratzen ja an den achtzig Prozent, und da kommt es auf jedes kleine Bisschen an - und damit war ich heute sehr zufrieden. Wir hatten so ein, zwei Kleinigkeiten, zwei Mal Halten, das Rückwärtsrichten geht noch besser, dafür fand ich die Galopptour sehr, sehr gut. Es ist schon schön, jetzt ganz vorne zu stehen, ich weiß aber auch, dass Michi mit CHIPMUNK einen ganz individuellen Saisonplan hat und er ihn in Aachen in absoluter Top-Form haben wird - und wir versuchen das gleiche.“
Michael: „Wir sind hier in der Vorbereitung für Aachen, sozusagen das letzte Training und daher habe ich jetzt nicht alles voll ausgereizt. Bei allen drei Halten war er mir nicht genug vorm Bein, gerade deswegen habe ich vor dem letzten Halten ein, zwei Galoppsprünge ein bisschen nachgearbeitet, aber insgesamt hat er sich toll reiten lassen. Der knappe Rückstand ist OK, da war mein Fokus nicht drauf. Ich werde ihn morgen im Gelände eh nicht allzu schnell reiten, insofern werden wir da sowieso einige Plätze zurück rutschen. Insofern ist es hier nicht so entscheidend, was es für Punkte gibt, sondern mehr die letzte Vorbereitung, das letzte bisschen im Viereck noch einmal zu korrigieren - um hoffentlich das allerbeste Ergebnis in Aachen zu haben. Alles in allem ist er super drauf, nur konditionsmäßig müssen wir noch ein bisschen aufholen, da haben wir zuhause nicht allzu viel gemacht. Wir hatten kein Wasser mehr und der Boden war viel zu hart.“
Vom sechsten Platz starten GAINSBOURG DE BEDON / Christoph Wahler (26,90 Punkte) ins Gelände. Für den französischen Schimmelwallach war es die beste Dressurbewertung ever, mehr als zwei Prozentpunkte weniger als in Strzegom Ende April. „Das war schon sehr schön, er hat sich deutlich weiterentwickelt“ lobte Christoph seinen Sportpartner unmittelbar nach dem Verlassen des Vierecks. „Strzegom war unsere erste Vier-Sterne-Prüfung und auch da hatte ich schon ein sehr positives Gefühl. Ich weiß auch, dass er bei den Richtern gut ankommt, er ist ein schönes und ausdruckstarkes Pferd und sie wollen ihm eigentlich Punkte geben. In Luhmühlen hatte ich ihn nicht so schön vor mir wie heute. Heute hatte ich einen passenden Zug auf dem Gebiss, ohne dass er nervös war - das war gut. Beim Halten vor dem Rückwärtsrichten ist er sich selber hinten reingetreten, das war dann schief und durcheinander, sonst konnte ich jetzt von oben noch keinen großen Fehler entdecken. Er sprang schöne Wechsel, ich konnte in der Galopptour richtig schön hinreiten.“
„Ich bin mit einem guten Gefühl ins Viereck geritten, habe aber da schnell gemerkt, dass er hinter mich kam, In den Ecken habe ich dann noch versucht, nachzufassen. Vielleicht hätten wir etwas später auf das letzte Vorbereitungsviereck gehen sollen, so dass er dann seine Spannung besser mit in die Aufgabe nimmt. Die Trabtour fand ich ziemlich gut, die Schritttour sehr, sehr gut. Der erste Wechsel war wirklich gut durch und dementsprechend wollte ich an den zweiten auch so schön rangaloppieren und auslösen - und dann ist er mir ausgefallen, da war er weg“ steckte Vanessa Bölting die Dressur mit READY TO GO NRW (12. mit 29,60 Punkten) mit einem Lächeln weg.
UELZENER'S NICKEL und Julia Krajewski (1. mit 22,10 Punkten)
*2014, Holsteiner Wallach von NUMERO UNO aus der ORCHIDEE V von LORENTIN I x CALETTO III
Züchter: Hindrick Stüvel, Rosengarten
Besitzer: Prof. Dr. Bernd Heicke
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 79,79% - E: 76,04%
Anne-Kathrin Pohlmeier: NICKEL war überragend im Galopp, hatte eine tolle Aufrichtung, sehr gerade und bergauf gesprungene Wechsel. Der Trab war sehr sicher und korrekt. Leider hat er bei einem Halt geruht und war dort leicht angespannt, das kann er noch besser.
