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14. Oktober 2018

Julia Krajewski lässt die Holländer weiter warten

Samourai du Thot und Julia Krajewski

"Springen mit Sam ist nicht soo schwierig" lächelte Julia Krajewski und beschrieb die knapp 79 Sekunden im Springparcours von Boekelo. Das hatte bei vielen anderen Paaren vorher total anders ausgesehen. Die Linienführung, die Abmessungen der Hindernisse und auch die Bestzeit von 85 Sekunden hatten das Klassement mächtig durcheinander gewirbelt: Als Laura Collett und London als drittletzte Starter einritten, waren bei den vorherigen 63 Paaren bereits 108 Stangen gefallen.

 


London und Laura Collett

Die britisch-holsteinische Kombination (die erste Busch-Schleife gewann London mit Peter Thomsen) hätte mit einem Abwurf ihren Platz trotzdem verteidigen können. Aber das hätte der Dramaturgie entgegengestanden, die 24,70 Punkte waren zementiert.

 




Jetzt war es an Samourai du Thot und Julia, ein weiteres Zeichen zu setzen. Nach der Aachen-Panne folgten zwei sichere Siege in Strzegom (CIC**) und Waregem (CIC***) mit jeweils fehlerfreien Runden im Parcours. Im Interview brachte Julia es auf den Punkt: "Er springt einfach gewaltig." Genau das haben die beiden heute abgeliefert, dazu noch in der schnellsten Zeit ohne den geringsten Anschein von Hektik. Mit 22,60 Punkten war der zweite Platz gesichert.

 

Bayro und Tim Lips

Letztendlich haben Bayro und Tim Lips diesen Herbst-Klassiker entschieden. Bis Sprung zehn sahen sie wie die ersten Heim-Sieger in der langen Boekelo-Historie aus. Das war der Sonnenblumen-Oxer, sieben Galoppsprünge weiter folgte die dreifache Kombination als Steil-Oxer-Steil. Die Linie und die Distanz waren ideal, aber die Höhe fehlte und mit den Vorderhufen rollte Bayro die oberste Stange aus den Auflagen. Der Aufschrei seiner Landsleute war laut - und der Sieg für Julia Gewissheit. Mit der Hinterhand touchierte er dann den Aussprung etwas zu doll, noch ein Abwurf. "Der erste Fehler ist mir ein kleines Rätsel, beim zweiten hat er sich vor der Reaktion des Publikums erschrocken. Aber so ist der Sport." Die 27,20 Punkten brachten in der Endabrechnung das dritte Preisgeld.

 

Tom Tom Go und Niklas Bschorer

Direkt hinter diesem Trio stand in der Siegerehrung Niklas Bschorer, der mit Tom Tom Go (29,80 Punkte) als Einzelreiter am Start war, das Springen fehlerfrei absolvierte und fast vier Sekunden unter der Bestzeit blieb. Sehr nachvollziehbar, dass seine Einschätzung mit einem strahlenden Gesicht erfolgte: "Das ist ein richtig toller Saisonabschluss für ihn, ich hätte mir nichts besseres wünschen können, es hätte nicht besser laufen können. Gestern war er super im Gelände, vom Anfang bis zum Ende. Jeder Sprung hat gepasst, alles genau so wie ich es wollte. Ich bin überall direkt geritten, der Plan ist super aufgegangen. Es war ein bisschen ärgerlich, weil alle gesagt haben, dass man zum Schluss noch etwas Zeit aufholen kann. Deswegen bin am Anfang vielleicht etwas zu ruhig geritten, weil der Boden etwas tief wurde. Und dann hat das [mit der Zeit] halt doch nicht mehr ganz funktioniert. Aber er ist super-fit ins Ziel galoppiert und kam auch heute Morgen so aus der Box heraus und ist gleich losgetrabt. Das war echt super."

 

Unteam de la Cense und Dirk Schrade

"Das Pferd sprang eigentlich überragend und wollte es auch super machen, berührt einmal an fünf ein bisschen, guckt dann gleich auf die erste Stange an sechs und kriegt dann die Oxerstange. Das sind noch so Routinesachen, das Pferd will eigentlich keinen Fehler machen. Die Zeit war ganz, ganz easy für mich. Wir hatten 79, da hatte ich überhaupt keine Bedenken. Also von dem her: super. Die Woche war so wie geplant. Klar, heute hätten wir eigentlich noch null reiten wollen, weil wir können das. Aber der Grat zwischen null und einen um ist halt ganz, ganz, ganz gering. Das kann dem besten Paar passieren, da müssen wir jetzt einfach noch mal ein bisschen üben. Aber ich glaube, das steckt in ihm, das kann er. Ich glaube, ich kann mit einem guten Gewissen in den Winter und nächstes Jahr wollen wir daran anknüpfen und noch ein bisschen besser sein" so die Einschätzung von Dirk Schrade nach dem siebten Platz (32,50) mit Unteam de la Cense.

