17. Juni 2018

Julia Krajewski gewinnt die Meßmer-Trophy und ist Deutsche Meisterin


Blumen, Schärpe, Medaille und Eichenkranz - The Winner takes it all - Foto: Thomas Ix / © TGL Luhmühlen

Plötzlich hatte sie zu der einen Sekunde auch noch einen Abwurf Platz gehabt - und brauchte doch nix davon: Julia Krajewski hat im Sattel von Samourai du Thot mit einem fehlerfreien Ritt im Parcours ihr Dressurergebnis von 19,90 Punkten über die Ziellinie gebracht, damit sehr souverän das CIC*** um die Meßmer-Trophy gewonnen und ist damit nun die amtierende Deutsche Meisterin der Vielseitigkeitsreiter.

Julia ließ einen kurzen Blick in ihre Gemütswelt zu: "Ich hab natürlich das Glück mit Samourai du Thot ein sehr gut springendes, kleines Pferd zu haben und eigentlich war ich auch sehr guter Dinge. Aber es ist schon eine besondere Situation, wenn man dann als Führende -und es geht um den Deutschen Meistertitel- reinreitet." Im Parcours hat es einmal leicht geklappert: "Da hab' ich nur gedacht: Nee, komm, das geht jetzt nicht; reiß dich zusammen - also ich. Er springt halt wahnsinnig gut, und wenn er mal einen Fehler macht, dann hab' ich irgendwas verkehrt gemacht. Ich bin sehr, sehr stolz auf ihn und bin froh, dass ich das so nach Hause bringen konnte."


Lange sah es danach aus, als könnten Ingrid Klimke und SAP Hale Bob OLD den Druck auf Julia Krajewski noch erhöhen. Am Ende war der Parcours dafür dann doch einfach zwei Sprünge zu lang: Fehler am vorletzten Sprung, 4 Strafpunkte und der Unterschied zu Julia war angewachsen. Mit 25,90 Punkten wurde es in der Endabrechnung ein sicherer zweiter Platz. Ingrid: "Bobby war sehr frisch und kernig und sprang wirklich sehr gut, auch draußen schon. Einen Fehler kann man natürlich immer mal schnell haben. Ich find's jetzt nicht so schlimm, da er im letzten Jahr auch genau einen Fehler gemacht hat und den hat er auch genau hier gemacht und dann hatte ich ja noch ein schönes Ende der Saison. Von daher sehe ich das jetzt mal als ganz gutes Omen."

Yoshiaki Oiwa (JAP) freute sich über seinen dritten Platz mit The Duke of Cavan (26,90 Punkte): "Er war schon beim Abspringen besser als sonst, irgendwie ruhiger, warum auch immer. Vielleicht wird er einfach älter - oder wir beide." Einen Zeitfehler leistete sich Bettina Hoy auf ihrem 4-Sterne-erfahrenen Designer, der aber keine Auswirkung auf das Klassement hatte: 4. Platz mit 29,80 Punkten und der Bronzerang in der Deutschen Meisterschaft. Auf die Frage nach dem Stellenwert der Medaille: "Ich freu' mich wahnsinnig. Ich hab' gedacht, noch einmal aufs Podium, das wär schon echt cool."

Von den nationalen Startern erreichte noch Christoph Wahler ein Top-10-Resultat: Durch einen 0-Fehler-Ritt mit dem erst 9jährigen -übrigens dem einzigen in der Platzierung- Carjatan S verbesserten sie sich sogar noch auf Rang 7. Gleichzeitig erhielt er den parallel ausgelobten U-25-Förderpreis vor Niklas Bschorer und Jan Matthias.

Siebzehn Teilnehmer absolvierten alle 12 Hindernisse fehlerfrei innerhalb der erlaubten Zeit, alle Fehler verteilten sich auf 10 Hindernisse.

Klaus Kurk

Die kompletten Ergebnisse sind    hier    .

16. Juni 2018

Julia Krajewski und Samourai du Thot schnell und fehlerfrei im Gelände

Dieser Ritt hätte auch stilistisch in jedes Lehrvideo gepasst: Julia Krajewski und Samourai du Thot knackten mit einer schnellen und sehr feinen Runde nach 42 Startern die Bestzeit. Bei genau 6:34 Minuten stoppte die Uhr, die 19,90 Punkte aus der Dressur stehen weiterhin. Zehn Jahre nach ihrem Titelgewinn bei den Jungen Reitern könnte Julia morgen mit einer fehlerfreien Runde im Springparcours ihren ersten Deutschen Meistertitel bei den Reitern feiern.

Sogar noch etwas näher (6:36) an die Bestzeit (6:37) ritt Ingrid Klimke ihren SAP Hale Bob OLD, natürlich auch ohne Hindernisfehler durch den Cross im CIC***. Mit 21,90 Punkten stehen die beiden nun in der Ergebnisliste.