GAINSBOURG DE BEDON und Christoph Wahler (6. mit 26,90 Punkten)
*2016, SF-Wallach von MYLORD CARTHAGO aus der INSOLENTE DE BEDON von ALLEGRETO x SAMBO xx
Züchter: Etienne Cournault, Frankreich
Besitzer: Karen & Hendrik von Paepcke
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 72,5% - E: 73,75%
READY TO GO NRW und Vanessa Bölting (12. mit 29,60 Punkten)
*2012, Westfalen-Wallach von ROCK FOREVER I aus der WEINGOLD GD von WEINBERG x PARADOX I
Züchter: Jörg Winterscheid, Arnsberg
Besitzer: Hubert Hermesmeyer
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 68,96% - E: 71,88%
Anne-Kathrin Pohlmeier: Die beiden habe ich leider nur draußen gesehen, fand sie da sehr gut. Rodolphe [Scherer] und Dibo [Andreas Dibowski] fanden die Anlehnung auf dem Viereck sehr schön. Leider dachte READY TO GO beim zweiten Galoppwechsel, dass die Aufgabe wohl zu Ende sei und hat einfach gebremst. Das Rückwärtsrichten hat er ihr vorweggenommen, aber das sind Dinge, die man leicht verbessern kann.
Um fast vier Prozentpunkte verbessert seit der gemeinsamen Vier-Sterne-Premiere in Kronenberg vor rund sechs Wochen präsentierten sich PERSEVERANCE FUNKY FAMOUS FLAMBORGHINI / Michael Jung (14. mit 30 Punkten) in der Dressur. Dementsprechend positiv fiel des Reiters Resümee aus: „Super, das hat mir sehr gut gefallen. Sie ist mir auf dem letzten Vorbereitungsviereck ein bisschen heiß geworden. Aber das ist ja das tolle, wenn man so ein Stadion hat und das hat auf jeden Fall viel geholfen. Sie hat sich super reiten lassen, hat toll mitgemacht und im Rahmen ihrer Möglichkeiten war ich von ihr sehr begeistert.“
„Mit der Trabtour bin ich eigentlich sehr zufrieden, einen kleinen Schlenker hatten wir im ersten Schulter-herein. Eigentlich ist unsere Trabtour recht stark, das hätte ich heute hier und da vielleicht etwas mutiger herausreiten können. Es war wohl ein Stück weit die Anspannung und der Versuch, erst einmal alles annähernd brav hinzubekommen. Meine Dressurtrainerin wird nachher bestimmt sagen, dass ich im Viereck mutiger sein darf“ begann Pauline Knorr ihren persönlichen Rückblick auf die Dressur mit AEVOLET M-A-F (38. mit 35,10 Punkten). „Die Traversalen im Trab und im Galopp haben wir ganz gut voreinander, das Rückwärtsrichten war deutlich besser als in Luhmühlen, das nimmt sie mir manchmal einfach ein bisschen vorweg. Die Stute fing schön an zu atmen, sie hat sich da sehr wohl gefühlt.“
PERSEVERANCE FUNKY FAMOUS FLAMBORGHINI und Michael Jung (14. mit 30 Punkten)
*2017, Hannoveraner-Stute von PAV SZENARIO aus der DAPHNE DE BAUSSY von QUITO DE BAUSSY x INDOCTRO
Züchterin: Gabriele Heemsoth
Besitzerin: Perseverance Estate B.V.
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 68,33% - E: 71,67%
AEVOLET M-A-F und Pauline Knorr (38. mit 35,10 Punkten)
*2014, Hannoveraner-Stute von ABKE aus der HAVANNA von HERALDIK xx x HOHENSTEIN
Züchter: Marco Fischer, Parthenstein
Besitzerin: Ute Thümler
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 65,21% - E: 64,58%
Anne-Kathrin Pohlmeier: AEVOLET hatte heute eine sichere Trabarbeit und eine gute Schritttour. Die Galoppwechsel waren beide nachgesprungen, da fehlt einfach noch die Routine, das wird kommen, braucht aber noch etwas Zeit.