 

Carjatan S und Christoph Wahler

Christoph Wahler haderte direkt nach der Landung mit dem Abwurf am letzten Sprung. So wurde mit Carjatan S aus einem vermeintlichen Top-Ten-Ergebnis der 16. Platz (38,90). Selbst eine halbe Stunde später war er noch hin- und hergerissen, wenngleich er sich sogar noch vom 20. Platz nach vorne gearbeitet hatte: "Der Parcours war einfach einen Sprung zu lang. Er war super frisch und hat mir an jedem Sprung ein super Gefühl gegeben. Am Ende habe ich etwas auf die Zeit gedrückt, weil ich wusste, dass die Zeit schwer ist. Ich hätte mir ein Galoppsprung mehr Zeit nehmen können, weil ich gut drin war. Aber das weiß man in dem Moment natürlich nicht. Und dann war ich einen halben Meter zu weit weg, da kann er nix machen. Aber mit der Woche bin ich ganz zufrieden. Er hat das hier wirklich, wirklich gut gemacht und ich bin sehr happy. Es ist ein schönes Ergebnis für die Mannschaft und im Einzel 16. ist glaube ich auch ganz in Ordnung."

 

BGS Urlanmore Prince und Ben Leuwer

Ebenfalls in die Platzierung ritt Ben Leuwer BGS Urlanmore Prince (18. - 40,30), den es an 6 und 12 erwischte. Genau die Hindernisse, die von den meisten Paaren mitgenommen wurden. "Man reitet einfach gerne null. Ein Fehler kann immer mal passieren, zwei ist dann schon so an der Kante, unterm Strich muss ich aber zu 100 Prozent zufrieden sein. Wir hatten heute nicht mehr die allerletzten Kräfte an Bord, aber er hat unheimlich gekämpft. Er fing sehr, sehr gut an, aber mit jedem Sprung ging die Kraft so ein bisschen aus dem Körper 'raus und dann ist das ein sehr ehrlicher Parcours gewesen. Das war heute auch wieder eine echte Ansage, das hat mich an das Format in Luhmühlen erinnert, wo eigentlich immer mit der schwerste Parcours steht. Unheimlich hoch und weit und auch mit der extrem scharfen Zeit, man musste unheimlich nach vorne reiten. Und deshalb muss ich damit jetzt erst einmal zufrieden sein."

 

Montina und Nils Trebbe

Nils Trebbe und Montina konnten sich trotz der zwei Springfehler um vier Plätze auf Rang 39 (58,90 Punkte) verbessern: "Ein superschöner Kurs, schön zu reiten, schöne Linien. Beim ersten Fehler hab' ich ein bisschen abgewartet, sie ein bisschen in die Hand 'reinspringen lassen. Sie hat sprang dann etwas weniger über den Rücken, hat den Sprung abgebrochen. Beim letzten [Sprung] wollte ich mit Bedacht auf die Zeit so ein wenig den Schwung mitnehmen. Er war aber ein bisschen weit weg, sie hat die hintere Stange berührt und dann ist sie gefallen. Für mich war es auf jeden Fall eine super Erfahrung, ein super lustiges und spaßiges Event. Und auch sportlich gesehen war es ein super Einstieg in eine so schwere Prüfung über lange drei Sterne."

 



Bereits an Hindernis zwei war für Glücksruf und Kai-Steffen Meier die Hoffnung auf eine mögliche Null-Runde hinüber. Zu dem Abwurf gesellten sich sechs Zeitfehler, die am Ende zu 90,10 Punkten und Platz 56 führten.

Der Blick auf den Ergebniszettel von Dr. Marc Dahlkamp und Lege Artis (57. - 92,50) zeigt schon etwas Kurioses: Acht Hindernisse mit neun Sprüngen fehlerfrei, dann vier Abwürfe hintereinander und die letzten beiden Sprünge wieder fehlerfrei. Die gute Laune blieb dem Reiter aber dennoch erhalten: "Ich hatte gestern eine traumhafte Runde, ich war wirklich 'over the moon'. Bei 21 habe ich vergessen, wie schnell die Kurve da kommt und bin zu schnell an das Hindernis 'rangeritten. Er sprang dann hoch über A - und dann haben wir die Kurve verpasst. Das ist ein Fehler, den ich mir selbst zuzuschreiben habe. Aber ich bin total happy, dass das Pferd die Prüfung so spielend bewältigt hat. Heute fing er sehr, sehr gut an. Bis Sprung neun sprang er sehr vorsichtig und mit viel Übersicht. Dann wurde ich etwas unruhig mit der Hand, hätte ihn etwas mehr mit dem Bein unterstützen müssen und dann haben wir einfach ein bisschen an Höhe verloren."

 

Amande de B'Neville trabte in der Verfassungsprüfung noch locker über die Bahn, fühlte sich nach Julia Krajewskis Aussage bei der anschließenden Morgenarbeit nicht wohl und wurde mit Rücksicht auf die Gesundheit des Pferdes zurückgezogen.

 

Malin Josefsson und Golden Midnight

Eine ganz besondere Leistung vollbrachte Malin Josefsson aus Schweden, die als einzige zwei Pferden in die Platzierung ritt. Dabei waren sowohl bei Allan V (6. - 30,80), als auch bei Golden Midnight (15. - 38,90) die Resultate aus der Dressur die Endergebnisse.

