19. Juli 2018

Junge Überflieger im Gelände

Über 90 Aspiranten für das Bundeschampionat zeigten in Elmenhorst ihr Können. Moderne, blutgeprägte Geländepferde erfreuten die Richter und erzielten gute Wertnoten. Starke Regenfälle verhinderten noch bessere Ergebnisse und sorgten für deutlich kleinere Starterfelder in der Geländepferde L.

Sonnenschirm und T-Shirt? Fehlanzeige! Regenfeste Kleidung avancierte zum „must have“ des Tages. Statt Landregen gab es Starkregen. Und statt großer Startfelder eben kleinere - dafür aber mit vielen hoffnungsvollen Buschpferden in den Geländepferdeprüfungen A und L.

Traumhafte Note für Dante's Dream unter Maj-Jonna Ziebell: 8,7 und Sieg in der A

Die Tageshöchstnote von 8,7 erzielte die 5jährige Dante‘s Dream (Duke of Hearts-Calido I) in der Geländepferde A ** im Sattel von Maj-Jonna Ziebell. Dahinter platzierte Nadine Marzahl mit Didgerdidoo (8,5) einen von drei weiteren Duke of Hearts-Nachkommen. Dr. Cooper unter Sabrina Mertens (7,6) und Duke of Holstein mit Lia Mazur (7,4) landeten auf Platz 14 und 23. Gut zeigte sich auch Lucetta Ex (Lux-Concetto) unter Pauline Knorr mit 8,4. Sie sass nach ihrer Verletzungspause erst ein paar Tage wieder im Sattel. Punktgleich auf Platz vier landeten Citius (Castelan II-Cantus) unter Pia Münker, Levinio (Levison-Öe Vainquer) mit Lotte Palmgren und Donna Fiderella (Fidertanz-Dormelio) unter Jeannine Elisa Marie Zöbelein (alle 8,2).


Doppelt platziert: Escara geritten von Rebecca-Juana Gerken

Einen besonders guten Tag hatte die Bargfelderin Rebecca-Juana Gerken mit ihren beiden 6-jährigen Pferden erwischt: Escara (Quaterback-Carnaby) sicherte sich Platz 7 in der A (8,0) und Platz 2 mit 8,0 in der L. Chintano (Chin Champ-Exorbitant) steigerte sich von 7,7 in der A auf 8,0 in der L, was ebenfalls zu Platz 2 reichte.




Siegte mit 8,6 in der A: Cromwell unter Imre Toth

Zwei Sieger gab es in der zweiten Abteilung der Geländepferde A: Anna Siemer auf Quantana (Quick Check-Concetto) und Imre Toth auf Cromwell (Carthano-Zarewitsch xx). Beide Pferde zeigten ihr Vermögen am Sprung und bekamen verdient eine 8,6. Den dritten Rang teilten sich mit 8,3 Anna Siemer auf ihrem zweiten Pferd Corragio (Cayado-Contender), Sandra Penndorf auf Cerousina B (Cerousi-Mighty Magic) und Nele Spiering auf Montellina (Montellini-Polydor). „Mein Pferd liebt unseren Platz“, freute sich die Elmenhorsterin über den Erfolg.




Anspruchsvolle Geländepferde L


Kompetenzaustausch: Anna Siemer und Adam Liedermann

Übersichtlich schaute die Starterliste der Geländepferde L aus: Von 65 Nennungen starteten 18. Grund dafür zum einen der Regen, viele Reiter zogen ihre fünfjährigen zurück, die bereits eine gute Runde in der A gegangen waren. Aber auch der Kurs war anspruchsvoll gebaut: Jeweils eine Kombination vor und hinter dem Wasser und ein mächtiger Trakehner wartete auf die Nachwuchspferde. Als Klippe erwies sich allerdings Sprung 2: Ein Tisch, dekoriert mit leuchtend grünen Späneballen. Von 18 Startern verweigerten hier 3 Pferde. Auch Sven Lux traf es hier mit der 5 jährigen Haiana (Hot Spirit-Heraldik xx). Sie war erst im zweiten Anlauf zu motivieren, fand dann aber nicht mehr den Rhythmus und Lux beendete den Ritt vorzeitig. „Im Training klappte alles gut, da war es mir heute wichtiger, das Turnier beim dem schlechten Wetter zum Laufen zu bringen, als selbst zu reiten.“ Mit seinem zweiten Pferd Theo van Heins (Toronto-Stakkato) konnte er sich mit 7,7 den vierten Platz sichern.

In der ersten Abteilung siegte Sandra Penndorf auf Cerousina B (8,4) vor Rebecca Gerken (Chintano) und Anna Siemer auf Corragio (7,8). Siemer hatte gleich doppelten Grund zur Freude: Ihr zweites Pferd Quantana landete mit 7,5 auf Platz 5 und sicherte sich damit ebenfalls die Qualifikation für das Bundeschampionat. „Elmenhorst ist wohl das schönste Jungpferde-Turnier im Norden“, freute sich Siemer auf dem Podium.


Da geht's lang: Andreas Brandt, platziert in der GP A, Doppelsieg in der L

Auch Andreas Brandt trat die Heimreise mit drei Schleifen an: Nach Platz 6 in der A siegte Fein Brasil (Calant-Cascari) mit 8,2 in der L. Stallgefährte Gemmy K (Gem of India-Heraldik xx) landete mit 8,0 direkt dahinter. Ein Wiedersehen gab es mit dem 6jährigen Claus (Catoo-Levisto) Im letzten Jahr steuerte Brandt ihn noch erfolgreich über den Elmenhorster Kurs, nun überzeugte er unter Svenja Eckert. Der Lohn: Platz 4 mit 7,7.