Noch einmal abheben und dann die Ziellinie queren: 20 Hindernisse mit mindestens 34 Sprüngen hat Mike Etherington-Smith überwiegend in das Infield der Avenches-Rennbahn gesetzt. Für die 3.420 Meter lange Strecke sind 6 Minuten als Optimalzeit vorgegeben.
Einige Stimmen zum 4*-Gelände:
Julia Krajewski: Dieses Gelände muss man attackieren und ich plane so zu reiten, dass beide Pferde mit einem guten positiven Gefühl da wieder raus kommen, ein paar Sekunden mehr oder weniger auf der Uhr sind dabei nicht so entscheidend. Der Kurs ist technisch, kringelig und sehr intensiv. Man wechselt wahrscheinlich zwanzig Mal den Untergrund, reitet viele Kringel, viele eckige Wendungen. Technisch sind die Anforderungen sehr anspruchsvoll und wenn die Pferde die alle absolvieren weiß man, sie sind sicher an diesen Aufgaben, dafür sind die Wasserpassagen jetzt eher soft.
Pauline Knorr: Ich finde es taffer als Luhmühlen und es wird ein sehr intensiver Kurs, es kommt von den Abfolgen alles Schlag auf Schlag. Es beginnt bei 4ABC und endet dann nur noch in AB- oder ABC-Folgen. Es sind wenige Füllsprünge, wenige Galoppierstrecken. Es wird ein sehr intensiver und kräfteraubender Kurs.
Vanessa Bölting: Das ist schon schwer, anstrengend und kopflastig für die Pferde. Da bleibt kaum mal Zeit, um Luft zu holen. Es sind sehr viele Kringel und ich glaube, es wird ein sehr selektiver Kurs. Es sind alles Aufgaben, da sind nur zwei Füllsprünge drin. Eins, zwei, drei - und dann geht es Schlag auf Schlag. Ich versuche, eine flüssige, sichere Runde zu drehen und dabei schnell zu reiten, ohne das es gefährlich wird.
Arne Bergendahl: Das ist schon sehr technisch und es geht sehr intensiv los. Zwischen Sprung 4 und Sprung 12 haben wir nur einen einzigen Einzelsprung. Bis dahin wir alles einmal abgefragt, was es alles so gibt - da muss man seine Sinne schon beisammen halten. Hinten heraus wird alles ein bisschen breiter, da muss man den Sprung nicht so genau auf den Zentimeter treffen. Es ist schon ein anspruchsvoller Kurs und wenn es dann in Richtung Aachen gehen sollte, eine gute Vorbereitung.
Christoph Wahler: Das ist sehr intensiv, es sind unheimlich viele Kombinationen. Ich bin vor ein paar Jahren hier schon die EM geritten und da hatten wir eine ähnliche Streckenführung und man hat so eine Grundidee, wie sich der Kurs wird reiten lassen. Ich mag diese ständigen Bodenwechsel nicht unbedingt, das ist aber dem Venue geschuldet. Die Bodenverhältnisse sind super, die Veranstalter haben alles getan, dass es morgen perfekt ist. Meine beiden groß galoppierenden Pferde haben es sicherlich nicht so leicht, wie die kleinen wendigen um hier schnell zu sein. Mit beiden Pferden möchte ich zunächst Null-Fehler reiten, GAINSBOURG hatte diesen kleinen Wackler im Luhmühlen-Gelände, da wollen wir hier erstmal beide Selbstvertrauen aufbauen - das ist noch Kennenlernen. D’ACCORD brauche ich nicht mehr kennenlernen, da kommt es so ein kleines bisschen darauf an, wie handlich ist er, hört er zu, wenn ich ihn um was bitte - und dann schauen wir mal, wie der Dialog verläuft.“
Michael Jung: Es ist ein tolles Gelände. Jetzt hat es auch nochmal geregnet, die eine oder andere Stelle wurde gelocht und gewässert, ich glaube, die Bodenverhältnisse werden gut. Die Hindernisse sind intensiv, aber es ist jetzt nicht allzu schwer. Es sind sicherlich hier und da Klippen, das erste Coffin kommt sehr früh, danach kommt gleich die nächste Kombination mit dem Rennbahnsprung, den man schräg nehmen muss und dann hinten dran noch das schmale Element hat. Danach ist es eine relativ normale Vier-Sterne. Es ist die passende Vorbereitung für Aachen, es wird schon einiges abgefragt, es ist schon sehr intensiv mit vielen Kombinationen. Es ist ein super Kurs, um alles noch einmal abzufragen, aber trotzdem nicht alles an der Oberkante.