 




Das deutsche Sieger-Team mit Bundestrainer Hans Melzer

Die Teamwertung gewann das deutsche Quartett (Julia Krajewski, Dirk Schrade, Christoph Wahler und Ben Leuwer) mit etwas mehr als einem Klotz Abstand vor den Briten und den Schweden. Der Sieg der FEI-Nationscup-Serie geht in diesem Jahr auf die britische Insel, Frankreich landet auf dem zweiten Platz und das Team Deutschland verdrängte die Schweden noch vom Bronzeplatz. Hans Melzer dazu: "Das war Balsam auf die Seele. Ich war unheimlich stolz gestern nach dem Gelände, weil drei der vier Mannschaftsreiter in die Zeit ritten. Das haben die toll gemacht. Heute hätte der ein oder andere Springfehler nicht sein müssen, aber es gereicht und das ist ein toller Abschluss."

 

Samourai du Thot und Julia Krajewski

Das Schlusswort gehört der Siegerin: "Ich bin superglücklich, dass ich Sam und mir so einen Saisonabschluss beschert hab. Das Pferd hat immer mal so seine Aufs und Abs, aber das was er hier gezeigt hat, macht ihn für mich so besonders. Er ist unheimlich intelligent und clever, kann solche Prüfungen auch gewinnen und mit dem ein oder anderen Upps muss man hin und wieder mal leben. Ich bin froh, dass ich ihn hab. Er ist für mich echt besonders, ein richtiger Charakter."


Boekelo, 14. Oktober 2018 - Klaus Kurk


13. Oktober 2018

 Ein gelungener Geländetag in Boekelo

 

Schon irgendwie passend, wenn man morgens um kurz vor zehn mit den Rhythmen von 'We are family" der Sister Sledge auf dem Turnierplatz in Boekelo empfangen wird. Tausende Fahrräder unterstreichen die Verbundenheit der Menschen hier mit ihrer "Military". Je nach Quelle schwankt die Zahl der Geländebesucher zwischen 45.000 und 58.000. Allerdings hat gefühlt die Hälfte davon wahrscheinlich kein Pferd über irgendeinem Sprung gesehen - es ist halt auch ein Riesen-Partyevent. Die Anzahl der Zelte überstieg die der Hindernisse deutlich. Zum Feiern blieb heute sogar eine Viertelstunde mehr Zeit: Die Fence-Judges wurden zunächst mit falschen Starterlisten ausgestattet und die Prüfung konnte erst verspätet beginnen.

 

Die Zuschauer, die aus sportlichen Gründen den Weg nach Boekelo gefunden haben, bekamen einen tollen Wettstreit zu sehen, wenngleich lediglich fünf Reiter aktuellen Weltranglisten-Top-20 vertreten waren. Die 77 Starter boten teilweise herausragende Leistungen: 72 von ihnen kamen an, 48 blieben ohne Hindernisfehler, vierzehn ritten ihr Dressurergebnis über die Ziellinie. Bei Bayro / Tim Lips, Springpower / Izzy Taylor, Unteam de la Cense / Dirk Schrade und Allan V / Malin Josefsson stoppte die Uhr genau auf der Bestzeit von 10 Minuten.

 

 

Bayro und Tim Lips könnten in die Geschichte eingehen

Bayro / Tim Lips (19,20 Punkte), Samourai du Thot / Julia Krajewski (22,60) und London / Laura Collett (24,70) haben ihre Spitzenpositionen aus der Dressur verteidigt.

 

Mit Unteam de la Cense / Dirk Schrade (6. - 28,50), Amande de B'Neville / Julia Krajewski (7. - 29,30) und Tom Tom Go / Niklas Bschorer (8. - 29,80) sind drei weitere deutsche Paare aktuell Top-10 rangiert.

 


Tom Tom Go / Niklas Bschorer über 20

BGS Urlanmore Prince / Ben Leuwer (32,30) verbesserten sich von 34 auf 13, für Montina / Nils Trebbe (50,90) ging es im Ranking rauf von 68 auf 43. Lege Artis / Dr. Marc Dahlkamp (59. mit 74,50 Punkten) mussten sich an 21b zwanzig Punkte anschreiben lassen, Glücksruf / Kai-Steffen Meier (64. - 80,10) erwischte es an 8b.

 

Niklas Bschorer hat mit Lord Shostakovich nach zwei Verweigerungen an 8b aufgegeben, Eiskönig und Kai-Steffen Meier trennten sich an 16b und wurden eleminiert.

 




Samourai du Thot / Julia Krajewski haben 9:49 Minuten Spaß und Freude vor sich

Julia Krajewski und Samourai du Thot hatten schon vor Hindernis 24 das Tempo herausgenommen und sind trotzdem in der zweibesten Zeit (9:49 Minuten) ins Ziel galoppiert, mit der erst 8-jährigen Amande d B'Neville waren es genau 10:01 Minuten: "Zwei ganz unterschiedliche Pferde. Sam hat einfach Spaß gemacht. Der war gut drauf, der wollte. Ich bin aus Sicherheitsgründen, und weil ich es mir zeitlich erlauben konnte, an den Ecken [13 und 14] den langen Weg geritten, auch weil man noch nicht wusste, wie gut das auf der linken Seite zu reiten geht. Die schmalen Hindernisse hat er mega-gut gemacht, das freut mich natürlich besonders. Ich hatte heute aber auch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass er eventuell nicht will - und dann läuft er halt auch einfach easy in die Zeit. Dann ist er handlich, dann will er laufen, dann brauch' ich keine Zeit an den Sprüngen und dann geht das einfach zack-zack - und damit bin ich sehr zufrieden."