Einen Sonderapplaus verdiente sich die Luhmühlener Nachwuchsreiterin Lilly Heuer: Ihr rechter Steigbügelriemen riss kurz nach dem Start. Stilistisch sicher pilotierte sie ihren 7jährigen Contendros Bube-Sohn Chirokko mit einem Bügel über den 1600 Meter langen Kurs. Mit 7,2 landete sie auf Platz 8 der 1. Abteilung.



Geländeplatz mit Zukunft

Gern gesehner Gast im Norden: Aufbauer Rüdiger Rau

Unter den wachsamen Augen des Richter-Trios Gerd Küst, Hans Nagel und Kurt Carstensen schieden fünf Pferde in der Geländepferde A und 2 in der L aus. Für seine Premiere in Elmenhorst fand Carstensen nur lobende Worte: „Ich bin beeindruckt, was hier mit viel Fachwissen aufgebaut wurde. Das hat Zukunft.“. Der Geländeplatz in Elmenhorst zeigt, was mit viel Einsatz, Erfahrung, einem guten Team und finanziellen Mitteln möglich ist: Rund 10 feste Sprünge, 20 mobile Hindernisse, einige davon mit MIM Sicherheitssystemen dazu das Coffin, Billiard plus der Wasserkomplex. „Als nächstes verbreitern wir ein Coffin und setzen einen Graben, dazu wird im Knick noch ein Wall gebaut,“ so Parcourschef Rüdiger Rau. Er reist extra aus seiner baden-württembergischen Heimat und lässt nicht locker, bis auch das kleinste Detail seinen Vorstellungen entspricht. Davon profitiert der Norden, so Pauline Knorr: „Bei welcher Geländeprüfung bemüht sich der Veranstalter eine Lochmaschine zu organisieren, um bestmögliche Bedingungen für Nachwuchspferde zu gewährleisten? Das habe ich hier zum ersten Mal erlebt.“

2019 steht neben Geländepferdeprüfungen erstmals die Austragung der Kreismeisterschaft Vielseitigkeit auf dem Programm. Bleibt zu wünschen, dass der Reitverein Mittelstormarn dann mehr Glück mit dem Wetter hat.

 

Stimmen zum Turnier

Maj-Jonna Ziebell: „Dante‘s Dream war mein zweites Pferd, der Starkregen hatte den Boden schon etwas durchweicht. Anfangs war sie noch etwas verunsichert, wurde aber im Laufe der Strecke immer besser und löste die Aufgaben mit viel Übersicht. Auch das Coffin, wo unten schon das Wasser stand, sprang sie mutig rein. Ich war super happy mit ihr und die Note war das i-Tüpfelchen. Der Kurs war im Vergleich zum Frühjahr anspruchsvoller, aber sehr schön gestaltet mit klaren Aufgaben. Die Pferde konnten sehr viel lernen.

Für das Bundeschampionat ist sie bereits qualifiziert, darauf möchte ich sie in den nächsten Wochen gut vorbereiten. Ich freue mich sehr, dass Andreas Dibowski mir die Chance gibt, so ein gutes Pferd unter seiner Anleitung auszubilden und in Warendorf zu reiten.“

Rebecca-Juana Gerken: Meine beiden 6 jährigen sind ein Jahr in der Entwicklung zurück. Escara geht erst seit diesem Jahr Gelände und Chintano hatte eine Verletzungspause. Die Kurse waren anspruchsvoll, aber sehr schön zu reiten und die Pferde haben sich meinem Gefühl zufolge wohl gefühlt auf der Strecke. In der Geländepferde L gingen beide noch souveräner.  Als Vorbereitung für das Bundeschampionat möchte ich mit meiner 5j. Stute Fame von Casall-Carrico-Exorbitant auch noch einmal vorbeikommen.

Pauline Knorr: „Was in Elmenhorst auf deine Beine gestellt wird, sieht man heutzutage nicht mehr häufig. Die Organisation bis ins kleinste Detail findest du nicht einmal auf jedem internationalen Turnier. Dafür ein Riesenlob an Sven, Nele Spiering und deren Team! Wir können nur hoffen, dass sie ihre Turniere noch weiter ausbauen. Meine Unterstützung haben sie!“

Pia Münker: „Meine beiden Pferde sind bereits 6 jährig und gehen ihre erste Saison Gelände, keiner geht in Warendorf. Mir war es wichtig, eine gute Basis zu schaffen und eine gute Grundlage für die nächsten Jahre zu schaffen. Ich genieße es, in Elmenhorst zu reiten, denn die Pferde nehmen unwahrscheinlich viel mit.“

Imre Toth: Das war der beste Kurs, den ich in diesem Jahr geritten bin. Rüdiger Rau könnte gerne öfter in den Norden kommen! Ich freue mich sehr über die Leistung von Cromwell. Mutig, mit Übersicht und viel Selbstvertrauen sprang er hier. Langfristig sehe ich in ihm genug Potential für ein gutes 3-Sterne-Pferd.

Nicole Sollorz

© Fotos: Mireta von Rantzau (GP A  -  www.rantzau-foto.de) und Kerstin Hoffmann (GP L  -  www.eventing-art.de)

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