Mit CLOUD NINE / Michael Jung (20,40 Punkte) hat es im CCI-2*-S einen Wechsel an der Tête gegeben. Vom zweiten Platz aus gehen CADORICO / Brandon Schäfer-Gehrau (22,30 Punkte) in den Springparcours. Das drittbeste Dressurresultat erzielten LINEKERS ELEGIA / Christoph Wahler (23,20 Punkte), auf dem fünften Rang stehen aktuell PERSEVERANCE SHEER MAGIC / Michael Jung (24,20 Punkte).
CLOUD NINE und Michael Jung (1. mit 20,40 Punkten)
*2018, Holsteiner Stute von CLARKSVILLE aus der VAMONA von PARAMOUNT x MYTENS xx
Züchter: Hans Hogreve
Besitzerin: Barbara Keller
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 80,48% - E: 78,81%
LINEKERS ELEGIA und Christoph Wahler (3. mit 23,20 Punkten)
*2019, FWB-Stute von CELANTUS aus der UNITY von HEMMINGWAY
Züchterin: Riika Räisänen
Besitzer: Christoph Wahler
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 78,81% - E: 74,76%
PERSEVERANCE SHEER MAGIC und Michael Jung (5. mit 24,20 Punkten)
*2018, Hannoveraner-Wallach von DIACONTINUS aus der SAUVIGNON BLANC von STOLZENBERG x CRAZY CLASSIC
Züchter: Jürgen Kastens
Besitzer: Perseverance Estate B.V. & Brandon Schäfer-Gehrau
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 77,38% - E: 74,29%
Die Intro-Prüfung fand ohne deutsche Beteiligung statt.
Um 8 Uhr ist der erste Countdown für das 3*-Gelände heruntergezählt, die 4*-Paare beginnen anschließend um 11:30 Uhr. Im Springparcours läutet für das CCI-2*-S das erste Mal um 8 Uhr die Glocke, ab 12:30 Uhr geht es für die Intro-Kandidaten über die bunten Stangen.
Alle Ergebnisse aus Avenches hat die Rechenstelle:
https://rechenstelle.de/de/veranstaltungen/2026/avenches/
16.07.2026 - KK
Die deutsche Mannschaft und Michael Jung mit FISCHERCHIPMUNK FRH dominieren den ersten Dressurtag in Avenches
In der Besetzung D'ACCORD FRH / Christoph Wahler, CARAMIA FRH / Libussa Lübbeke, BRONCO NRW / Arne Bergendahl und RIS DE TALM / Antonia Baumgart hat das deutsche Team nach der Dressur die Führung im schweizerischen Nationenpreis der Vielseitigkeitsreiter vor den Gastgebern und den Niederländern übernommen. Bestbewertet im CCI-4*-S wurden FISCHERCHIPMUNK FRH und Michael Jung, TULLABEG PLATINUM und Julia Krajewski nehmen nach dem ersten Tag den fünften Rang ein.
„Alle Teamreiter unter dreißig Punkte - das ist mal ein Statement“ kommentierte Bettina Hoy die überdurchschnittlichen Dressurvorstellungen der Adlerträger im letzten Nationenpreis vor der Weltmeisterschaft in Aachen Mitte August. Heute absolvierten 33 von 71 Paaren -darunter alle 29 Mannschaftsreiter aus acht Ländern- ihre Aufgabe auf dem Viereck.
Einig waren sich Christian Steiner (AUT - Richter bei C) und sein Kollege Les Smith (GBR - E) mit der Spitzenposition für FISCHERCHIPMUNK FRH / Michael Jung (22,20 Punkte). Auch wenn sie nach den 21 Lektionen um etwas mehr einen Prozentpunkt auseinander lagen, im Ranking setzten sie die amtierenden Vizeeuropameister unisono an die Tête.