Auch der Kommentar zu Amande de B'Neville war nach an Schwärmerei: "Ein bisschen guckt sie noch in Gräben, das weiß ich, es ist aber fast ihre einzige Schwäche. An 8 ist sie ein bisschen doll über A gesprungen und da bin ich dann den langen Weg über B geritten. Wenn's vier oder fünf Galoppsprünge gewesen wären, hätte man es vielleicht direkt versucht. Aber so hab ich mir gedacht 'Was soll das Risiko'. Am Ende wäre es auch egal gewesen, wenn sie ein paar Punkte für die Zeit bekommt. Danach wurde sie von Minute zu Minute sicherer und bei den beiden Ecken [13 und 14] habe ich mir dann überlegt 'was soll's, reitest einfach geradeaus' weil sie alles, was sie versteht auch macht. Und dann ist sie da einfach auf drei [Galoppsprünge] durch gestiefelt - es ist einfach ein cooles Pferd. Der Plan war nicht unbedingt so schnell zu reiten, aber wenn's das Gefühl hergibt und sie es will - warum nicht."

Unteam de la Cense / Dirk Schrade über 13

Unteam de la Cense und Dirk Schrade haben bei der vermeintlichen Kombination 13 / 14 den Puls des ein oder anderen Menschen kräftig beschleunigt. Die Wendung nach 13 geriet etwas groß und plötzlich hatte er fast Kontakt mit den Zuschauern in der ersten Reihe.  Die Freude über die erst zweite CCI***-Geländerunde war nachvollziehbar: "Er hat das toll gemacht, obwohl er am Ende doch etwas müde wurde. Die Atmosphäre hat dazu geführt, dass er doch mal die Luft angehalten hat und nicht ganz so locker war wie sonst. Bei 13 und 14 bin ich wie geplant den langen Weg geritten, muss aber im nachhinein sagen, dass es nicht nötig gewesen wäre. Aber wir wollten nichts riskieren."





BGS Urlanmore Prince / Ben Leuwer über 1

BGS Urlanmore Prince und Ben Leuwer eröffneten den Geländetag mit einer fabelhaften Doppel-Null-Leistung: Es ist Arbeit, es ist definitiv kein Geschenkartikel, da haben wir aber auch nicht mit gerechnet. Es reitet sich schnell. Es fühlt sich schnell an, weil es so ein bisschen wie eine Kartbahn ist, viele kleine Wendungen und Bögen. Aber es macht dann, wenn es funktioniert, unheimlich Bock. Es hat alles gut geklappt. Ich habe sicherlich die eine oder andere Idee mal im Ursprung anders gehabt. Aber das ist auch Geländereiten, man nimmt's so, wie es kommt."

 Auf die Frage nach dem Grund für die ungewöhnliche Linie im Wasserkomplex (Einsprung über den direkten Weg, die mittlere Linie, dann weiter über die linke Alternative): "Das war komischerweise am ersten Tag überhaupt keine Option für uns, das kam für uns nicht in Frage wegen der zwei Hindernisse im Wasser. Ich bin's dann heute Morgen um sieben noch einmal gelaufen und da wurde dann final entschieden, dass das für mein Pferd auf jeden Fall der beste Weg ist." 


Glücksruf / Kai-Steffen Meier über 1

Genau anders herum hatte es Kai-Steffen Meier versucht. Den Einsprung des linken Weges, dann hinein in die Mitte. Der Sturz ist glimpflich verlaufen, Pferd und Reiter geht es gut. "Ich kam so ins Wasser rein wie mit Glücksruf auch. Ich glaube, dass die Wendung vor dem Einsprung geholfen hat, die Pferde zu schließen. Bei Eiskönig war es so, dass er eigentlich genau auf der Linie hereinkam, wo ich hinwollte. Man muss dann einmal Bein geben, damit die Pferde auch wieder hoch kommen, wieder vor einen kommen - und das hat er ein bisschen übertrieben interpretiert. Er hat auf meine Hilfe ein bisschen stark reagiert und dadurch kamen wir mit dreieinhalb Galoppsprüngen an die Kante ran - und dann ist es eine fifty-fifty Chance. Wenn dann die Geschwindigkeit so schnell aus dem Pferd rausgeht - da hat er mich dann einfach verloren. Bis dahin hat er alles echt gut gemacht, aber auf diesem Level wird so ein Fehler unheimlich schnell bestraft. Dadurch wird das Pferd jetzt nicht besser oder schlechter, wir werden das jetzt vor dem Winter noch ein- oder zweimal üben, damit das nicht im Kopf stecken bleibt und dann gehen wir das das nächste Jahr von vorne wieder an."