Designer und Bettina Hoy an der Rennbahnhecke

Gewohnt schnell -sie waren bei der Europameisterschaft im letzten Herbst eines von nur vier Paaren in der Zeit- in der Heide unterwegs waren auch Pietro Roman / Barraduff: lediglich vier Sekunden Zeitüberschreitung, 1,60 Punkte hinzu, aktuell 26,10 Punkte bedeuten Platz 3 nach dem Gelände.

Yoshiaki Oiwa / The Duke of Cavan verbessern sich auch um zwei Plätze und sind nun 4. Direkt dahinter und in der Wertung um die Deutsche Meisterschaft in Richtung Podium unterwegs: Bettina Hoy und Designer (28,80 Punkte).




Samourai du Thot - Julia Krajewski

"Sam ist einfach ein wahnsinnig grundschnelles Pferd. Ich muss den praktisch nie wirklich aufnehmen, weil er einen ganz praktischen Galopp hat; er springt unheimlich gut, ich weiß immer, dass er weg ist vom Holz - wie wir es sagen." Lacht, und ergänzt: "War cool." Später holte Julia Krajewski etwas weiter aus: "Ich musste mich so ein bisschen bei meinem Pferd entschuldigen, dass ich in Zweifel gezogen habe, dass ich mit ihm Null und in die Zeit reiten kann. Das hat unheimlich Spaß gemacht, er war super flink, total rittig, so schlau, der kennt seinen Job."






SAP Hale Bob OLD mit Ingrid Klimke

Auch in Ingrid Klimke war -natürlich- sehr gut zufrieden: "Bobby hielt aus der Startbox heraus seinen Strich. Ich war immer zehn Sekunden unter der Zeit, wusste, dass ich mir immer Zeit lassen konnte für die entscheidenden Kombinationen, wo ich auch wirklich einmal kurz aufnehmen wollte. Ich hatte wirklich immer einen Grinser im Gesicht. Dass machte total Laune hier durch die Heide zu flitzen und angefeuert zu werden vom Publikum."


Die sechs Führenden nach der Dressur stehen nach dem Gelände auch wieder vorne - allerdings in etwas anderer Reihenfolge. Andreas Dibowski verbesserte sich mit FRH Butts Avedon (32,10 Punkte) von 10 auf 7, Christoph Wahler und Carjatan S sind nun 9. mit 33,20 Punkten.

38 der 50 Starter blieben im Gelände fehlerfrei, neben Julia und Ingrid noch Niklas Lindbäck (SWE) mit Focus Filiocus in der Zeit. Fünf Teilnehmer schieden aus bzw. haben aufgegeben.

Ein Sturz im DHL-Teich hatte zum Glück nur eine ausgelöste Airbag-Weste und eine zerrissene Trense zur Folge.

Gesetzt den Fall, Ingrid reitet den Springparcours fehlerfrei, bleibt Julia maximal eine Zeitüberschreitung von einer Sekunde, um immer noch Siegerin zu werden: Spannung sogar bis über den letzten Sprung hinaus.

Melanie Buckmann (Bilder) und Klaus Kurk (Text)

15. Juni 2018

Julia Krajewski übernimmt die CIC***-Führung

Ladies First in der Heide: Julia Krajewski und Samourai du Thot erhielten heute die Bestnoten und setzten sich mit lediglich 19,90 Punkten an die Spitze der 55 Teilnehmer. Lediglich 1,30 Punkte trennen sie von Bettina Hoy und Designer - da ist im Gelände kein Platz für eine Schnaps-Pause. Mit 21,90 Punkten kamen Ingrid Klimke und SAP Hale Bob OLD aus dem Viereck.

Dahinter reihen sich drei internationale Gäste ein: Michelle Kenny (IRL) und Carlchen wurden mit 23,90 Punkten bewertet, Pietro Roman (ITA) / Barraduff mit 24,50 Punkten. Yoshiaki Oiwa (JAP) und The Duke of Cavan (25,70 Punkte) gehen von Rang 6 ins morgige Gelände.


Julia Krajewski präsentierte Samourai du Thot auf durchgängig sehr hohem bis höchstem Niveau: Keine Einzelnote unter 7, zwei 10en für die letzte Grußaufstellung und die Bewertung für die Reiterin brachten ein Ergebnis, das auch nach der alten Rechnung unter 30 Punkten gelegen hätte. Dementsprechend gelöst zeigte sie sich auch in ihrer eigenen Einschätzung: "Es war sehr still, da dachte ich mir, die Punkte sollen wohl stimmen - aber ich konnte nichts sehen." Besonders angetan war sie von der Entwicklung ihres Vierbeiners: "Er hat es verstanden: Im Viereck sind wir brav, ich konnte alles abrufen. Ich bin sehr glücklich, auch stolz, die Dressur fällt ihm ja nicht so leicht."