Anne-Kathrin Pohlmeier: „Michi weiß ganz genau, wann es drauf ankommt. Er kennt das Pferd gut genug und muss hier in Avenches nicht maximales Risiko in allen Lektionen reiten. Er war total losgelassen, war durchlässig, obwohl er ja in diesem Jahr noch nicht so viele Prüfungen gegangen ist. Wenn es drauf ankommt, hat er ihn frisch, da bin ich mir sicher.“
Mit dem neuen gemeinsamen 4*-Bestergebnis von 27,10 Punkten ritten TULLABEG PLATINUM / Julia Krajewski bis auf den 5. Rang im Zwischenklassement.
Anne-Kathrin Pohlmeier: „Julia habe ich nur draußen betreut und bin dann gleich weiter zu Michi [Jung]. Man hat aber auch da schon gemerkt, dass das Pferd in der Dressur unheimlich stabil wird, unheimlich sicher wird. Die Wechsel kommen jetzt sicher, er weiß, was er machen muss und wird immer durchlässiger. Die beiden haben eine Weg gefunden und wissen, wie viel sie abreiten müssen oder halt auch wie wenig sie abreiten müssen - und dadurch war ich mir ziemlich sicher, dass das gut werden könnte.“
Für den gelungenen Auftakt aus deutscher Sicht waren heute CARAMIA FRH / Libussa Lübbeke (4. mit 26,40 Punkten) verantwortlich. Als erstes Starterpaar für das Team absolvierte das Duo aus Warendorf die nur gut 3 ½ Minuten lange Aufgabe mit Bravour. Als solle die Avenches-Dressur den Aachen-Selektoren noch einmal einen deutlichen Wink geben, schraubten sie ihr persönliches 4*/5*-Dressur-Bestresultat (27,10 Punkte vor einem Jahr in Lexington) mal eben um mehr als einen halben Prozentpunkt nach unten.
„Ich bin wirklich sehr zufrieden“ freute sich Libussa wenige Augenblicke nach der Präsentation auf dem Viereck. „Das Pferd war super relaxt, sie hat gut zugehört und dann ist es mittlerweile so, dass ich alles gut abrufen kann. Es gibt immer noch ein, zwei kleine Stellschrauben, um besser zu werden und das ist ja das Schöne, dass wir immer noch Potenzial haben. Ich glaube, dass wir in der Trabarbeit noch einmal konstanter geworden sind. Das Kreuzen ist einfach eine Sache, die ihr sehr schwer fällt - da ist sie einfach nicht für gebaut. Aber sie gibt sich unheimlich viel Mühe, war für ihre Verhältnisse heute sehr rittig, sehr beweglich im Körper und sie hat sich richtig wohl gefühlt. Das war heute schon richtig gut. Halten / Rückwärts hat sie mir heute so ein bisschen vorweggenommen, aber immer noch gut genug, um heute die Punkte zu kriegen. Mit Blickrichtung Aachen sind wir auf einem guten Weg.“
Für Libussa hat seit der letzten Woche die Heim-WM allerhöchste Priorität. In Absprache mit den Verantwortlichen in Warendorf hat sie entschieden, sich voll auf die Premiere vor heimischen Publikum zu konzentrieren und auf den geplanten Start mit DARCY F bei den globalen U25-Titelkämpfen in Millstreet zu verzichten.
Anne-Kathrin Pohlmeier: „Libussa hat hier wieder eine ganz, ganz sichere Leistung abgerufen. Man merkt, dass die beiden ein total gutes Team sind. Ich hatte da wirklich nichts zu meckern. Sie haben wirklich gute Traversalen geritten, hatten zwei ganz sichere Wechsel. Das Pferd war unheimlich entspannt und losgelassen, durchlässig während der gesamten Aufgabe. Ich hatte nie das Gefühl, oh, da könnte jetzt irgendetwas schief gehen. Sicherlich wünschte man sich, dass das Pferd in den Wechseln noch gerader bleibt - aber es war schon eine ganz starke Leistung.“
FISCHERCHIPMUNK FRH und Michael Jung (1. mit 22,20 Punkten)
*2008, Hannoveraner-Wallach von CONTENDRO I aus der HAVANNA von HERALDIK xx x RAMIRO Z
Züchter: Sabine und Dr. Hilmer Meyer-Kulenkampff, Engeln
Besitzer: Sabine & Klaus Fischer, Joachim Jung und das DOKR
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 78,33% - E: 77,29%
TULLABEG PLATINUM und Julia Krajewski (5. mit 27,10 Punkten)
*2014, ISH-Wallach von DIGNIEFIED VAN'T ZORGVLIET aus der TULLABEG HERO von CULT HERO xx x CLOVER MAN
Züchter: Nicholas Cousins
Besitzer: Michael Sperl
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 72,29% - E: 73,54%
CARAMIA FRH und Libussa Lübbeke (4. mit 26,40 Punkten)
*2010, Hannoveraner-Stute von COMTE aus der FLORETTA von FABRIANO x LAURIES CRUSADOR xx
Züchterin: Annelie Lübbeke, Wingst
Besitzer: Annelie und Dr. Martin Lübbeke
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 72,92% - E: 74,38%
Erst mit dem zweiten Platz in der langen 4*-Prüfung in Baborowko Ende Mai hatten RIS DE TALM / Antonia Baumgart (9. mit 29 Punkten) die Tür für einen eventuellen WM-Start aufgestoßen, heute legten der Holsteiner Wallach und die Sportsoldatin noch mal einen Zahn zu, zeigten auch auf dem Viereck, was an Möglichkeiten in ihnen steckt und stehen nun mit der ersten 4*-Dressur mit weniger als 30 Punkten im Ranking.