Zu seiner ersten Runde berichtete er: "Mit Glücksruf bin ich eigentlich super zufrieden. Im Nachhinein muss man sehen, dass 8ab doch sehr ausschlaggebend war. Nach der Senke ist er eigentlich sehr gut 8a gesprungen, aber ein bisschen viel in die Luft, ein bisschen wenig nach vorne - und zu b waren wir dann zu weit weg für 3 und zu nah dran für 4 Galoppsprünge. Im Nachhinein betrachtet wäre es für ihn sinniger gewesen, da den langen Weg zu reiten. Das Ergebnis ist jetzt ein bisschen nervig, mit der reinen Leistung bin ich sehr zufrieden. Er ist ein junges Pferd, er ist auf dem Papier neun, in Wirklichkeit ist er eher so wie ein achtjähriger - und dafür hat er das gut gemacht."

 

Unterwegs im ersten CCI***: Montina / Nils Trebbe

Montina und Nils Trebbe hatten heute Premiere: "Das war ja jetzt meine erste CCI-3-Sterne, auch für das Pferd. Sie ließ sich toll reiten. Am Anfang war sie ist manchmal ein bisschen stark, so dass ich da ein paar Momente mehr brauchte, um sie zurückzunehmen und daraus kam das dann auch, dass ich am Ende nicht ganz so schnell war. Sie war zwar auch am Ende noch frisch genug, aber das war dann einfach nicht mehr 'raus zu reiten. Ansonsten hatte ich ein super Gefühl, die Sprünge ließen sich alle toll reiten. Die Aufgaben, bei denen wir erst gedacht hatten, dass sie etwas schwieriger sind ließen sich doch besser reiten als gehen. Das Pferd ist einfach toll und sehr fokussiert und zeigt einem einfach, dass sie für mehr gemacht ist."

 

Carjatan S / Christoph Wahler über 2

In der letzten Runde der Mannschaftsreiter war Deutschland mit Carjatan S und Christoph Wahler vertreten: "Er war an allen Sprüngen einfach sicher und hat mir ein super Gefühl gegeben. Er ist extrem ehrlich, sehr geradeaus. Ich bin nicht richtig optimal in diese Schmal-Schmal-Kombination 8ab hereingekommen, da habe ich ihn einen Ticken überritten und trotzdem liefert er einen super Sprung ab, bleibt in der Linie und macht einfach weiter. Er hat bis zum Ende nicht einen schlechten Sprung gemacht. Bei 21ab gab es sicherlich schnellere, allerdings habe ich auch ein paar richtig unglücklich vorbeilaufen sehen bzw. ein paar, die da ganz schlechte Sprünge machten, weil sie davor standen. Da hab' ich ihn sehr, sehr ruhig über A springen lassen und bin dann mit vier Galoppsprüngen gut an B herangekommen."

Nach Hindernis 20 wirkte Carjatan S recht müde. Christoph beschrieb die Passage hinterher so: "Das Pferd ging das erste Mal eine lange 3-Sterne-Prüfung in die 9. Minute hinein, so lang ist er noch nicht gegangen, das merkte man dann schon. Er kam dann nach 21 noch mal wieder, er galoppierte dann sicherlich nicht mehr 700 Meter die Minute, aber er galoppiert wieder flüssig, die Ohren gehen wieder nach vorne und er will galoppieren. Das ist das Gefühl, auf dem man aufbauen kann. Sicherlich kann man sich beim nächsten Mal ein paar Linien etwas frecher angucken, wo man sicherlich noch ein bisschen schneller sein könnte und ich mir bewusst hier etwas mehr Zeit nehmen wollte, um sicher zu reiten."

Tim Lips und Bayro könnten das erste Paar werden, dass in Boekelo einen Heimsieg feiert. Nach der ausgezeichneten Dressur und der heutigen Punktlandung gehen sie morgen als letzte Starter in den Parcours und der letzte Springfehler liegt schon über ein Jahr zurück. "Er ist ein erfahrenes Pferd und war schon in Luhmühlen nur zwei Sekunden über der Bestzeit. Ich wusste, dass ich ihn in den letzten 2, 3 Minuten immer noch maximal schnell reiten konnte, da war ich stressfrei. Ich glaube, da waren andere Menschen gestresster. Das Publikum hat mich auch mehr angefeuert, als wenn ich nur 30. gewesen wäre - und das hat mir Flügel verliehen."


London / Laura Collett über 3b

Als einzige der ersten 6 mussten London und Laura Collett ein paar Zeitfehler mit in die Wertung nehmen: "Am Ende wollte ich das Ergebnis sicher nach Hause bringen. Er geht erst seit zwei Jahren im Gelände und dachte nach dem ersten Sprung im Stadion er sei nun im Ziel. Er ist so ein erstaunliches Pferd, es fiel im alles so leicht und wenn ich jetzt sehe, dass er hinter zwei so erfahrenen Olympiapferden steht, da bin ich schon sehr stolz auf ihn."

 


Eine Ergänzung zum Gesundheitszustand von Julia Schmitz, die an Sprung 22a gefallen ist: Der Mediziner berichtete, dass er sie bei vollem Bewusstsein angetroffen hätte und auch keine Gefahr für ein Bewusstlosigkeit bestanden habe. Sicherheitshalber sei sie ins Krankenhaus transportiert worden, um sie zu beobachten und zu röntgen. Mit Rücksicht auf Julias Privatsphäre gab er lediglich die Auskunft, dass er davon ausginge, dass sie eventuell noch am Abend, spätestens aber am Sonntag wieder entlassen würde.