Halten ganz nahe am Ideal: 10 von vorn, 8 1/2 von der Seite

Designer wirkte deutlich gelassener als in einigen vergangenen Prüfungen, und das auch gleich zu Beginn: 10 und 8,5 für die erste Grußaufstellung. Ebenso am Ende: 9 und 9,5 für die letzte. Bettina Hoy zeigte sich gelöst und aufgeräumt: "Wir sind schon zwei Tage hier und er hat sich auch gestern sehr wohl gefühlt." Auf die Frage, weshalb das ****-Pferd in der ***-Konkurrenz gestartet wird (schließlich entfällt seit dem Kader-Rücktritt ein möglicher Einsatz bei den Weltreiterspielen im September): "Ich war in den letzten Wochen sehr viel mit Team Nederland unterwegs, da fehlen einfach ein paar Galopptrainings und Luhmühlen ist seine erste Vielseitigkeit in diesem Jahr."



Ingrid Klimke lobte in der Mittagspause besonders ihren SAP Hale Bob OLD: "Ich war total happy. Gestern im Training und auch heute Morgen ging Bobby einfach super. Er kam dann ins Viereck, hatte total Ausdruck. Ich konnte super Unterschiede reiten." Eine Stunde zuvor, direkt nach der Prüfung war die Stimmung ob der Noten etwas weniger gut: "Ich wüsste nicht, was ich hätte besser machen sollen. Ich bin happy, auch weil Hans (Melzer) und Jürgen (Koschel) es so gut fanden."



Die gestern noch führende Julia Mestern (Grand Prix IWEST - 26,20 Punkte) ist vor dem Gelände nun 6. Christoph Wahler (Carjatan S) und Josefa Sommer (Hamilton - beide mit 26,80 Punkten) sowie FRH Butts Avedon mit Andreas Dibowski (27,30 Punkte) komplettieren die Top 10.

Morgen heißt es, die 3.775 Meter Geländestrecke in möglichst 6 Minuten und 37 Sekunden zu reiten. Auf dem Weg stehen 23 Hindernisse mit insgesamt 35 Sprüngen.

Klaus Kurk

14. Juni 2018

Grand Prix-Reiterin Julia Mestern und Grand Prix IWEST beim CIC in Führung

"Das war schon mal ein guter Auftakt" resümierte Bundestrainer direkt nach dem ersten Dressurteil um die CIC***-Meßmer-Trophy, gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft der Vielseitigkeitsreiter.


Julia Mestern und der 11jährige Grafenstolz x Grafenstein-Sohn Grand Prix IWEST haben sich mit 26,20 Punkte an die Spitze der bisher 28 Teilnehmer gesetzt. Sie war nach dem Ritt sicht- und hörbar sehr gut zufrieden: "Das hat Spaß gemacht. Pur. Ich mag Dressurreiten. Wirklich." Auch Hans Melzer war voll des Lobes: "Grand Prix hat sich ständig verbessert. Und es macht schon etwas aus, wenn jemand elegant auf dem Pferd sitzt." Diese Einschätzung teilte wohl auch das Richtergremium: Für den Sitz und die Einwirkung gab es die höchsten Einzelnoten.


Bezogen auf den Geländeritt beträgt der Vorsprung auf Josef Sommer und Hamilton lediglich eine Sekunde: Mit 26,80 Punkten rangieren die zwölften der letztjährigen Europameisterschaft als Runner Up. Die Noten decken sich mit ihrer eigenen Einschätzung "Ich bin echt happy, er wird von Aufgabe zu Aufgabe besser"; es war die beste ***-Benotung der gemeinsamen Karriere - inklusive der ersten 10 des Tages für den Halt bei A.

Auf dem dritten Rang platziert sich aktuell Pietro Sandei aus Italien mit Rubis de Pere (27,90 Punkte), denen der Sandboden hier anscheinend besonders gut gefiel: Dieses war ihre erfolgreichste Dressur überhaupt. Dicht auf den Fersen ist diesem Trio der dreimalige Deutsche Meister Andreas Ostholt, heute im Sattel von Pennsylvania. "Ich bin gut zufrieden. Sie ging schön, im Trab hätte ich etwas mehr Zug haben können. Von der Punktsumme ist es das, was sie gehen kann" kommentierte er seinen Ritt und die Einschätzung der Richter mit 28,60 Punkten.

Die nächsten Plätze besetzen Anna Siemer (FRH Butt's Avondale - 28,70) und Peter Thomsen (Horseware Nobleman - 28,90).

Klaus Kurk


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