„Schon auf dem Vorbereitungsviereck hat alles gut geklappt und an die Aufgabe auf dem Viereck bin ich dann sehr positiv herangegangen, hab‘ versucht, alles beisammen zu halten - und hab‘ mich dabei sehr gut gefühlt“ ließ Antonia Baumgart gut eine Stunde nach ihrem Parforce-Ritt den Blick noch einmal zurück schweifen. „Für diese Aufgabe war das heute unser Personal-Best. Bisher hatten wir uns damit immer etwas schwerer getan, aber hier hatten wir echt mal alles voreinander. Ich glaube, wir haben sehr, sehr gut angefangen, auf jeden Fall hat er mir ein gutes Gefühl gegeben, war auch sehr ruhig. Ich konnte die Lektionen gut herausarbeiten, gerade die Trabtour hatte ihre Highlights. In der Galopptour war der fliegende Wechsel nach rechts sehr, sehr gut - das waren schon sehr schöne Highlights. In den Linkstraversalen geht sicherlich noch mehr Stellung und Biegung, der fliegende Galoppwechsel nach links kann noch besser werden, aber ich glaube, dass wir heute unsere Stärken sehr gut herausgearbeitet und die Schwächen so ein bisschen kaschiert haben.“
Anne-Kathrin Pohlmeier: „Diese Aufgabe ist für ein Vielseitigkeitspferd anspruchsvoll genug, alles kommt unheimlich schnell, vor allem die Galopparbeit - und all das hat Antonia total gut geritten. Vor dem Linkswechsel hätte sie das Pferd einmal gerader machen müssen, um auch den gut hinzubekommen - aber das sind Erfahrungswerte und das kriegt sie auch noch hin. Ansonsten war das Pferd unheimlich zufrieden und hatte viele gute Sachen drin.“
Zusammen hatte das Paar vor knapp vier Jahren den ersten richtig großen gemeinsamen Auftritt bei der Weltmeisterschaft der Jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion-d’Angers (9.)… „Le Lion war schon ein großer Meilenstein für uns, es hat mir auf jeden Fall gezeigt, dass dieses Pferd für größere Aufgaben bestimmt ist. Er hat sich dort in dem großen Stadion sehr wohl gefühlt und im Gelände hat er mir gezeigt, dass, egal was kommt, er immer kämpfen will - und da hat er mir bislang auch noch nie etwas anderes gezeigt. Es hat damals sehr viel Spaß gemacht und es war ein tolles Gefühl.“
Anne-Kathrin Pohlmeier
war in ihrer aktiven Zeit erfolgreich im Springsattel bis zur Klasse L unterwegs, auf dem Viereck bis zur Klasse S und gewann 2017 mit LORDSWOOD DANCING DIAMOND die Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde;
seit 2022 unterstützt die 39-jährige Amazone die deutschen Vielseitigkeitsreiter als Spezialtrainerin für die Dressur
„Für die jungen Leute war das heute schon ein sehr erfolgreicher Tag, das war echt toll, da bin ich schon stolz auf sie“ freute sie sich heute über die mehr als gelungenen Ritte.“
Nach der langen Rekonvaleszenz im Anschluss an die Verletzung aus dem Boekelo-Gelände im Oktober waren D'ACCORD FRH / Christoph Wahler (2. mit 25,10 Punkten) heute erst das zweite Mal in diesem Jahr auf dem Prüfungsviereck und kamen mit ihrem besten Dressurresultat der nun über fünfjährigen Partnerschaft zurück aus dem Karree.