Insgesamt gab es drei Stürze an drei verschiedenen Hindernissen, eine Teilnehmerin musste nach drei Verweigerungen im Schritt zurück in den Stall. Jeweils 8 Verweigerungen bzw. Vorbeiläufer selektierten das Teilnehmerfeld an den Sprüngen 8b und 21b, die beide in einem 90°-Winkel mit drei bzw. vier Galoppsprüngen nach dem ersten Element anzureiten waren. Ein Teilnehmer nahm eine 'missed-flag' mit in die Wertung.

Boekelo, 13. Oktober 2018 - Klaus Kurk


12. Oktober 2018

Die Dressurergebnisse versprechen einen spannenden Boekelo-Geländetag

Keine Veränderungen gab es in der Spitzengruppe, bis Platz 4 ist die gestrige Ergebnisliste kopierfähig. Dahinter haben die Richter das Teilnehmerfeld eng gepackt: Lagen gestern zwischen Platz 4 und 5 noch fast fünf Punkte, machen diese fünf Punkte nun 12 Plätze aus. Tim Lips / Bayro (19,20 Punkte) haben sich einen kleinen Vorsprung von 8 Sekunden auf Julia Krajewski / Samourai du Thot (22,60) erarbeitet. In die andere Richtung könnten Julia 8 Sekunden Zeitüberschreitung schon vier Plätze zurückfallen lassen.

 

Platz zehn, dabei sind sie noch "in der Findungsphase": Eiskönig und Kai-Steffen Meier

Von den deutschen Teilnehmer hat am zweiten Tag Kai-Steffen Meier mit dem Trakehner-Hengst Eiskönig (ein Sohn des Ex-Bundeschampions Songline) die höchsten Benotungen erhalten. Rang 10 mit 26,50 Punkten freuten den Reiter sehr: "Die Dressurleistung ist eigentlich schon sehr, sehr abrufbar. Für mich war das größte Fragezeichen, was er mit so einer Atmosphäre hier macht, weil er das noch nicht kennt. Er kann sich schon mal erschrecken vor Sachen, aber das hat er sehr, sehr gut gemacht und damit bin ich super zufrieden und stolz auf ihn."


 

Saisonbestleistung beim Saisonhöhepunkt: Tom Tom Go und Niklas Bschorer

Passend zum Saisonhöhepunkt präsentierten Niklas Bschorer und Tom Tom Go mit 27,00 Punkten ihre beste Jahresleistung. Die knappen Abstände bieten viel Luft nach vorne. Klar, dass der Niklas sehr zufrieden war: "Er war echt klasse. Schon die letzten paar Tage hatte ich ein Gefühl wie zuhause und ich glaube, dass hat man auch gesehen. Ich bin echt super zufrieden mit ihm. Das war echt 'ne super Dressur, sehr schön entspannt. Im ersten Mitteltrab hat er einmal kurz den Rhythmus verloren, sich dann aber sehr schnell wieder gefangen." Sehr unterschiedlich haben die Richter die Leistung mit den Plätzen 7, 14 und 25 eingeordnet - insgesamt Rang 13.

 

Dirk Schrade mit Unteam de la Cense

"Ich glaub', wir waren ganz gut" schmunzelte Dirk Schrade über die Leistung mit Unteam de la Cense, die die Richter mit 28,50 Punkten (aktuell Platz 15) bewerteten, um dann gleich zu ergänzen: "Und wir haben noch Luft nach oben." Vom Bundestrainer Hans Melzer gab es ein Extra-Lob: "Ich bin da unheimlich optimistisch. Wenn man das gesehen hat, wie dieses Pferd sich weiterentwickelt hat - und der kann noch viel besser werden." Die Vorleistungen -alle Geländeprüfungen seit über einem Jahr ohne Hindernisfehler- sind sicherlich mehr als ein gutes Omen für den Cross.

 






Julia Krajewski /Amande de B'Neville

Mit Amande de B'Neville präsentierte Julia Krajewski einen der acht Youngster des Jahrgangs 2010. Im Trab und Galopp war die französische Stute schon recht konstant, im Schritt und den ruhenden Lektionen blieben einige Punkte liegen. Insgesamt sahen die Richter sie auf Platz 17 (28,90 Punkte). Julia Krajewski über das "grüne" Pferd und die Bewertung unter 30 Punkten: "Ja, das war mein Ziel. Ich halte sehr viel von der Stute und glaube, dass sie irgendwann auch noch zehn Punkte besser gehen kann. Wir haben grundsätzlich noch ein paar Schwächen in der Durchlässigkeit. Sie hat aus verschiedenen Gründen immer mal wieder aussetzen müssen, so dass ihr auch noch ein wenig die Kraft fehlt. Halten ist auch nicht gerade unsere Lieblingslektion. Aber ich bin sehr zufrieden, wie sie sich hat reiten lassen. Ich mag das Pferd, sie ist cool."

 

Der Bewegungskünstler: Carjatan S mit Christoph Wahler

Gleichplatziert ist ein weiteres Nachwuchspaar. Der 9-jährige Carjatan S mit Christoph Wahler im Sattel möchten eine Duftnote für die Euro 2019 hinterlassen: "Wenn ich das [Qualifikations-]Ergebnis hier bekomme und das 'ne gute, ordentliche Prüfung ist, dann kann das natürlich sein, dass man sich darüber nochmal empfiehlt. Klar wäre das schön. Das ist zuhause um die Ecke, das ist Luhmühlen." Der Schimmel mit dem scheinbar endlosen Bewegungspotenzial (Christoph Wahler: "Manchmal steht ihm das fast im Weg, weil er dann zu viel macht…") zeigte all seine Möglichkeiten auf dem Vorbereitungsplatz. Aus der Sicht des Reiters: "Da ist er so, wie ich ihn im Prinzip vom Arbeitsstand her habe. Drinnen kommt dann ein klein bisschen Aufregung dazu, vielleicht muss ich ihm noch mehr Ruhe verleihen." Die Einzelnoten spiegeln diese Einschätzung wider und reichen von 5 bis 9, wobei die 9 häufiger vertreten war als die 5.

 

So kann 'gut zufrieden' aussehen: Dr. Marc Dahlkamp und Lege Artis

Die Kompaktheit des Mittelfeldes zeigt sich auch im Vergleich von Julia und Christoph auf der einen Seite und Lege Artis mit Dr. Marc Dahlkamp auf der anderen. Faktisch trennen diese drei 42 Plätze - der Unterschied beträgt aber lediglich 7,60 Punkte. Vom Reiter gab es trotzdem eine Zusammenfassung mit einem Lächeln: "Ich bin eigentlich gut zufrieden, es hat alles so geklappt, wie ich es mir vorgestellt hab'. Hans' [Melzer] Meinung war, dass er mit ein paar Punkten mehr gerechnet hatte… Ich hätte so drei oder vier [Minus]Punkte weniger gedacht."

Aktuell sind noch alle 77 Teilnehmer im Wettbewerb. Therese Viklund ist die einzige Reiterin, die zwei Pferde (Diabolique - 4. mit 23,80 und Viscera - 9. mit 26,50) in die Top-Ten geritten hat. Das Feld ist so komprimiert beieinander, dass Tim Lips ein Vorbeiläufer (ohne Zeitfehler) 66 Plätze kosten könnte.

In der Teamwertung hat sich die deutsche Mannschaft eine hauchdünne Führung (80,00 Punkte) vor den Briten (80,70), den Niederländern (82,10) und den Schweden (87,00) erarbeitet.

Ben Leuwer und BGS Urlanmore Prince werden um 10:30 Uhr den Geländetag eröffnen. Im optimalen Fall haben sie die 5.700 Meter entfernte Ziellinie 10 Minuten später passiert und alle 25 Hindernisse fehlerfrei überwunden. Seine Einschätzung am Donnerstag: "Die Aufmachung sucht ihresgleichen, man kriegt richtig Lust auf Samstag. Ich glaube schon, dass sich die Fehlerquellen durch den ganzen Kurs durchziehen. Es ist ein Kurs, der sehr viel Konzentration fordert."


Ein Ort mit höherer Verweildauer: Der Linienführung von 13 nach 14 fehlt die Klarheit

Der direkte Weg durch den Wasserkomplex - wobei sich das eigentliche D-Element hinter dem Busch befindet

Danach nur noch die Ziellinie: 10 Minuten für 5.700 Meter

Boekelo, 12. Oktober 2018 - Klaus Kurk


11. Oktober 2018

Wenig Wind, kein Regen, viel Sonnenschein - und trotzdem ist Boekelo

Wahrscheinlich ist es die wärmste der 48 Ausgaben des CCI***-Klassikers im Außenbereich von Enschede. Auf der Starterliste stehen 77 Teilnehmer und damit deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. Die Terminverschiebung auf das Strzegom-Wochenende scheint ein gewissen Tribut zu verlangen.

Ließ seine Landsleute jubeln: Tim Lips ritt Bayro auf Platz eins im Zwischenklassement

Das Zwischenklassement freut besonders die niederländischen Veranstalter sehr, hat sich doch mit Tim Lips / Bayro einer der ihren an die Spitze gesetzt. Der auffällige Schimmel spielte sein ganzes Bewegungspotenzial aus, zeigte eine nahezu fehlerfreie Vorführung (bei einem Galoppwechsel waren sich die Richter ob der Korrektheit uneinig) und sammelte überwiegend Noten von 7,5 und höher, dreimal gab es eine 10. Alle drei Richter setzten das Paar auf Rang eins. Die 19,20 Punkte sind für den 12jährigen KWPN-Wallach und seinen 33jährigen Reiter eine persönliche Bestleistung.


ulia Krajewski / Samourai du Thot: Nach der zwischenzeitlichen Führung nun auf Rang 2

Den Platz an der Sonne hatte zuvor für rund eineinhalb Stunden Julia Krajewski mit Samourai du Thot inne. "Sam war sehr brav. Für noch ein bisschen mehr hätte er im Galopp vielleicht etwas mehr vor mir sein können. Er ist dann -aber das ist jetzt jammern auf hohem Niveau- etwas hinter mich gekommen, stand auch einmal nicht ganz geschlossen. Das sind so die Punkte die wir können: Mal kriegt man ein paar Punkte mehr und dann ist es hier und da noch ein wenig ausdrucksvoller und noch ein bisschen korrekter. Das hat er heute sehr korrekt und gut abgeliefert" beschrieb sie die Leistung im Viereck, die die Richter mit 22,60 Punkten benoteten. Seppo Laine aus Finnland sah Samourai du Thot sogar gleichauf mit Bayro. Lediglich zwei der 78 Einzelnoten waren unter sieben, in der Spitze ging es bis zur 9 hoch (Galoppverstärkung sowie die letzte Linie mit der Grußaufstellung).