„Das war heute wirklich gut“ war die erste Einschätzung von Christoph Wahler. „Nach Luhmühlen hat er sich heute so ein bisschen lockerer, ein bisschen routinierter und sicherer angefühlt. Da [in Luhmühlen] war er noch so ein bisschen spannig, in der Aufgabe hatten wir so kleine Fehler drin und heute war er einfach zufriedener, es war gleichmäßiger und wir hatten weniger Fehler - und dann freut es mich, dass die Richter ihm so tolle Punkte gegeben haben. Auf dem Abreiteplatz hat er sich sogar noch besser angefühlt, da hatte ich ihn besser vor dem Bein - aber das scheint man ja nicht gesehen zu haben, deshalb will ich mich da jetzt nicht beschweren.“
Anne-Kathrin Pohlmeier: „Christoph hat seine ganze Dressurerfahrung heute wieder ausgespielt und hat die Aufgabe ganz stark geritten. Überall, wo er das Risiko hat ausspielen können, hat er es auch gemacht, sowohl im starken Trab, als auch im starken Galopp. Er hat ganz sichere Wechsel geritten, beide auf schnur-gerader Linie - das war schon eine Ansage.“
Als würde die Aussicht auf das vielleicht letzte Aachen-Ticket den deutschen Reitern ganz besondere Flügel verleihen, zeigten sich auch BRONCO NRW / Arne Bergendahl (6. mit 28,10 Punkten) hoch erfolgreich. Bereits Ende Mai hatte das Paar vom Niederrhein mit 28,50 Punkten ein neues Dressurbestergebnis auf diesem Level erzielt, um dieses heute erneut zu toppen.
Nach dem Ritt unkte Rodolphe Scherer in Richtung Arne: „Nach diesem Ritt könntest Du ruhig etwas mehr lächeln.“ Der so angesprochene: „Man ist ja doch immer sehr konzentriert - und dann muss man da aus dem Tunnel erstmal herauskommen. Beim Reiten fühlt man ja, das könnte noch besser, das könnte noch besser - und ich weiß dann nie so genau, war das jetzt OK oder war das gut oder war das sehr gut. Heute war der starke Trab richtig gut, im Schritt war er stabiler als sonst und hat sich richtig gestreckt. Alles was im Trab seitwärts geht, könnte noch eine Idee stabiler sein. Der starke Galopp auf der Diagonalen war echt gut, die Halten waren alle gut. Aber bei diesem Pferd, mit den Möglichkeiten, wo auf jeden Fall alle glauben, dass er sie hat, steigt natürlich der Anspruch direkt exponentiell - auch bei mir selber. Stand heute hätte er es hier nicht besser machen können und ich bin mit ihm super happy. Als Chrissi [Wahler] da mit seinen 25 Punkten nach Hause gekommen ist, habe ich nur gedacht, wenn ich jetzt der einzige bin, der mit über 30 Punkten da raus kommt, ist das nicht so gut - und das war mehr Motivation als der Ausblick auf Aachen.“
Anne-Kathrin Pohlmeier: „Den habe ich in der Aufgabe leider nicht sehen können, aber ich habe ihn ja hier draußen gesehen und auch die letzten Tage hier. Es ist schon ein besonderes Pferd und Arne wächst immer mehr in die Disziplin Dressur hinein und wird immer sicherer und stabiler. Ohne dass ich es gesehen habe, war es bestimmt eine sehr ordentliche Runde. Bettina [Hoy] und Dibo [Andreas Dibowski] haben beide gesagt, dass Arne das gut geritten hat, die Wechsel hätten wohl noch ausdruckstärker sein dürfen, aber alles gut.“
RIS DE TALM und Antonia Baumgart (9. mit 29 Punkten)
*2015, Holsteiner Wallach von ADAGIO DE TALMA aus der RAISA von CARVALLO BB x LINARO
Züchter: Hans-Niko Höck, Großsolt
Besitzer: Antonia & Dietrich Baumgart
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 72,29% - E: 69,79%
D'ACCORD FRH und Christoph Wahler (2. mit 25,10 Punkten)
*2012, Hannoveraner-Wallach von DIARADO aus der ANETTE von AARKING xx x WALHALL
Züchterin: Christa von Paepke, Lehmkuhlen
Besitzer: Hendrik von Paepke & Stefan Haupt
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 73,75% - E: 76,04%
BRONCO NRW und Arne Bergendahl (6. mit 28,10 Punkten)
*2016, Westfalen-Wallach von BLOCKBUSTER I aus der LUTHIEN NRW von LA CALIDO x TEMPLER GL xx
Züchter: Helmut Bergendahl, Hamminkeln
Besitzerin: Dr. Susanne Dörner
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 71,88% - E: 71,88%
Bereits abgeschlossen ist die Dressur des CCI-3*-S, das nach 53 Startern mit FISCHERSOLUTION II / Michael Jung (25,50 Punkte), INTOUCHABLE TONIC / Julia Krajewski (29,40 Punkte) und DUKE OF JOKES / Jérôme Robiné (29,50 Punkte) ein deutsches Trio an der Spitze hat. Mit 29,79 Punkten folgen IDEM DU LANDRAN / Anna Lena Schaaf auf dem fünften Platz.
FISCHERSOLUTION II und Michael Jung (Führung im CCI-3*-S mit 25,50 Punkten)
*2016, PZHK (SP)-Wallach von HARLEY VDL aus der DZINGER von GRAND PRESIDIUM xx x JAPE xx
Züchter: Stadnina Koni Nad Wigrami Gospodarstwo , Polen
Besitzer: Klaus Fischer
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 75,6% - E: 73,40%
INTOUCHABLE TONIC und Julia Krajewski (2. mit 29,40 Punkten)
*2018, SF-Wallach von UPSILON aus der OLYMPIA DES BOIS von YARLANDS SUMMER SONG x QUANDY DU MAYNE
Züchter: L'Élevage des Bois
Besitzer: Friederike Plagman, Wilhelm Dumrath und Julia Krajewski
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 69% - E: 72,20%
DUKE OF JOKES und Jérôme Robiné (3. mit 29,50 Punkten)
*2018, Hannoveraner-Wallach von DUKE OF HEARTS xx aus der WIJENNA von WHITE STAR x MONT DU CANTAL X
Züchter: Eventerzucht Hansen
Besitzer: Michael Schneider
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 68,80% - E: 72,20%
Im parallel ausgerichteten CCI-2*-S haben sich CADORICO / Brandon Schäfer-Gehrau (22,30 Punkte) an die Spitze der 39 Paare des ersten Dressurtages gesetzt. Dritte sind aktuell CARAGHS BON BON / Anna Lena Schaaf (27 Punkte) vor ELEONORA 6 / Christoph Wahler (28,10 Punkte).
CADORICO und Brandon Schäfer-Gehrau (Führung im CCI-2*-S mit 22,30 Punkten)
*2017, Westfalen-Wallach von CADOR aus der RUBELLA von RICCIONE x MYTENS xx
Züchterin: Margit Grae
Besitzerin: Shanghai Maggie Hao International Trading Co., Ltd
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 81,43% - E: 74,05%
CARAGHS BON BON und Anna Lena Schaaf (3. mit 27 Punkten)
*2020, ISH-Wallach von SIBON W aus der CARAGHS HARLEY LADY von RINGWOOD HARLEY CAROL x HIGH ROLLER
Besitzer: Filippo Gregoroni
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 70,48% - E: 75,48%
ELEONORA 6 und Christoph Wahler (4. mit 28,10 Punkten)
*2019, Hannoveraner-Stute von EDWARD aus der ROCK ME von ROYAL BLEND x FALKLAND
Züchterin: Merle Struckmann
Besitzerin: Kellin Baquita Osori Soares
Die Einzelbewertungen in der Dressur:
C: 72,14% - E: 71,67%
Alle Ergebnisse aus Avenches hat die Rechenstelle:
https://rechenstelle.de/de/veranstaltungen/2026/avenches/
Sie haben das Ende der aktuellen Avenches-Berichterstattung erreicht - vielen Dank für ihr Interesse.