Für das zweite deutsche Mannschaftsergebnis sorgten Ben Leuwer und BGS Urlanmore Prince

Für den Auftakt sorgten am Morgen Ben Leuwer und BGS Urlanmore Prince, von dem Hans Melzer im Vorfeld noch gesagt hatte, dass die Dressur nicht sein Stärke sei. Am Ende waren es sehr ordentliche 32,30 Punkte und Rang 14 nach dem ersten Tag. Ben Leuwer beschrieb seinen Ritt so: "Er war ziemlich ruhig, er kann auch schon mal angehen und sich ein bisschen von der Atmosphäre packen lassen. Und das war heute vom Feinsten. Die Trabtour hätte etwas ausdruckstärker sein können, da ist die Bewegung noch nicht so dagewesen. Dann ging er gut Schritt, sehr geregelt, sehr ruhig. In der Galopptour war das Gefühl gut, er war sicher an den Hilfen. Eine Galopptraversale war so ein bisschen flach geraten. Der erste Wechsel war nicht durch, der war wahrscheinlich teuer. Alles in allem bin ich damit jetzt aber erst mal sehr zufrieden  -  und dann schauen wir mal, wofür es dann reicht."

Julia und Ben waren die ersten beiden Starter für das Team, das aktuell hinter Schweden und Großbritannien auf Rang drei steht.

Ungewöhnliche Vorbereitung mit teilweisem Erfolg: Lord Shostakovich / Niklas Bschorer

O-Ton Hans Melzer: "Das ist Boekelo-Abreiten" zu einer neuen Variante der Vorbereitung. Lord Shostakovich hatte nach der Morgenarbeit die Stallruhe genießen können und wurde für die Prüfung lediglich an der Longe wieder aufgewärmt. Niklas Bschorer stieg erst in Sattel, als die Reiterin vor ihm das Viereck schon verlassen hatte. Hinterher beschrieb er die Beweggründe für diese Idee: "Er regt sich halt immer so schnell auf, mit der Atmosphäre und der Musik und den Lautsprechern. Jetzt dachten wir, vielleicht bleibt er dadurch etwas ruhiger. Bis auf ein paar Momente im Schritt, und da waren natürlich noch ein paar Fehler in den Wechseln, war das in Ordnung. Ist halt immer ärgerlich, wenn man ein Pferd hat, das zuhause alles gehen kann. Aber Springen und Gelände kommt ja noch, und das macht ihm Spaß." Die Analyse war treffend, Lord Shostakovich wirkte zu Beginn relativ ruhig. Allerdings hielt das nur bis zur Schrittpassage und die Fehler in den fliegenden Galoppwechsel haben weitere Punkte gekostet. Mit 40,50 Punkten werden die beiden am Samstag in den Cross starten.


Nachwuchshoffnung für Kai-Steffen Meier: Der neunjährige Glücksruf

Kai-Steffen Meier präsentierte den erst neunjährigen Glücksruf und schätze seinen Ritt so ein: "Im Endeffekt ist es jetzt so die Richtung wo er ist, er hat das gezeigt, was er zeigen kann. Er hatte als 3jähriger einen Unfall mit einem gebrochenen Kiefer, deswegen ist er jetzt immer etwas unruhig mit dem Maul. Das ist so, das können wir auch nicht abstellen. Manche Richter akzeptieren das und sehen das gesamte Bild, manche sehen sich daran fest. Aber ansonsten bin ich mit dem Pferd zufrieden, der hat das ordentlich gemacht." Ordentlich gemacht bedeutete für das Richterteam 34,90 Punkte und aktuell Rang 22, wobei die Einzelplatzierungen der Richter mit 14, 18 und 27 schon weit auseinander lagen.


Mit zwei unterschiedlichen Hälften nun auf Platz 31: Montina und Nils Trebbe

Letztes deutsches Starterpaar waren Montina und Nils Trebbe, die heute von der guten Dressurleistung in Waregem einige Punkte entfernt waren. Nach einem ordentlichen Beginn fielen die Noten im zweiten Teil der Prüfung deutlich geringer aus und summieren sich auf 40,10 und Rang 31 bei bisher 38 Startern.

Der zweite Teil der Dressur startet morgen um 10 Uhr. Unter den 39 Teilnehmern sind auch Dr. Marc Dahlkamp, Dirk Schrade und Christoph Wahler. Niklas Bschorer, Julia Krajewski und Kai-Steffen Meier haben morgen ein zweites Eisen im Feuer.

Boekelo, 11. Oktober 2018 - Klaus Kurk



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